Sturzflut an Grenze zu China:Nepal: Hunderte Touristen vermisst - Dutzende Tote
Nach einer Sturzflut in Nepal werden den Behörden zufolge Hunderte Reisende vermisst. Darunter mehr als 290 Ausländer. Fast 100 Menschen sind gestorben.
Nach massiven Überschwemmungen in Nepal werden mehr als 380 Touristen vermisst. Darunter viele ausländische Staatsangehörige - auch Deutsche. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch unklar.
26.08.2026 | 0:32 minNach einer schweren Flutwelle im Himalaya-Staat Nepal werden mindestens 384 Reisende vermisst. Bislang seien 95 Leichen geborgen worden worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Unter den Vermissten in der Grenzregion zu Tibet seien 291 Ausländer, darunter 105 Inder, teilte die Tourismusbehörde mit. Aus Polizeikreisen hieß es, es werde befürchtet, die Zahl der Vermissten könnte in die Tausende gehen.
Auch Touristen aus Deutschland, den USA und Spanien würden vermisst. Die Organisation berief sich dabei auf vorläufige Zahlen von Reise- und Trekkingagenturen, die Touren durch die betroffene Region organisieren.
- Alle Entwicklungen nach der Sturzflut in Nepal in unserem Liveblog
Arzt und Bergsteiger Matthias Baumann war bereits 2015 nach einem großen Erdbeben in der gleichen Region. Bei ZDFheute live berichtet er von den Herausforderungen, vor Ort zu helfen.
26.08.2026 | 4:18 minDem Auswärtigen Amt in Berlin lagen allerdings zunächst keine Erkenntnisse über betroffene Deutsche vor. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kathmandu stünden mit den örtlichen Behörden "im engen Kontakt", verlautete es gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Ganze Dörfer wurden weggespült und Straßen, Brücken sowie Kraftwerke beschädigt, wie die Behörden weiter mitteilten. Es werde noch eine Zeit lang dauern, bis genauere Daten zu Vermissten und zum Ausmaß der Schäden vorlägen.
Schlammlawine in Nepal
Quelle: dpaKatastrophenwarnung ausgegeben
Nach Berichten der Zeitung "The Kathmandu Post" und anderer nepalesischer Medien richteten die Wasser- und Schlammmassen große Zerstörungen in Ortschaften und an Infrastruktur entlang des Flusses Bhotekoshi an, der im Hochland von Tibet entspringt und die nepalesische Provinz Bagmati durchfließt.
Nepals Regierungschef Balendra Shah kündigte den Einsatz der Armee und weiterer Sicherheitskräfte für die Rettungsmaßnahmen an. Die Behörden gaben für die flussabwärts gelegenen Gebiete in dem Himalaya-Staat eine Katastrophenwarnung heraus. Unklar war zunächst, was die Sturzflut ausgelöst hat.
Nicht ausgeschlossen wurde, dass ein sogenannter Gletscherseeausbruch dazu geführt haben könnte. Dabei entleert sich plötzlich ein Gletschersee in Form von Flutwellen.
Experte: "Massenbewegungen wahrscheinlich verantwortlich für Sturzflut"
Nepals Außenminister Shisir Khanal erklärte unterdessen vor dem Parlament, erste Berichte deuteten darauf hin, dass ein Beben eine Lawine ausgelöst haben könnte.
"Es gibt ein Ereignis, das seismologisch aufgezeichnet ist", erklärt Geomorphologe Niels Hovius vom GFZ Helmholtz-Zentrum dazu im Gespräch mit ZDFheute live. Das sei aber "nicht unbedingt ein Erdbeben". Es könne auch sein, dass "an der Oberfläche ein Massentransport stattgefunden hat, mit einer Größe, die vergleichbar ist mit einem Erdbeben Größe 4,4", erklärt Hovius: "Massenbewegungen, Eisbewegungen an der Oberfläche sind wahrscheinlich in unserer ersten Wahrnehmung verantwortlich für diese Sturzflut."
Eine Sturzflut in der Region sei nicht ungewöhnlich, so Geomorphologe Hovius. Vermutlich sei ein Gletscher zusammengebrochen und habe sehr schnell sehr viel Wasser ins Tal gebracht.
26.08.2026 | 9:01 minChina meldet Vermisste im Südwesten Tibets
Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete von Befürchtungen über zahlreiche Opfer und Vermisste am Grenzübergang im Kreis Gyirong im Südwesten der Region Tibet. Genauere Angaben lagen nicht vor.
Die Schlammlawine habe die Straßen zu dem Grenzübergang sowie die Stromzufuhr und Kommunikationsverbindungen abgeschnitten, berichtete Xinhua. Videoaufnahmen in sozialen Medien und Fotos zeigten, wie die braunen Schlammmassen das Flusstal überspülten.
Nach Sturzflut in Nepal
Quelle: AFPChinas Staats- und Parteichef Xi Jinping forderte, die Vermissten mit allen Mitteln zu suchen und Menschen in der Region in Sicherheit zu bringen, wie Xinhua meldete. Zudem mahnte er demnach, das Frühwarnsystem zu stärken. Xi gibt solche Anweisungen in der Regel nur bei besonders schweren Unglücken. Zudem schickte er mit Zhang Guoqing einen ranghohen Kader der Kommunistischen Partei in die betroffenen Region, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen.
Nach einer Sturzflut in der Gebirgsregion von Nepal werden nach Behördenangaben Hunderte Reisende vermisst. Ganze Dörfer seien durch die Flutwelle weggespült worden. ZDFheute live ordnet ein.
26.08.2026 | 23:39 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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