Komiker und Musiker:"The Klimperclown": Helge Schneider wird 70
Helge Schneider, Musiker, Komiker und Filmemacher, spricht über seine neue Doku, die Herausforderungen des Humors und warum er nichts von KI hält. Heute wird er 70 Jahre alt.
In diesem Jahr wird Helge Schneider 70 und gönnt sich zum runden Geburtstag eine filmische Autobiografie. "Klimperclown" feierte beim Filmfest in München Premiere.
04.07.2025 | 2:07 minZDFheute: Sie begegnen der Welt mit Humor. Wie wichtig ist Humor angesichts der globalen Krisen?
Helge Schneider: Die Welt war aber noch nie lustig. Wenn du das meinst, also was jetzt gerade so um uns rum passiert, ist es jetzt nur näher.
Mit Humor hat das alles nichts zu tun, was manche Menschen so anrichten, aber der Humor hat auch nichts damit zu tun. Also, ja, das ist eine andere Ebene, eine bessere Ebene.
Humor ist wie so ein Fahrrad, wo man immer wieder drauf geht, wo man immer gerne mit fährt.
Das eine hat mit dem anderen zwar was zu tun, aber das wird dadurch nicht zerstört. Humor ist ein wichtiger Bestandteil der Naturgewalten. Wind, Wetter, Regen, Sonne, Humor - Das sind ganz wichtige Sachen, das gehört alles mit zur Natur.
ZDFheute: Ihre neue Dokumentation 'The Klimperclown' ist sehr persönlich. Sie haben sie zusammen mit ihrem Co-Regisseur Sandro Giampietro gefertigt. Warum haben Sie sich entschieden, jetzt einen Film über sich selbst zu drehen?
Schneider: Der Auslöser war, dass ich nicht zufrieden war mit den Dokumentationen, die es bisher über mich gab. Ich habe mir immer gedacht, irgendwas fehlt da und das habe ich jetzt eingeholt damit. Jetzt, da mein 70. Geburtstag vor der Tür steht, gab es wieder Anfragen, da habe ich es lieber selbst gemacht.
... wurde am 30.08.1955 in Mülheim an der Ruhr geboren und wo er auch aufwuchs. Das Gymnasium verließ er 1969 vorzeitig und machte eine Ausbildung zum Raumausstatter, dann zum Bauzeichner, um schließlich ab 1972 zwei Semester am Konservatorium in Duisburg Musik zu studieren. Danach machte er eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer. Währenddessen spielte Schneider mit seiner Band "Helge Schneider Trio", 1975 folgte die erste Schallplattenaufnahme.
Schneider hat nach eigenen Angaben etwa 3.000 Auftritte absolviert, in denen er meist eine Mischung aus Komiker und Musiker auftrat. Dazu hat er mehrere Bücher und Tonträger herausgebracht, sein wohl bekanntester Titel ist "Katzeklo".
Quelle: helge-schneider.de
ZDFheute: Was fehlt Ihrer Meinung nach in den bisherigen Porträts?
Schneider: Wenn du dir jetzt vorstellst, du sitzt irgendwo in so einem Zimmer und dann ist so ein Filmteam da, dann bist du befangen. Dann ist man offiziell. Man weiß, das gucken ganz viele Leute.
Wenn du das aber selber machst oder mit jemandem, den man wirklich gut kennt, dann fällt das weg. Also dann geht man da auch tiefer eigentlich.
Ich habe auch alte Archivaufnahmen rausgesucht, die 60 oder 65 Jahre alt sind. Ich habe das damals ja auch immer gefilmt. Da kommt einiges zusammen. Zudem habe ich alte Super-8-Aufnahmen gefunden, wo mein Vater drauf ist - und meine Tante, meine Mutter oder meine Schwester. Dann denkt man: Ach, das könnte man doch auch mal den Leuten zeigen.
Auch Schauspielerin Elena Uhlig feierte im Juli ihren 50. Geburtstag.
31.07.2025 | 5:09 minZDFheute: Aber kennen die Menschen dieses Archivmaterial nicht schon?
Schneider: Nein! Wir haben alle Sachen ausgeschlossen, die man schon bei YouTube sehen kann und auch Filme, die ich gemacht habe. Also Sachen, die es schon gibt, haben wir vollkommen rausgelassen. Die sind gar nicht drin in dem Film. Das sind nur Sachen drin, die praktisch jungfräulich sind.
ZDFheute: Wie stehen Sie zu modernen Technologien wie Künstlicher Intelligenz? Nutzen Sie diese in Ihrer Arbeit?
Schneider: Also, ich hab mal so ein bisschen versucht und da hat mir jemand gesagt, was das an Kühlwasser kostet.
Die ganze Menschheit benutzt KI und dadurch wird unheimlich viel Wasser vergeudet. Im Grunde genommen wird die Erderwärmung dadurch auch schön angefeuert und ich mach’ das einfach nicht.
Ich möchte der KI auch eigentlich keinen Schubs geben, dass die sowas machen könnte, was ich mach’. Also, das soll die nicht. Ich finde KI einfach scheiße. Ich finde es scheiße, auch wenn ein paar Menschen davon Vorteile haben, aber die Nachteile überwiegen.
Im Interview mit dem People Magazine spricht Model Heidi Klum offen über das Älterwerden und ihren Umgang mit ihrem Körper, den sie auch mit 52 nicht verstecken will.
30.07.2025 | 0:58 minZDFheute: Herr Schneider, Sie werden 70 Jahre alt. Haben Sie einen Tipp fürs Alter?
Schneider: Man sollte vielleicht, wenn man nicht so viele Haare hat, einen Hut aufsetzen.
Das Interview führte Christiane Lange aus dem ZDF-Landesstudio München.
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