Verletzte und beschädigte Häuser:Tornado wütet über Südfrankreich
Menschen werden verletzt, Häuser beschädigt: Ein Tornado hat in Südfrankreich eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Unwetter hatten ganz Südfrankreich heimgesucht.
Die Stromversorgung war unterbrochen, Straßen mussten gesperrt werden.
25.08.2026 | 1:00 minIn Südfrankreich sind infolge eines Tornados mindestens 15 Menschen verletzt worden. Wie die örtlichen Behörden weiter mitteilten, wurden zudem mehr als 300 Wohnhäuser beschädigt.
Tornado folgt Gewittern nach Hitzewelle
Der Wirbelsturm war demnach am Montagabend über das Département Aude unweit der Grenze zu Spanien hinweggefegt. Von der Nachrichtenagentur Reuters verifizierte Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten, wie der Wirbelsturm über dem Dorf Verzeille wütete. Die Ortschaft liegt in der Nähe der bei Touristen beliebten Stadt Carcassonne.
Durch die starken Winde seien an vielen Gebäuden die Fenster zu Bruch gegangen, erklärten die Behörden. Der Tornado bildete sich, nachdem die heftige Hitzewelle in dieser Woche in vielen Teilen Südfrankreichs von Gewittern abgelöst worden war.
Beschädigte Häuser und umgestürzte Bäume - Pomas hat es schwer getroffen.
Quelle: AFPTornados sind wirbelnde Luftsäulen mit Bodenkontakt, die relativ senkrecht zu einer Wolke in die Höhe ragen. Sie entstehen nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts bei extrem hohen Temperaturunterschieden in der Luft, die wiederum sehr kräftige Druckunterschiede erzeugen. Unter der Wolke steigt Warmluft nach oben, in diesem Gefüge entsteht dann eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und letztlich wie ein Rüssel aussieht.
Dieser Rüssel kann einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer und Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde erreichen. In seiner Schneise kann er schwere Verwüstungen anrichten. Laut DWD treten in Mitteleuropa deutlich weniger Tornados auf als in den USA.
Nicht immer muss es sich bei einem tornadoähnlichen Naturphänomen tatsächlich um einen Tornado handeln. Zuletzt hatte etwa ein mächtiger Luftwirbel über dem Landkreis Vechta in Niedersachsen an einen Tornado erinnert - nach DWD-Angaben handelte es sich in Wirklichkeit aber um einen sogenannten Staubteufel. Der entscheidende Unterschied dabei: Ein Tornado steht mit einer hochreichenden Schauer- oder Gewitterwolke in Verbindung - bei einem Staubteufel fehlt eine solche Verbindung.
Bevor ein Verdachtsfall für einen Tornado bestätigt wird, prüfen Experten eine Reihe von Kriterien. Zunächst wird nach DWD-Angaben mit Hilfe von Radarbildern unter anderem geschaut, ob es zu dem jeweiligen Zeitpunkt eine rotierende Gewitterzelle in dem betroffenen Gebiet gegeben hat. Im Anschluss werden Augenzeugenberichte und Aufnahmen zur Intensität und den entstandenen Schäden ausgewertet. In einigen Fällen geben auch Vor-Ort-Untersuchungen Aufschluss darüber, ob man es mit einem Tornado zu tun hat. All diese Informationen werden schließlich laut DWD zusammengetragen und diskutiert, ehe ein Fall am Ende mit Hilfe einer Punktematrix bestätigt, nicht bestätigt oder weiter als Verdachtsfall geführt wird.
Quelle: dpa
Kaputte Liegestühle, Absperrgitter und Isoliermaterial auf Feldern
Von den etwa 1.000 Einwohnern des nahegelegenen Dorfes Pomas suchten viele Schutz in Notunterkünften oder in benachbarten Gemeinden. Etwa 75 Feuerwehrleute waren am Montagmorgen in Pomas im Einsatz, um einsturzgefährdete Häuser zu sichern. Die Polizei sperrte die Zugangsstraßen zu dem Dorf.
Eine schwangere Frau wurde verletzt, als ihr Haus über ihr zusammenbrach, wie ihr Ehemann der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Sie habe überlebt, weil sie durch ein Sofa geschützt worden sei. In der Umgebung von Pomas fanden sich zahlreiche Spuren des Tornados, der das Dorf gegen 17:20 Uhr heimgesucht hatte: Kaputte Liegestühle, Absperrgitter und Isoliermaterial lagen auf den Feldern verteilt.
Wie entsteht eigentlich ein Tornado? Philip Häusser hat ein paar Versuche parat, die das Wetterphänomen bestens erklären.
26.07.2017 | 6:11 minLanguedoc-Roussillon: Tausende Haushalte ohne Strom
In der südwestfranzösischen Region Languedoc-Roussillon waren am Montag noch 7.200 Haushalte ohne Strom. Wegen eines Hagelsturms wurde am Montag die dritte Etappe des Radrennens Vuelta a España abgebrochen, die durch das südostfranzösische Département Aude führte. Unwetter in ganz Südfrankreich führten zu Zugverspätungen, Straßensperrungen und Flugausfällen an mehreren Flughäfen.
In Frankreich treten im Schnitt mehrere Dutzend Tornados pro Jahr auf. Inwiefern der Klimawandel Häufigkeit und Intensität von Tornados beeinflusst, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.
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