Roboter laufen in China Halbmarathon gegen Menschen

Technik-Event in Peking:Roboter laufen Halbmarathon gegen Menschen

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In Peking sind humanoide Roboter in einem Halbmarathon gegen Menschen angetreten. Kam ein Roboter auch als Erster ins Ziel?

Hoffentlich haben sie alle durchgehalten: Humanoide Roboter bei Halbmarathon in Peking

Roboter-Marathon in China: Zwar überholen die rennenden Maschinen ihre mitlaufenden Konstrukteure noch nicht. Aber der Lauf der Dinge zeigt: Roboter werden immer sportlicher.

19.04.2025 | 2:15 min

Ein Sportereignis als Blick in die Zukunft? In Chinas Hauptstadt Peking haben sich mehrere humanoide Roboter bei einem Halbmarathon mit Menschen gemessen. 20 Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligten sich mit ihren Modellen, die unter anderem die Regel erfüllen mussten, zwei Beine zu haben.

Manch ein Roboter blieb gleich beim Start liegen, wie in einer Übertragung des chinesischen Staatsfernsehens zu sehen war. Andere liefen so langsam, dass ihre Erbauer hinterhergehen konnten. Neben den Robotern hatten sich nach Veranstalterangaben mehr als 10.000 Menschen zu dem Lauf angemeldet.

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Schnellster Roboter brauchte wesentlich länger

Wenig überraschend kam nach 1 Stunde, 11 Minuten und 7 Sekunden ein Mensch und kein Roboter ins Ziel. Der schnellste Humanoid war "Tiangong" mit 2 Stunden, 40 Minuten und 24 Sekunden. Ein zweiter Roboter folgte knapp eine Stunde danach.

"Generell testet so ein Wettbewerb natürlich die Einsatztauglichkeit von Humanoiden", sagt Expertin Maren Bennewitz von der Universität Bonn, die an humanoiden Robotern forscht. Bei so einem Wettbewerb sei es eine der Herausforderungen, dass der Roboter seine Umgebung, also den Untergrund sowie die anderen Wettbewerbsteilnehmer, wahrnimmt und darauf reagiert.

Experte: "Eindeutig eine PR-Aktion"

Daniel Rixen, Professor für angewandte Mechanik an der Technischen Universität München, vermutet:

Der Halbmarathon in Peking ist meines Erachtens eindeutig eine PR-Aktion, um die technologische Exzellenz Chinas in diesem Bereich zu demonstrieren.

Daniel Rixen, Universität München

Er vergleicht ihn mit der Formel 1, die Fähigkeiten moderner Technologie im Automotive-Bereich zur Schau stellt.

Die Herausforderungen liegen Rixen zufolge darin, dass die Humanoiden energetisch effizient sein und über gute Energiequellen verfügen müssen. Die Komponenten müssen robust sein und den hohen dynamischen Belastungen standhalten können. Zudem müsse die Bewegung des Roboters so geplant und gesteuert werden, dass dieser autonom und ohne zu stürzen einem Pfad folgen kann.

Roboter als Fabrik- und Lagerarbeiter der Zukunft

Der Markt für Roboter verspricht, in den kommenden Jahrzehnten Hunderte Milliarden US-Dollar wert zu werden. Wie die "Financial Times" jüngst berichtete, gehen Analysten großer Banken davon aus, dass die jährlichen Verkäufe von Robotern bis 2050 bis zu 50 Millionen Stück erreichen.

In Zukunft sollen Roboter nützliche Aufgaben erledigen, Chinas Firmen erproben Humanoide bereits als Arbeiter in Fabriken oder Lagern. Der Fortschritt in der Roboter-Technologie ist staatlich gewollt: Für 2025 schrieb sich Peking die Entwicklung des Bereichs in seinen Arbeitsbericht.

Chinas Roboter tanzen und patrouillieren

Was sich Peking auf die Fahnen schreibt, soll auch die eigenen Landsleute begeistern. Zur großen Frühlingsfest-Gala im Januar ließ Chinas Branchen-Primus Unitree etwa eine Gruppe von Robotern des Typs H1 vor Hunderten Millionen von Fernsehzuschauern einen Volkstanz aufführen.

Seitdem feiert die staatliche Propaganda regelmäßig Erfolge von Robotern. In einem Park eines Pekinger Randbezirks patrouilliert die Polizei mittlerweile mit vierbeinigen, hundeartigen Robotern. Die mit Multispektralkameras und hochpräzisen Sensoren ausgestatteten Maschinen, seien die "jüngste Innovation in Pekings laufenden Bemühungen um den Aufbau einer intelligenten Stadt", schreibt die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

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Quelle: dpa

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Quelle: dpa

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