Berlin: Waldsiedlung Zehlendorf wird Unesco-Welterbe

Berliner "Papageiensiedlung":Waldsiedlung Zehlendorf jetzt Teil des Unesco-Welterbes

|

Bunte Häuser, viel Grün und Bauhaus-Stil: Die Waldsiedlung Zehlendorf ist nun Teil des Unesco-Welterbes. Wegen ihrer farbenfrohen Fassaden ist sie als "Papageiensiedlung" bekannt.

Die Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin.

Die Waldsiedlung Zehlendorf ist zum Unesco-Welterbe gekürt worden. Die bunten Häuser in Berlins Südwesten, die mitten im Kiefernwald stehen, entstanden zwischen 1926 und 1932 im Bauhausstil.

26.07.2026 | 0:22 min

Ein weiteres Kapitel deutscher Architekturgeschichte hat weltweite Anerkennung erhalten: Die Waldsiedlung Zehlendorf im Berliner Südwesten ist in die begehrte Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Dies beschloss das Unesco-Komitee während seiner Sitzung im südkoreanischen Busan.

Es handelt sich dabei um keinen neuen Eintrag in die Welterbeliste, sondern eine Erweiterung des bereits 2008 anerkannten Welterbestätte "Siedlungen der Berliner Moderne". Zu dieser zählen nun insgesamt sieben Siedlungen, darunter die bekannte Hufeisensiedlung im Bezirk Neukölln und die Weiße Siedlung in Reinickendorf. Über die Entscheidung sagte Unesco-Botschafterin Kerstin Pürschel:

Mit ihrer einzigartigen Verbindung von Architektur, Waldlandschaft und urbaner Infrastruktur erweitert die Waldsiedlung Zehlendorf das bestehende Welterbe um eine ganz eigene Facette.

Kerstin Pürschel, Unesco-Botschafterin

Waldsiedlung Zehlendorf

Gelbe, blaue, grüne und bordeauxrote Fassaden prägen die Waldsiedlung Zehlendorf. Das als "Papageiensiedlung" bekannte Viertel gehört jetzt zum Unesco-Welterbe.

Quelle: dpa

Gebäude im Bauhausstil erbaut

Laut Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, zeigen die Siedlungen der Berliner Moderne bis heute, worauf es bei gutem, bezahlbarem und gesundem Wohnen ankommt.

Die Erweiterung um die Waldsiedlung Zehlendorf macht deutlich, wie visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren - und wie aktuell sie noch immer sind.

Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission

Erbaut wurde die Waldsiedlung Zehlendorf von 1926 bis 1932 unter der federführenden Planung von Architekt Bruno Taut gemeinsam mit Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg. Die Gebäude im Bauhausstil lösten während ihrer Entstehung heftige Widerstände innerhalb politisch konservativer Kreise aus.

Das Fest zum 100. Bauhaus-Jubiläum in Dessau erreicht mit der Eröffnung der zwei zentralen Ausstellungen seinen Höhepunkt.

Die künstlerisch revolutionäre Bauhaus-Schule geht in ihr großes Jubiläumsjahr: heute feiert sie ihren 100. Geburtstag.

29.03.2026 | 1:37 min

Leitmotiv "Licht, Luft und Sonne"

Heute gilt das Konzept allerdings als wegweisend: Unter dem Leitmotiv "Licht, Luft und Sonne" stellt die Waldsiedlung die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen während einer Zeit in den Mittelpunkt, als dies noch kaum üblich war.

Bruno Tauts Vision verband moderne, offene Architektur mit einem von Grünflächen und Bäumen geprägten Umfeld. Gleichzeitig sollte bezahlbarer Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten geschaffen werden. Mit ihrer Fläche ist die Waldsiedlung die größte der Berliner Moderne-Siedlungen.

Spitzname "Papageiensiedlung"

Charakteristisch sind außerdem die farbenfrohen Fassaden: Gelbe, blaue, grüne und bordeauxrote Wände, dreifarbige Fensterrahmen sowie bunt gestaltete Eingangstüren brachten der Waldsiedlung im Volksmund den Spitznamen "Papageiensiedlung" ein.

Von den rund 4.000 Menschen, die heute in der Waldsiedlung leben, freuen sich allerdings nicht alle über die Entscheidung des Unesco-Komitees. Einige Anwohner befürchten, dass der neue Welterbe-Status die Mieten weiter steigen lassen und die ohnehin strengen Denkmalschutzauflagen zusätzlich verschärfen könnte.

Bauhaus Gebäude in Dessau

Zum 100. Jubiläum des Umzugs nach Dessau feiert die Stiftung Bauhaus Dessau ein großes Festival. Historische Materialtänze und neue Klangkunst treffen auf Umzüge, Konzerte und Aktionen für Jung und Alt.

08.09.2025 | 1:48 min

Das Unesco-Welterbekomitee tagt noch bis zum 29. Juli im südkoreanischen Busan. Insgesamt entscheidet das Gremium über rund 30 Nominierungen für die Welterbeliste.

Darüber hinaus befasst es sich mit der Erhaltung bestehender Kultur- und Naturstätten, die durch Kriege, Naturkatastrophen und zunehmend auch durch die Folgen des Klimawandels bedroht sind. Weltweit gelten derzeit rund 60 Welterbestätten als gefährdet. In Deutschland gibt es insgesamt 55 Welterbestätten.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute-Xpress am 26.07.2026 ab 14 Uhr.
Thema

Aktuelle Nachrichten

  1. Ein Mehrfamilienhaus in der Waldsiedlung Zehlendorf

    Berliner "Papageiensiedlung":Waldsiedlung Zehlendorf jetzt Teil des Unesco-Welterbes

    mit Video0:22

  2. Ein Polizeibeamter geht an den Wohnblöcken vorbei, in denen  in der Nacht eine Wohnung durchsucht wurde.
    Liveblog

  3. Tour de France: Schlussspurt auf der letzten Etappe in Paris

    Bilanz zur Tour de France:Van der Poel gewinnt Sprint-Krimi, Pogacar Gesamtsieger

    von Benno Krieger
    mit Video1:30

  4. Steffen Bilger (CDU) bei einem Pressestatement nach der CDU/CSU-Fraktionsvorstandssitzung.

    Nachfolger von Patrick Schnieder:Steffen Bilger soll neuer Bundesverkehrsminister werden

    mit Video1:30