Mordfall Fabian aus Güstrow: Prozess in Rostock begonnen

Landgericht Rostock:Erster Verhandlungstag im Mordprozess um Fabian aus Güstrow

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Der Mordfall Fabian sorgte bundesweit für Entsetzen. Heute begann vor dem Landgericht Rostock der Prozess gegen eine 30-Jährige. Sie soll Fabian mit Messerstichen getötet haben.

Nach dem Fund einer Kinderleiche bei Güstrow

Im Mordfall Fabian beginnt heute der Prozess gegen eine 30-jährige Frau. Sie soll den Jungen im Oktober 2025 heimtückisch umgebracht haben.

28.04.2026 | 0:56 min

Nach nur 16 Minuten ist der erste Verhandlungstag zu Ende. Die Anklage im Fall des am 10. Oktober 2025 getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow ist kurz und heftig. Fabians Mutter und die des Mordes an ihrem Sohn angeklagte 30-jährige Tatverdächtige trennen keine zehn Meter. Im Gerichtssaal 2.002 des Landgerichts Rostock sitzen rund 80 Zuschauer und 30 Medienvertreter.

Die Angeklagte wird um Punkt 9:30 Uhr in Fußfesseln in den Saal geführt und hält sich einen roten Aktendeckel vors Gesicht. Sie ist laut Staatsanwaltschaft die Ex-Freundin von Fabians Vater, mit dem sie bis August 2025 etwa vier Jahre lang zusammen war. Von Fabians Mutter, die persönlich als Nebenklägerin am Prozess teilnimmt, lebt der Vater getrennt.

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09.03.2026 | 1:01 min

Vater trennte sich wegen Fabian von der Angeklagten

Zu Beginn der Beziehung zwischen der Angeklagten und Fabians Vater habe der Junge diesen noch regelmäßig besucht. Der Kontakt brach ab, nachdem Fabian eine körperliche Auseinandersetzung zwischen seinem Vater und der Beschuldigten miterlebt hatte. Nach der Trennung der beiden habe Fabian seinen Vater wieder regelmäßig besucht.

Am Tag vor Fabians Verschwinden machte der Vater laut Staatsanwalt der Angeklagten per Chat-Nachricht klar, dass er die Beziehung nicht wieder aufleben lassen wolle, auch um den Kontakt zu seinem Sohn nicht zu gefährden.

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Der Tattag

Laut Anklage sei die Angeklagte erbost über die Trennung, am Tattag mit ihrem Auto um 10:43 Uhr zur Wohnung von Fabian und dessen Mutter in Güstrow gefahren. Der Grundschüler war zu Hause geblieben, weil er sich nicht gut fühlte. Die Mutter war arbeiten. Wie die damals 29-jährige Frau den Jungen dazu bewegte, mit ihr zu kommen, ist unklar.

Mit dem Wagen fuhren sie in ein Waldstück südwestlich von Güstrow. Dort habe die Frau ihr Smartphone deaktiviert. Dann fuhren sie den Angaben zufolge etwa 15 Kilometer von Güstrow und gingen an eine Art Tümpel. Dort habe die Angeklagte ein Messer mit einer Klingenlänge von mindestens zehn Zentimetern und einer Breite von mindestens 1,5 Zentimetern gezogen und mindestens sechsmal auf den Jungen eingestochen. Zwei Stiche gingen ins Herz. Fabian starb an dem Tag zwischen 10:50 Uhr und 13 Uhr.

Die Anwältin der Mutter, Christine Habetha, sagte vor Beginn der Verhandlung, die persönliche Begegnung mit der Angeklagten falle ihrer Mandantin sehr schwer. Am Donnerstag, dem zweiten Prozesstag, wird die Mutter als Zeugin aussagen. Am Nachmittag ist der Vater als Zeuge geladen.

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Beziehungs-Aus als Tatmotiv?

Gerade den Vater halten die beiden Verteidiger der Angeklagten - Andreas Ohm und Thomas Löcker - für einen zentralen Zeugen. Das Verhältnis scheint auch nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle zu spielen. Die Angeklagte, die selbst Mutter ist, habe ziel- und zweckgerichtet gehandelt, um durch die Tötung des Jungen einen Streitpunkt in der Beziehung zum Vater aus dem Weg zu räumen, hieß es in der Anklage.

Dabei vernichtete sie bedenkenlos das Leben des 8-jährigen Kindes für die vage Hoffnung auf Wiederaufnahme einer für sie auch monetär vorteilhaften Beziehung.

Aus der Anklage

Demnach gehen die Ermittler auch von finanziellen Gründen aus. Denn ohne die Beziehung fürchtete die Frau laut Anklage, ihren Lebensstil nicht fortführen zu können. Um die Spuren der Tat zu verwischen, soll die Angeklagte den Leichnam des Jungen noch am selben Nachmittag angezündet haben. Gefunden wurde Fabian erst vier Tage später am 14. Oktober 2025. Die inzwischen Angeklagte hatte selbst den Fund gemeldet. Damals war noch von einer Spaziergängerin die Rede.

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Chance auf einen Abschluss

Die Frau will sich laut ihren Verteidigern vorerst nicht zur Sache äußern. Der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer, Holger Schütt, appellierte an die Medienvertreter, möglichst objektiv und nicht in vorverurteilender Weise zu berichten. "Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung", sagte Schütt. Insgesamt sind bis zum 2. Juli 16 weitere Verhandlungstage angesetzt. Über 60 Zeugen sollen gehört werden.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete hallo Deutschland in dem Beitrag "Prozessauftakt in Mordfall Fabian" am 28.04.2026 um 10:32 Uhr.

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