Nach möglichen Vergiftungs-Symptomen:Quecksilberverdacht: DHL-Paketzentrum in Leizen evakuiert
In Leizen in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein DHL-Paketzentrum evakuiert. Eine Mitarbeiterin hatte über Symptome geklagt, die auf Kontakt mit Quecksilber hindeuten könnten.
Das Paketzentrum in Leizen musste evakuiert werden, Proben wurden entnommen. (Archivfoto)
Quelle: dpaNach möglichen Vergiftungs-Symptomen bei einer Paketzustellerin in einem DHL-Paketzustellzentrum im mecklenburgischen Leizen ermittelt die Polizei weiter zu den Hintergründen des Vorfalls. Spezialisten der Feuerwehr klären, um welchen Gefahrstoff es sich handeln könnte. Die Symptome könnten auf Quecksilber deuten, sagte ein Polizeisprecher am Abend.
Seit dem Dienstagnachmittag waren Polizei und Feuerwehr an dem DHL-Standort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Einsatz. "Die Ermittlungen zur Ursache und den weiteren Umständen des Vorfalls dauern an", schrieb die Polizei.
Spezialkräfte der Feuerwehr nahmen Proben eines möglicherweise gefährlichen Stoffs, wie die Polizei in Rostock am Mittwoch mitteilte. Die Proben seien zur Untersuchung in ein Labor nach Hamburg gebracht worden, das mit der Analyse begonnen habe. Bis zu einem belastbaren Ergebnis können zwei Tage vergehen, wie die Polizei ausführte.
DHL: Post- und Paketversand nicht beeinträchtigt
Zuvor hatte sich die Zustellerin am Dienstag bei der Polizei gemeldet und über körperliche Beschwerden geklagt, wie die Rostocker Polizei mitteilte. Über 20 Mitarbeiter seien deshalb am Dienstagnachmittag vorsichtshalber evakuiert worden.
DHL betonte, die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeiter hätten höchste Priorität. "Erfreulicherweise sind alle Mitarbeitenden wohlauf. Der reguläre Post- sowie Paketversand in der Region sind nicht beeinträchtigt. Wir unterstützen die laufenden Untersuchungen der zuständigen Behörden", so ein Unternehmenssprecher. An Spekulationen werde man sich aber nicht beteiligen.
Oliver Ziemer ist 29 Jahre alt und arbeitet seit zehn Jahren als Paketzusteller bei DHL. Cherno Jobatey begleitet ihn einen Tag bei seiner Arbeit – 192 Pakete müssen zugestellt werden.
31.07.2026 | 5:55 minHochgiftiges Schwermetall Quecksilber bei Raumtemperatur flüssig
Welche Symptome die 50 Jahre alte Paketzustellerin hatte, konnte der Polizeisprecher zunächst nicht sagen. Nach ihren Angaben könnten die Beschwerden im Zusammenhang mit einer Flüssigkeit stehen, mit der sie am Freitag bei ihrer Tätigkeit als Zustellerin in Kontakt gekommen sein soll. Die Paketzustellerin wurde vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht, konnte dieses aber inzwischen wieder verlassen.
Das hochgiftige Schwermetall Quecksilber ist das einzige Metall, das bei Raumtemperatur flüssig ist. Es kann bei einer Belastung über längere Zeit zu schweren Gesundheitsschäden führen. Beispielsweise durch das Einatmen von Quecksilberdämpfen können Gehirn, Lunge, Nieren und das Immunsystem dauerhaft geschädigt werden.
In einer Grube in Brüchau in der Altmark lagern tausende Tonnen Quecksilber und andere Giftstoffe. Die Menschen vor Ort wehren sich gegen Pläne, die Altlasten nicht zu entfernen, sondern einzukapseln.
22.09.2025 | 1:59 minWohnung in Mecklenburg-Vorpommern nach weiterem Quecksilberfund geräumt
Am Wochenende war in Neustadt-Glewe - ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern - eine Wohnung nach einem Quecksilberfund geräumt worden. Eine der Bewohnerinnen habe online Blumen bestellt, in der Lieferung sei der gefährliche Stoff entdeckt worden, hatte die Polizei mitgeteilt.
Der Verdacht auf Quecksilber wurde nach Angaben der Polizei von Spezialkräften der Feuerwehr aus Hamburg bestätigt. Zwei Bewohnerinnen mussten ärztlich behandelt werden. Ob ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen besteht, werde derzeit geprüft, so die Polizei.
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