Feuerwehr: Gefahr in Los Angeles noch nicht gebannt

24 Tote bei Waldbränden:Feuerwehr: Gefahr in L.A. nicht gebannt

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In L.A. versuchen Feuerwehrleute weiterhin, die verheerenden Brände einzudämmen. Durch starken Wind könnte sich das Feuer "explosionsartig" ausbreiten, warnt die US-Wetterbehörde.

Bei den verheerenden Bränden im Raum Los Angeles ist weiterhin keine Entwarnung in Sicht. Die Feuerwehr warnt vor gefährlichen Wetterbedingungen, welche die Brände in der Westküstenmetropole wieder anfachen könnten. Die Leiterin der Feuerwehr von Los Angeles, Kristin Crowley, machte deutlich, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei.

Wir dürfen unsere Wachsamkeit nicht vernachlässigen.

Kristin Crowley, Leiterin der Feuerwehr von Los Angeles

Die US-Wetterbehörde warnte insbesondere ab Dienstag vor starkem Wind, der in Böen Geschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern erreichen könne. Durch den starken Wind könnten sich die bestehenden Brände "explosionsartig" ausbreiten, hieß es.

Pacific Palisades: Feuer bislang zu 14 Prozent eingedämmt

Das Feuer, das ganze Straßenzüge des Stadtteils Pacific Palisades verwüstet hatte, erfasste nach Behördenangaben bis Montagmorgen (Ortszeit) eine Fläche von knapp 96 Quadratkilometern und war zu 14 Prozent eingedämmt. Das "Eaton Fire" nahe Pasadena und Altadena nordöstlich von Los Angeles brannte demnach auf einer Fläche von rund 57 Quadratkilometern und war zu 33 Prozent unter Kontrolle.

Fortschritte gab es beim vergleichsweise kleinen "Hurst Fire" nahe der Stadt San Fernando. Dieses ist laut der Brandschutzbehörde Cal Fire inzwischen zu 95 Prozent eingedämmt. Es zerstörte bislang eine Fläche von etwa 3,2 Quadratkilometern.





Keine Löschflugzeuge bei starkem Wind

Die Löschbrigaden arbeiteten in Schichten von 24 und 36 Stunden am Stück. "Wir haben die Feuerwehrleute, wir haben das Wasser, wir brauchen mehr Zeit", sagte Brice Bennett von der kalifornischen Behörde Cal Fire dem Nachrichtensender CNN.

Wir brauchen von Mutter Natur eine Pause.

Brice Bennett, Behörde Cal Fire

Ein großes Problem sei, dass mit Winden über 30 Meilen pro Stunde (rund 50 Stundenkilometer), die Löschung aus der Luft nicht mehr funktioniere, sagte Bennett. Denn der Wind verwehe das Wasser, bevor es in einer Ladung am Boden ankommen könne.

Zahl der Todesopfer auf 24 gestiegen

Die jüngsten offiziellen Zahlen dokumentieren das Ausmaß der Katastrophe: Der neuen Liste der Abteilung für Gerichtsmedizin im Verwaltungsbezirk Los Angeles zufolge starben im gesamten Brandgebiet mindestens 24 Menschen. Demnach wurden acht Leichen in und um den Stadtteil Pacific Palisades aufgefunden, 16 im Gebiet des sogenannten "Eaton Fire" in und um die Vorstadt Pasadena.

Der jüngsten Zwischenbilanz der Brandschutzbehörde Cal Fire zufolge wurden bislang etwa 12.000 Gebäude vernichtet, darunter auch Anbauten, Wohnmobile und Schuppen. Allein durch das sogenannte Palisades Fire wurden 9.500 Hektar Fläche verwüstet, durch das Eaton Fire, das unter anderem im Vorort Altadena wütete, etwa 5.660 Hektar.

Die Trümmer in den verwüsteten Straßenzügen wegzuräumen, könnte nach Schätzung des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom sechs bis neun Monate dauern.

Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen

Zehntausende Menschen, die aufgrund von Evakuierungsaufforderungen ihre Wohnungen verlassen hatten, können nach Angaben der Feuerwehr nicht mit einer baldigen Rückkehr in die betroffenen Gebiete rechnen. Eine Rückkehr sei ausgeschlossen, bis die gefährlichen Wetterbedingungen mit starken Windböen anhielten. Damit sei bis mindestens Mittwoch zu rechnen.

Mehr als 180.000 Menschen mussten in den vergangenen Tagen ihre Häuser verlassen, unter ihnen zahlreiche Hollywood-Stars und andere Prominente. Am Sonntag galten noch Evakuierungsanordnungen für rund 100.000 Menschen.

Angst vor Plünderungen

Vielen Menschen in Los Angeles machte unterdessen die anhaltend hohe Gefahr von Plünderungen Angst. Um solche Raubzüge zu verhindern, wurden in mehreren Vierteln nächtliche Ausgangssperren verhängt.

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben mehrere mutmaßliche Plünderer fest. Darunter war demnach ein als Feuerwehrmann verkleideter Mann, der dabei gewesen sei, in ein Haus einzubrechen. Es gebe "Menschen, die alles tun würden, um die Opfer dieser Tragödie auszunutzen", sagte der Polizeibehörde von Los Angeles (LAPD), Jim Mcdonnell.

Quelle: AFP, dpa

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