Gaza: Israel gesteht "Fehler" bei Beschuss auf Rettungswagen

Nach Gaza-Angriff im März:Getötete Retter: Israel räumt "Fehler" ein

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Nach einem tödlichen Angriff auf Rettungskräfte im Gazastreifen im März wurden Vorwürfe gegen die israelische Armee laut. Nach einer Untersuchung hat diese nun "Fehler" eingeräumt.

Konvoi von Rettungswagen kurz vor dem israelischen Angriff

Der Tod von 15 palästinensischen Sanitätern und Zivilschutzmitarbeitern im Gazastreifen sorgte weltweit für Empörung - die israelische Armee räumte nun Fehler ein.

Quelle: afp

Die israelische Armee hat nach den tödlichen Schüssen auf Rettungskräfte im Gazastreifen "Fehler" eingeräumt und ihr Bedauern über den Tod von Zivilisten zum Ausdruck gebracht. Die Armee erklärte am Sonntag nach Abschluss einer Untersuchung zu dem Vorfall mit 15 Toten im März, unter anderem seien Befehle missachtet und der Vorfall nicht "vollständig" gemeldet worden.

"Wir sagen, dass es ein Fehler war", sagte Reserve-General Joav Har-Even, der die Untersuchung geleitet hatte. "Aber wir denken nicht, dass es ein Fehler war, der sich jeden Tag ereignet."

Ein stellvertretender Bataillonskommandeur sei "aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse in der Nacht" davon ausgegangen, dass die später angegriffenen Krankenwagen militanten Hamas-Kämpfern gehörten, hieß es in einem am Sonntag veröffentlichten Untersuchungsbericht. Der Mann werde entlassen.

Gleichwohl betonte die Armee, unter den Toten hätten sich sechs Mitglieder der radikalislamischen Hamas befunden. Außerdem hätten die israelischen Soldaten nicht "willkürlich" geschossen und auch keine "Hinrichtung" vorgenommen. Sie hätten vielmehr auf "echte Bedrohungen" reagiert.

Schwere Vorwürfe gegen Israel

Der Vorfall hatte international für Entsetzen gesorgt. Der Palästinensische Rote Halbmond hatte Israel vorgeworfen, beim Beschuss mehrerer Rettungsfahrzeuge im Gazastreifen am 23. März mindestens 15 Menschen getötet zu haben - acht seiner medizinischen Mitarbeiter, sechs Mitglieder des Zivilschutzes und einen UN-Mitarbeiter.

Israel hatte den Zwischenfall ursprünglich so dargestellt, dass die Rettungsfahrzeuge nicht markiert gewesen und ohne Blaulicht gefahren seien. Zwei Wochen später vermochte der Palästinensische Rote Halbmond (PRCS) die Handy-Kamera von einem der getöteten Sanitäter sicherzustellen. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, dass die Wagen als Rettungsfahrzeuge markiert waren und mit Blaulicht fuhren. Israel kündigte daraufhin eine Untersuchung des Vorfalls an. 

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Quelle: AFP, AP, dpa

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