Trump unter Druck: Mit Käfigkampf aus dem Umfragetief?

US-Präsident Trump unter Druck:Mit Käfigkampf am Weißen Haus aus dem Umfragetief?

Jan Fritsche

von Jan Fritsche

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In aktuellen Umfragen steht Donald Trump schlecht da. Viele Amerikaner fordern ein Ende des Iran-Kriegs. Trump will mit Mega-Events und schönen Bildern zurück in die Erfolgsspur.

Arbeiter bauen den Käfig für einen zukünftigen UFC-Kampf auf dem South Lawn vor dem Weißen Haus auf

Für US-Präsident Donald Trump läuft es in Umfragen nicht gut. Mit befremdlich anmutenden Sportveranstaltungen wie einem Käfigkampf am Weißen Haus will er Sympathien zurückgewinnen.

08.06.2026 | 57:20 min

US-Präsident Donald Trump steckt seit langem im Umfragekeller. Fast alle Institute sehen seine Zustimmungswerte deutlich unter 40 Prozent. Der sich hinziehende Iran-Krieg und die vergleichsweise hohen Benzinkosten in den USA machen viele Amerikaner wütend.

Fußball-WM und 250 Jahre USA

Ein Hoffnungsschimmer für den angeschlagenen Präsidenten könnten die anstehenden Mega-Events sein: Die Fußball-WM im eigenen Land und die Feierlichkeiten zu 250 Jahren USA - beide Veranstaltungen versprechen tolle Bilder. Doch ganz rund laufen will es auch damit nicht: Beim Fußball hagelt es Kritik wegen Einreisebedenken und hoher Ticketpreise. Bei der Jubiläumsfeier zogen mehrere Musiker ihre Teilnahme zurück.

WM-Stimmung

Bald beginnt die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada, doch die Stimmung ist gedämpft. Einige boykottieren das Turnier, kritisieren Trumps Einreisepolitik und hohe Ticketpreise.

23.05.2026 | 4:33 min

Besonders bizarr: Direkt am Weißen Haus soll es Käfigkämpfe geben, aus Anlass des Jubiläums, wie es vom Kampfsportveranstalter UFC heißt. Wohl aber noch wichtiger: Das Event soll ausgerechnet am 80. Geburtstag von US-Präsident Trump stattfinden - eine Kampfshow vor der Haustür als martialisches Geschenk.

Eigenwilliges Spektakel

Um das eigenwillige Spektakel geht es auch in der neuen Folge des auslandsjournal-Podcasts "Der Trump Effekt". Ulf Röller, ZDF-Studioleiter in Brüssel, sagt dazu: "Das Weiße Haus ist für mich irgendwie geheiligter Boden." Nach hart ausgefochtenen Wahlen käme die Nation dort zusammen. "So ist dieser Ort vor dem Weißen Haus. Der gehört Amerika. Der gehört nicht Donald Trump."

Auch Katrin Eigendorf, internationale Sonderkorrespondentin, wundert sich über die Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier:

Es entsteht wirklich der Eindruck, da baut sich ein Mann seine Spielzeugwelt auf. Und es dreht sich alles nur um seinen eigenen Kosmos. Was hat das eigentlich noch mit Amerika zu tun?

Katrin Eigendorf, ZDF-Sonderkorrespondentin

Trump beendet Interview

Wie angespannt und dringend auf Erfolge angewiesen Donald Trump ist, bekam jetzt die amerikanische TV-Journalistin Kristen Welker zu spüren. Diese fragte in der NBC-Sendung "Meet the Press", warum Trump immer wieder ohne Belege von Wahlfälschung spreche - und erntete prompt dessen Zorn: "Die Wahlen sind unehrlich. Und Sie sind unehrlich. 'Meet the Press' ist unehrlich. Genau wie ABC und CBS und CNN. Ihre einseitigen unehrlichen Sender." Der US-Präsident bezeichnete die Journalistin noch als "Darling" und verließ das Interview.

Ein älterer Mann im Anzug beugt sich vor und spricht in Handy-Kameras und Mikros, die ihm entgegen gehalten werden.

US-Präsident Donald Trump setzt die Presse unter Druck, um sie auf Linie zu zwingen. Die "New York Times" etwa nannte Donald Trump ein "Schmierenblatt" - und verklagte sie auf 15 Milliarden US-Dollar.

17.09.2025 | 9:39 min

"Was mir Angst macht, dass er vielleicht auf die Idee kommt, wenn jetzt die Zwischenwahlen sind, dass man vielleicht dann auch Wahlen stehlen kann. Weil das wäre kein Stehlen mehr, sondern Notwehr in seiner Welt", sagt Ulf Röller.

Die Brutalität seiner Wut hat nochmal eine neue Qualität und ich fand es auch eine gewisse Dünnhäutigkeit, die man bei ihm festgestellt hat. Die Dinge laufen einfach nicht gut und er fühlt sich bedroht.

Ulf Röller, ZDF-Studioleiter in Brüssel

"Absolutes No-Go"

Katrin Eigendorf beobachtet bei Donald Trump einen Kontrollverlust. "Das ist doch eines Präsidenten nicht würdig, sich in dieser Art gegenüber einer Journalistin zu benehmen. Und dieses von oben herab, eine Journalistin 'Darling' zu nennen, das ist ein absolutes No-Go."

US-Präsident Donald Trump vor seiner Zeit im Amt mit sechs leicht bekleideten jungen Frauen mit zensierten Gesichtern. Trump hat seine Hand um die Taille der jungen Frau neben ihm.

In der Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haben US-Kongressabgeordnete im Dezember Bilder veröffentlicht, auf denen unter anderem Donald Trump mit leicht bekleideten Frauen zu sehen ist.

12.12.2025 | 0:40 min

Im NBC-Interview wird Trump auch nach seinen außenpolitischen Versprechen gefragt - dass die USA unter ihm nicht in neue Kriege geführt werden würden. "Nun haben wir das Thema Iran und er behauptet in diesem Interview, das habe er nie gesagt," analysiert ZDF-Studioleiter in Washington, Elmar Theveßen.

Es gibt selbstverständlich Auszüge aus Wahlkampfreden und auch nachdem er Präsident wurde, wo er genau das behauptet hatte, nie wieder Amerika in irgendwelche Kriege zu verwickeln.

Elmar Theveßen, ZDF-Studioleiter in Washington

Trübe Aussicht für Trump

Je länger der Konflikt mit Iran dauert, desto brenzliger dürfte die politische Lage für Trump werden. Dass die kommenden Sport- und Jubiläumsveranstaltungen ihn nachhaltig aus dem Umfragetief heben, darf bezweifelt werden. Auch den geplanten Käfigkampf am Weißen Haus sieht laut Umfragen eine Mehrheit der US-Amerikaner kritisch.

Jan Fritsche ist Redakteur und Reporter beim ZDF auslandsjournal.

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Über dieses Thema berichtete der auslandsjournal-Podcast "Der Trump Effekt" in "Folge 62: Brot und Spiele am Weißen Haus" am 08.06.2026 ab 20:36 Uhr.

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