Stadtumbau und Druck von Trump:"Black Lives Matter"-Schriftzug wird entfernt
Washington entfernt den berühmten "Black Lives Matter"-Schriftzug. Offiziell für das 250. Jubiläum der USA – doch politischer Druck spielte wohl auch eine entscheidende Rolle.
Knapp fünf Jahre erinnerte eine riesige Installation nahe dem Weißen Haus an den gewaltsamen Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz. Nun haben die Abrissarbeiten begonnen.
11.03.2025 | 0:37 minKnapp fünf Jahre erinnerte ein riesiger Schriftzug in der Nähe des Weißen Hauses an den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz - nun haben die Abrissarbeiten begonnen. Unter den Augen von Kameracrews und Fotografen fingen Bauarbeiter und Bagger an, den Schriftzug "Black Lives Matter" (Schwarze Leben zählen) zu entfernen.
So sah der Schriftzug aus.
Quelle: EPABürgermeisterin Bowser beugt sich Republikanern
Die Demokratische Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, hatte sich dem Druck von Republikanern gebeugt. Ein Kongressabgeordneter hatte zuletzt einen Gesetzesentwurf eingebracht, in dem gedroht wurde, der US-Hauptstadt Gelder zu streichen, sollten die Buchstaben nicht entfernt und der Platz umbenannt werden.
Washington will den Schriftzug durch Kunst ersetzen.
Quelle: epaBürgermeisterin Muriel Bowser erklärte vor wenigen Tagen, Washington habe im Augenblick größere Sorgen als solche Kämpfe. Entscheidend sei das wirtschaftliche Überleben der Hauptstadt. Washington ist unter anderem durch den massiven Personalabbau in Ministerien und Behörden durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump betroffen.
X-Post von Muriel Bowser
Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Washington gestaltet Platz neu
Im Rahmen des America-250-Projekts, mit dem 250-jährige Bestehen der USA gefeiert wird, gebe es ohnehin Pläne für neue Wandbilder, so Bowser. Im Sender NPR sagte sie, der Platz werde sich neu entwickeln. Bowser wurde von Trump auch aufgefordert, mehrere Obdachlosen-Camps in der Stadt zu entfernen. Auch damit wurde begonnen.
Die Bürgermeisterin versucht, Trump nicht gegen sich aufzubringen. Denn für Washington gelten spezielle Regelungen. Die US-Hauptstadt hat einen Sonderstatus - lange Zeit wurde die Stadt direkt vom Kongress verwaltet. Seit 1973 gibt es eine begrenzte Selbstverwaltung. Der Kongress behält aber die oberste Kontrolle: Alle Gesetze, die der Stadtrat verabschiedet, können vom Kongress überprüft und aufgehoben werden.
Mehr Nachrichten aus den USA
- Faktencheck
Rede vor dem US-Kongress:Trumps Behauptungen im Faktencheck
von Nils Metzger, Kevin Schubert - Analyse
"Amerika ist zurück":Trump-Rede vor US-Kongress: Fünf Beobachtungen
Katharina Schuster, Washington D.C. - mit Video
Rede vor US-Kongress:Trump: Selenskyj ist zu Verhandlungen bereit
- mit Video
Nach Trump-Ankündigung:Was US-Zölle für Deutschland bedeuten würden
von Katharina Weisgerber