Parteichefs reagieren auf Trump-Pläne:Grönländer "wollen keine Amerikaner sein"
Während US-Präsident Trump erneut mit der gewaltsamen Einnahme Grönlands droht, lehnen die dortigen Parteien seinen Gebietsanspruch ab. "Wir wollen Grönländer sein."
Grönländer wollten weder Amerikaner noch Dänen sein, sagen Grönlands Parteichefs. Unternehmer bekommen auf der Insel zu spüren, wie Trumps Drohungen ihre Geschäfte trüben.
10.01.2026 | 2:14 min"Wir wollen keine Amerikaner sein": Mit dieser Aussage haben die politischen Parteien in Grönland auf die erneute Drohung von US-Präsident Donald Trump reagiert, Gewalt zur Übernahme des rohstoffreichen Gebiets einzusetzen.
Wir wollen keine Amerikaner sein, wir wollen keine Dänen sein, wir wollen Grönländer sein.
Erklärung der Parteichefs der im Regionalparlament vertretenen Parteien
Grönland liegt im arktischen Meer vor der Küste Kanadas. Nur etwa 56.500 Menschen leben dort. Ein kurzer Überblick.
07.01.2026 | 0:55 minEntscheidung über Grönlands Zukunft durch Grönländer
"Die Zukunft Grönlands muss von den Grönländern bestimmt werden", hieß es in der Erklärung weiter. "Kein anderes Land darf sich einmischen. Wir müssen selbst über die Zukunft unseres Landes entscheiden, ohne Druck zugunsten einer voreiligen Entscheidung, ohne Aufschub und ohne Einmischung anderer Länder", forderten die Parteichefs.
Trump hatte am Freitag erneut mit dem Einsatz von Gewalt zur Übernahme Grönlands von Dänemark gedroht. "Wir werden wegen Grönland etwas unternehmen, ob es ihnen passt oder nicht", sagte Trump. "Ich würde gern eine Einigung erzielen, wissen Sie, auf die einfache Art. Aber wenn wir es nicht auf die einfache Art machen (können), werden wir es auf die harte Art machen", fügte er hinzu.
ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit berichtet aus Grönland darüber, wie die Insel und Dänemark mit US-Präsident Trumps anhaltenden Drohungen umgehen, Grönland zu annektieren.
10.01.2026 | 2:07 minBegründung Trumps weiterhin nationale Sicherheit
Als Begründung für die Begehrlichkeiten hatte Trump die nationale Sicherheit der USA angegeben und behauptet, rund um Grönland seien zahllose russische und chinesische Schiffe unterwegs. "Wir werden nicht zulassen, dass Russland oder China Grönland besetzen", bekräftigte der US-Präsident.
"Das werden sie tun, wenn wir es nicht tun. Also werden wir etwas mit Grönland unternehmen, entweder auf die angenehme Art oder auf die schwierigere Art."
Russland und China hatten ihre militärischen Aktivitäten in der Region in den vergangenen Jahren verstärkt, aber keines der beiden Länder hat Anspruch auf die riesige Insel erhoben.
Ex-US-General Ben Hodges sieht Trumps Grönland-Pläne als Machtdemonstration. Es gehe um Reichtümer unter dem Eis. Die Nato müsse reagieren und Europa mehr Selbstvertrauen zeigen.
09.01.2026 | 40:27 minNato-Staaten werben für Arktis-Einsatz
Mehrere Nato-Staaten werben angesichts der jüngsten Äußerungen der US-Regierung zu Grönland für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis. Nach Angaben von Diplomaten sieht ein Vorschlag vor, einen Überwachungseinsatz mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: Wächter der Arktis) zu starten. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.
Über den Vorschlag wurde den Angaben zufolge unter anderem bei einer Sitzung der ständigen Vertreter der Bündnisstaaten in Brüssel gesprochen. Darüber hatte zunächst unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Der britische Premier Keir Starmer ließ am Freitag mitteilen, er habe sich in einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron für eine verstärkte Nato-Präsenz im hohen Norden ausgesprochen. Das Bündnis müsse dort stärker auftreten, um Gegner wie Russland abzuschrecken, sagte Starmer laut einer Sprecherin.
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