Buckelwal-Rettung in Ostsee verzögert sich

Buckelwal "Timmy" in Ostsee:Wal-Rettung zieht sich in die Länge

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Die Rettung des Buckelwals vor der Insel Poel verzögert sich. Eine private Initiative arbeitet seit Tagen daran, das Tier ins offene Meer zu ziehen. Am Samstag noch ohne Erfolg.

Der Buckelwal vor der Insel Poel schlägt mit seiner Schwanzflosse. Aufgenommen am 17.04.2026 in Kirchdorf auf der Insel Poel.

Retter versuchen weiterhin, dem gestrandeten Buckelwal zu helfen. Wann der geplante Transport in die Nordsee erfolgen kann, hängt vom Zustand des Tieres ab.

18.04.2026 | 0:22 min

Die private Rettungsaktion für den an der Ostseeküste festliegenden Wal hat sich am Samstag weiter verzögert. Der Meeressäuger sei "freigespült" worden, sagte die Tierärztin Janine Bahr van Gemmert bei einer Pressekonferenz auf der Insel Föhr. "Heute wird er nicht mehr transportiert, das können wir sagen." Die Initiatoren warfen den Behörden vor, die Rettungsaktion mit immer neuen Auflagen zu behindern.

Von einem Schwimmbagger aus wurde laut Bahr van Gemmert mit Hilfe einer Pumpe der Sand unter dem Meeressäuger weggespült, um das Tier anschließend anheben und abschleppen zu können. Über den konkreten Zeitplan der Aktion wollte die Medizinerin zunächst nichts sagen. Hintergrund sei, dass das Team von außen nicht unter Druck stehen wolle.

Tierärztin über Wal-Rettung: "Reelle Chance (...), dass er das gut schafft"

Eigentlich hätte der Abtransport des Wals in Richtung Nordsee bereits am Freitag beginnen sollen. Bahr van Gemmert gestand aber auch ein:

Wir wären gerne noch schneller.

Janine Bahr van Gemmert, Tierärztin

Die Tierärztin und die anderen Experten im Team seien davon überzeugt, dass die Rettungsaktion die beste Lösung ist für den Wal. Es bestehe "eine reelle Chance (...), dass er das gut schafft".

Das Grafikvideo erklärt grafisch, wie der Wal Timmy in der Ostsee gerettet werden soll.

Eine private Initiative will den gestrandeten Buckelwal bergen und in die Nordsee bringen - der Rettungsversuch als 3D-Animation.

16.04.2026 | 0:26 min

Walter-Mommert: Genehmigungen erschweren Prozess

Auflagen der Behörden würden nach Angaben der Rettungsgruppe den Transport des Tieres erschweren. Walter-Mommert sagte der dpa: "Glauben Sie mir, wir müssen unserem Team im Moment den Rücken freihalten, damit die in Ruhe arbeiten können."

Sie verwies auf nach ihrer Aussage aufwendige Abstimmungen mit den zuständigen Behörden. Das sorge intern für viel Arbeit. So müsse etwa das Aufbringen von Tüchern mit Zinksalbe gegen die Hautprobleme des Wals jeden Tag neu beantragt und genehmigt werden.

Helfer führen Probespülungen durch

Am Samstag befanden sich wieder Helfer in der Nähe des Wals. Eine schwimmende Arbeitsplattform näherte sich zwar dem Wal ein Stück, blieb aber noch auf Abstand. Der Greifarm des Baggers bewegte sich. Am Nachmittag wurde eine Art großer Schlauch ins Wasser gelassen, Lärm war zu hören und Wasser wurde aufgewirbelt. Offenbar handelte es sich um probeweise Spülungen.

Nach früheren Angaben soll der Wal freigespült werden, um ihn dann mit Luftkissen anzuheben. Der beauftragte Tauchunternehmer Fred Babbel hatte bereits am Freitag angekündigt, dass Pumpen zu Wasser gelassen werden, um mit Spülungen zu beginnen. Dies sollte zunächst in etwas weiterer Entfernung erfolgen. Damit sollte laut Babbel die Reaktion des Tieres getestet werden. "Wenn das alles gut läuft, werden wir uns dann dichter nähern."

Helfer kümmern sich weiterhin um den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee

Viele Menschen bauen eine emotionale Bindung zu dem seit Tagen festliegenden Wal auf, andere protestieren gegen den Klimawandel. Der Wal ist zu einer Projektionsfläche geworden.

17.04.2026 | 2:38 min

Till Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, hatte am Freitag klargestellt, dass das Land keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt habe, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gebe. Die Aktion werde aber geduldet.

Transport des Wals in Richtung Nordsee war bereits für Freitag geplant

Der Wal lag am Samstagvormittag weiter im hüfthohen Wasser vor Poel, immer wieder stieg sein Blas in die Luft. Die Initiative will den Meeressäuger mit einem System aus Luftkissen und Schwimmpontons anheben und bis in die Nordsee oder den Atlantik schleppen.

Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.

Der Buckelwal vor der Insel Poel schlägt mit seiner Schwanzflosse. Aufgenommen am 17.04.2026 in Kirchdorf auf der Insel Poel.

Retter versuchen weiterhin, dem gestrandeten Buckelwal zu helfen. Wann der geplante Transport in die Nordsee erfolgen kann, hängt vom Zustand des Tieres ab.

18.04.2026 | 0:22 min

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung wollten die Helfer erneut das Maul des Tieres kontrollieren und prüfen, ob dort noch Reste eines Netzes zu finden sind. Einem dpa-Fotografen zufolge waren die Helfer am Nachmittag am Maul des Tieres beschäftigt. Die Untersuchung habe jedoch abgebrochen werden müssen. Es solle aber ein neuer Versuch unternommen werden. Der Buckelwal hat Reste eines Fischernetzes im Maul, die bislang nur teilweise entfernt werden konnten.

Im Gegensatz zu Freitag, als der Buckelwal nach der Annäherung eines Tauchers plötzlich mit starken Bewegungen reagiert hatte, blieb das Tier am Samstag weitgehend regungslos. Gelegentlich buckelte der Wal leicht. Zudem stieß er in regelmäßigen Abständen Wasserfontänen aus.

Experten: Rettung des Wals kaum möglich

Der Wal irrt seit Anfang März vor der Ostseeküste umher. Er strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt setzte er sich vor rund zweieinhalb Wochen bei Poel auf Grund. Das Landesumweltministerium und von diesem hinzugezogene Fachleute kamen zu dem Schluss, dass das Tier in einem sehr schlechten Zustand und wohl schwer krank oder sogar sterbend sei. Mehrfachstrandungen gelten demnach in Fachkreisen als ein Zeichen für massive Schwierigkeiten.

Offiziell wurden alle Rettungs- und Hilfsversuche für den Wal daher vor etwas mehr als zwei Wochen als sinnlos und potenziell tierquälend beendet. Ein Gutachten bestätigte dies später nochmals. Als womöglich letzte Chance billigte Backhaus am Mittwoch aber das von der Rettungsinitiative vorgelegte Konzept.

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16.04.2026 | 11:42 min

Quelle: AFP, dpa
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