Knoten entfernt:Vatikan: Papst Leo XIV. erholt sich gut nach Krebsoperation
Papst Leo XIV. hat nach einer Operation wegen Lungenkrebs seine Arbeit im Krankenhaus wieder aufgenommen. Die operierte Lunge habe sich gut erholt, teilten seine Ärzte mit.
Papst Leo XIV. ist erfolgreich an der Lunge operiert worden. Der 71-Jährige hat sich in einer Klinik in Rom einem Eingriff zur Entfernung eines Knotens unterzogen.
14.10.2026 | 2:04 minDie Ärzte von Papst Leo XIV. haben sich zwei Tage nach seiner Krebsoperation optimistisch über die Genesung des 71-Jährigen geäußert. Ein Röntgenbild habe gezeigt, dass sich die operierte Lunge "gut erhole", teilten Luigi Carbone und Stefano Margaritora am Donnerstag in einer vom Vatikan veröffentlichten Erklärung mit. "Heute Morgen wurden Routine-Untersuchungen vorgenommen, die normale Ergebnisse zeigten", hieß es weiter. Die Genesung des Papstes schreite "wie erwartet" voran.
Der Heilige Stuhl hatte bereits zuvor erklärt, dass sich der Pontifex weiterhin gut von seiner Krebsoperation erhole. "Er hat eine gute Nacht im Krankenhaus verbracht, ist aufgestanden und hat gefrühstückt", hieß es in einer Mitteilung im Onlinedienst Telegram. Auch seine Arbeit habe er im Krankenhaus wieder aufgenommen.
Während am Mittwoch zunächst nur von Physiotherapie für die Atmung die Rede war, macht der 71-Jährige inzwischen Bewegungsübungen für den ganzen Körper. Insgesamt verlaufe die postoperative Phase planmäßig, so der Vatikan.
Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs - laut Vatikan in einem frühen Stadium. Nach allem, was man bisher wisse, spreche "sehr viel für eine sehr gute Prognose", sagte der Mediziner Christoph Specht.
14.10.2026 | 2:33 minVorerst alle Audienzen abgesagt
Um eine vollständige Entfernung eines Adenokarzinoms der Lunge sicherzustellen, war dem Oberhaupt der katholischen Kirche während des 90-minütigen Eingriffs der Unterlappen des rechten Lungenflügels entfernt worden. Nach Angaben aus Vatikankreisen laufen weitere Untersuchungen, die klären sollen, ob sich womöglich Metastasen in anderen Körperteilen gebildet haben. Der Krebs sei aber in einem frühen Stadium erkannt worden, hieß es.
Bis zum 20. Oktober hat Leo XIV. alle Audienzen abgesagt. Was aus seinen für November geplanten Reisen in mehrere Länder Südamerikas wird, ist derzeit unklar. "Ich glaube, er wird, soweit er es kann, gleich wieder loslegen wollen", sagte die US-Vatikanexpertin Elise Ann Allen, die eine Biographie über den Papst verfasst hat, der Nachrichtenagentur AFP. "Aber er ist auch sehr vorsichtig. Leo kennt seine Grenzen und hört auf sie."
Ein Lungenadenokarzinom ist ein primär in der Lunge entstandener Tumor - es handelt sich nicht um Metastasen eines anderen Tumors.
Lungenkrebs wird in zwei Hauptgruppen unterteilt: die sogenannten nicht-kleinzelligen Karzinome, die häufigste Art von Lungenkrebs, und die kleinzelligen Karzinome, die deutlich aggressiver sind und nach Angaben der Amerikanischen Krebsgesellschaft etwa zehn bis 15 Prozent der Lungenkrebserkrankungen ausmachen.
Das Lungenadenokarzinom gehört zur ersten Gruppe und ist die häufigste Form von Lungenkrebs.
Lungenkrebs ist laut WHO weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Die Prognose hängt bei Lungenkrebs stark von der genauen Krebsart und vom Stadium des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose ab.
Das Lungenadenokarzinom kann nach Angaben des Amerikanischen Lungenverbands ALA sehr gut behandelt werden, wenn es früh erkannt wird. Wenn die Behandlung in einem frühen Stadium beginnt und der Tumor bei einem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt wird, liege die sogenannte Fünf-Jahres-Überlebensrate bei 80 bis 98 Prozent.
Quelle: AFP
Heilungschancen laut Experten gut
Nach Einschätzung von Krebsspezialisten sind die Heilungsaussichten auch bei einem bösartigen Befund gut, da der Knoten frühzeitig entdeckt wurde.
Der Leiter der Thoraxchirurgie am Europäischen Institut für Onkologie (IEO) in Mailand, Lorenzo Spaggiari, sagte, in solchen Fällen gebe es gute Behandlungsmöglichkeiten. Spaggiari ist an der Behandlung des Papstes nicht beteiligt, kennt aber das Ärzteteam an der Gemelli-Klinik.
Genesungswünsche an Leo übermittelt
Als der Eingriff am Dienstagnachmittag begann, beteten Mitarbeiter des Krankenhauses in der Kapelle den Rosenkranz. Bischöfe in Rom sandten dem Kirchenoberhaupt Genesungswünsche.
Papst Leo XIV. hatte selbst bekanntgegeben, dass Ärzte kürzlich einen Knoten in seiner Lunge festgestellt haben. Dieser sei in einem frühen Stadium.
11.10.2026 | 0:32 minDie Deutsche Bischofskonferenz wünsche Leo Gottes Segen und eine rasche Genesung, erklärte der Konferenzvorsitzende, Bischof Heiner Wilmer, in sozialen Medien. Die Bischöfe beteten dafür, "dass er mit neuer Kraft schon bald wieder seinen Aufgaben nachkommen kann".
Papst gab Lungenknoten selbst bekannt
Der 71 Jahre alte Pontifex hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass bei ihm ein "Knoten in der Lunge" entdeckt worden sei. Dieser sei bei Kontrollen in einem "sehr frühen Stadium" gefunden worden und "gut lokalisiert". Dem Rat seiner Ärzte folgend habe er sich entschlossen, sich operieren zu lassen.
Mit seiner Bekanntgabe hat Leo eine für einen Papst ungewöhnliche Offenheit im Umgang mit seiner Gesundheit gezeigt. Es ist das erste größere gesundheitliche Problem, das öffentlich bekannt wurde. Der Vatikan hielt traditionell den Gesundheitszustand der Päpste streng unter Verschluss.
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