Außenministerin des Jemen: Iran ist verantwortlich für Kämpfe

Huthi kontrollieren weite Teile Jemens:Jemens Außenministerin im ZDF: Iran verantwortlich für Kämpfe

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Um den Konflikt im Jemen zu beenden, braucht es Druck auf Iran, sagt Afrah Al-Zouba, Außenministerin des Jemen. Rückendeckung bekommt sie dabei vom UN-Sicherheitsrat.

SGS Sievers Alzouba

Jemens Außenministerin Afrah al-Zouba im Interview: Die Huthi rücken vor, die Regierung ruft zur Mobilisierung auf. Wie will sie die Gebiete zurückgewinnen?

25.09.2026 | 6:41 min

Die internationale Bevölkerung muss Iran überzeugen, nicht länger die Kämpfe im Jemen anzufeuern - aus Sicht von Afrah Al-Zouba wäre das ein wichtiger Schritt für ein Ende des Konflikts zwischen den Huthi-Rebellen und der jemenitischen Regierung. Al-Zouba ist Außenministerin des Jemens und berichtet im heute journal:

Die jemenitische Bevölkerung leidet, wir verlieren Leben (...) aufgrund der Intervention Irans.

Afrah Al-Zouba, Außenministerin des Jemen

UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe

Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hat in einer Blitzoffensive große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab übernommen. Auch Saudi-Arabien, das wiederum die jemenitische Regierung in ihrem Kampf gegen die Huthi unterstützt, gerät seitdem wieder unter Beschuss durch die Huthi.

Diese mit einer Drohne aufgenommene Luftaufnahme zeigt am 25. September 2026 beschädigte Gebäude in der Stadt Taiz, der Hauptstadt der Provinz Taiz im Südwesten des Jemen. Der Vorsitzende des jemenitischen Regierungsgremiums rief am 25. September zu einer allgemeinen Mobilmachung auf, um den vom Iran unterstützten Houthis entgegenzutreten, da die Gruppe ihre Angriffe auf Regierungstruppen und deren saudischen Verbündeten verstärkt. Sein Aufruf erfolgt wenige Wochen, nachdem die zersplitterte jemenitische Regierung einen schweren Schlag durch die Houthis erlitten hatte, die die Kontrolle über die gesamte Küste des Landes am Roten Meer übernommen haben und weiterhin gegen die jemenitischen Streitkräfte kämpfen, sowie saudische Schiffe und Gebiete angreifen.

Die Huthis rücken im Jemen vor und bedrohen wichtige Öl- und Handelsrouten. Mehr als 130.000 Menschen wurden allein seit Anfang September vertrieben.

25.09.2026 | 2:30 min

Rückendeckung bekam Al-Zoubas Regierung vom UN-Sicherheitsrat. Die Mitglieder des Sicherheitsrats verurteilten "aufs Schärfste die anhaltenden Angriffe (...), besonders jene, bei denen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verletzt wurden", hieß es am Freitag in einer Erklärung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen.

Karte der arabischen Halbinsel mit Auszeichnung der Meerenge Bab al-Mandab, der Straße von Hormus und der saudischen Hafenstadt Yanbu.

In der Erklärung kritisierten die 15 Ratsmitglieder auch die Angriffe der Huthis auf Saudi-Arabien sowie auf Handelsschiffe im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab.

UN-Flüchtlingskommissar: Lage im Jemen "höchst besorgniserregend"

Der Sicherheitsrat rief zu "konkreter Zusammenarbeit" mit der international anerkannten Regierung im Jemen auf, um zu verhindern, dass die Huthi "Waffen und anderes Material, technische Unterstützung, Ausbildung sowie Finanzmittel" erhielten. Saudi-Arabien habe ein "Recht auf Selbstverteidigung".

Ein Houthi-Anhänger hält eine Waffe in die Höhe, während andere bei einem Protest gegen Saudi-Arabien in Sanaa, Jemen, am 18. September 2026 Flaggen der vom Iran angeführten „Achse des Widerstands“ schwenken.

Saudi-Arabien wurde erneut von der jemenitischen Huthi-Miliz aus der Luft angegriffen. Nahe des internationalen Flughafens in der Hauptstadt Riad gab es mindestens eine Explosion.

19.09.2026 | 0:18 min

UN-Flüchtlingskommissar Barham Salih nannte die jüngste Eskalation im Jemen-Konflikt "höchst besorgniserregend". Die Zivilbevölkerung trage weiterhin die Hauptlast. "Zehntausende Menschen sind vertrieben worden. Tausende fliehen vor dem Konflikt und suchen Zuflucht in Dschibuti und anderen Regionen", sagte Salih.

Außenministerin Al-Zouba: Wollen, dass Iran Unterstützung einstellt

Im Jemen kämpft die schiitische Huthi-Miliz seit Jahren gegen die Regierung. Nach einer von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit Juli haben die gegenseitigen Attacken aber wieder stark zugenommen.

Jemens Militär sei dabei, die Huthi zurückzudrängen, sagte Al-Zouba im heute journal. Man werde die Kontrolle über die Meerenge zurückerlangen und auch verhindern, dass sie das Hochland des Jemen kontrollieren.

Kämpfer der Huthi-Miliz strecken ihre Arme in die Luft.

Die Preise für Sprit, Gas und Öl steigen weltweit und die Kämpfe auf der Arabischen Halbinsel verschärfen die Lage. Der UN-Sicherheitsrat berät am Abend über die Folgen.

15.09.2026 | 0:21 min

"Wir greifen die Huthi nicht an, wir verteidigen unser Volk, wir sind die legitime Regierung und sind dazu auch berechtigt", sagt Al-Zouba. Doch das seien keine internen Kämpfe, die nur den Jemen betreffen - "es geht darum, dass Iran das Ganze befeuert, und wir wollen, dass die internationale Gemeinschaft sich dafür einsetzt, dass Iran dieses einstellt." Iran sei auf ähnliche Weise bereits im Libanon, im Irak und in Syrien vorgegangen.

Das iranische Regime ist verantwortlich für das, was im Jemen passiert, und die Huthi sind eine kriminelle Gruppierung, die die jemenitische Bevölkerung, die das jemenitische Leid hier vor das iranische Programm spannt.

Afrah Al-Zouba

Der Vorsitzende des Präsidialrates des Jemen rief derweil zur Mobilmachung gegen die Huthi-Miliz auf. "Ich rufe die Söhne unseres großen Volkes dazu auf, sich an der allgemeinen Mobilmachung" zu beteiligen, sagte Raschid al-Alimi in einer Rede. Huthi-Mitglieder, die auf die Seite der Regierung überliefen, würden im Rahmen einer Amnestie begnadigt, fügte er hinzu.

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Quelle: Mit Material von AFP und AP
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 24.09.2026 ab 22:00 Uhr.
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