Friedensnobelpreis geht an Menschenrechtlerin Navanethem Pillay

Prestigeträchtige Auszeichnung:Friedensnobelpreis geht an Südafrikanerin Navanethem Pillay

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Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr nach Südafrika. Die Juristin Navanethem "Navi" Pillay wird mit der Auszeichnung für ihren Einsatz für die Menschenrechte prämiert.

Navanethem Pillay

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. Einschätzungen von ZDF-Reporter Henner Hebestreit.

09.10.2026 | 2:30 min

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navanethem "Navi" Pillay. Das gab das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekannt. Die südafrikanische Juristin mit indischen Wurzeln werde für ihren mutigen Einsatz für das Völkerrecht und ihren Einsatz gegen Kriegsverbrechen und Genozid gewürdigt, sagte der Komiteevorsitzende Jorgen Watne Frydnes.

Pillay erfuhr bei einem Deutschland-Besuch in Nürnberg von der Ehrung und zeigte sich völlig überrascht von der Nachricht. Sie musste mehrmals nachfragen: "Is this really true" ("Ist das wirklich wahr?") Sie habe nämlich zuerst gedacht: "This must be a joke" (Das muss ein Scherz sein") - und fragte auch nach einer kurzen Rede nochmals nach, ob das auch wirklich wahr sei.

Video auf X zeigt Pillays Reaktion

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Komitee in Oslo: "Mutiger Einsatz für das Völkerrecht"

Die südafrikanische Juristin mit indischen Wurzeln werde für ihren mutigen Einsatz für das Völkerrecht und ihren Einsatz gegen Kriegsverbrechen und Genozid gewürdigt, sagte der Komiteevorsitzende Jorgen Watne Frydnes.

Pillay wurde 1995 an das Obere Gericht in Südafrika berufen, fünf Jahre später wurde sie Richterin und Vorsitzende des Internationalen Tribunals für Ruanda. Von 2008 bis 2014 war sie UN-Hochkommissarin für Menschenrechte.

South African lawyer Navi Pillay wins 2026 Nobel Peace Prize

Navanethem Pillay wird mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das Nobelkomitee würdigte den Einsatz der Juristin zur Strafverfolgung von Kriegsverbrechen und Völkermord.

09.10.2026 | 1:43 min

Das Nobelkomitee verwies bei seiner Entscheidung auf die zunehmende Zahl von Kriegen und Konflikten sowie auf politischen Druck auf Richter und Institutionen des internationalen Rechts. Die Fähigkeit, Konflikte ohne Gewalt zu lösen, hänge von einer funktionierenden internationalen Rechtsordnung ab. "Ein internationales Rechtssystem, in dem Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werden und Opfer von Missbrauch Gerechtigkeit erfahren, ist eine Voraussetzung für eine friedliche Welt."

Die südafrikanische Juristin Navanethem „Navi“ Pillay spricht beim Nuremberg Forum in Nürnberg nach der Bekanntgabe, dass sie mit dem Friedensnobelpreis 2026 ausgezeichnet wird.

Die südafrikanische Juristin Navi Pillay widmet in ihrer Rede ihren Friedensnobelpreis den "Überlebenden internationaler Verbrechen".

09.10.2026 | 3:33 min

Scharfe Kritik aus Israel

Als Vorsitzende einer UN-Untersuchungskommission werteten Pillay und ihre Mitarbeiter auch die Militäroffensive Israels im Gaza-Streifen aus, nachdem die Terrormiliz Hamas 2023 den jüdischen Staat überfallen und ein beispielloses Massaker verübt hatte. Pillays Urteil von 2025 über Israels Militäraktion, bei der Zehntausende Zivilisten getötet wurden: "Die Kommission stellt fest, das ist Genozid."

Das Außenministerium in Jerusalem wies die Beschuldigung der Kommission damals umgehend als "Fake" zurück. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Pillay kritisierte das Ministerium nun scharf: "Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Pillay ist keine Würdigung der Gerechtigkeit. Es ist die groteske Instrumentalisierung einer Auszeichnung, um antiisraelischen Hass und Vorurteile zu legitimieren." 

Israel warf der Preisträgerin zugleich vor, die "politisch motivierte Dämonisierung Israels" voranzutreiben. Der nationalsozialistische Propagandaminister Joseph Goebbels applaudiere "sicher aus der Hölle", hieß es in der Mitteilung weiter.

A shopkeeper holds books written by Canadian poet and essayist Anne Carson at a bookshop in central London, Britain, 08 October 2026

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson. Sie zählt zu den renommiertesten Schriftstellerinnen und Lyrikerinnen ihrer Zeit.

08.10.2026 | 2:13 min

Amnesty International begrüßt Entscheidung

Die Organisation Amnesty International (AI) begrüßte die Entscheidung als "klares Signal zur Stärkung der weltweiten menschenrechtsbasierten Ordnung". Julia Duchrow von Amnesty International Deutschland, sagte: "Die Auszeichnung für Navi Pillay ist das richtige Signal zur richtigen Zeit. Sie hat sich nie gescheut, Verbrechen beim Namen zu nennen - ganz gleich wer sie begangen hat." Sie sagte weiter:

Genau dieser Mut fehlt heute vielen Regierungen, die das Völkerrecht nur dann verteidigen, wenn es ihnen politisch passt.

Julia Duchrow, Amnesty International Deutschland

Der Friedensnobelpreis gilt als die weltweit wichtigste Auszeichnung für Verdienste um Abrüstung, Friedenssicherung und Menschenrechte.

Die Preisträger der letzten Jahre











Deutsche Forscher erhielten Nobelpreis für Medizin

Dotiert ist der Friedensnobelpreis in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen und damit einer Million Kronen mehr als im Vorjahr. Umgerechnet entspricht das etwas mehr als einer Million Euro. Seit Montag sind bereits Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden.

Navanethem Pillay
María Corina Machado am 16.01.2026
Willy Brandt
Carl von Ossietzky im KZ
Ludwig Quidde
Luther, Briand und Stresemann
Bertha von Suttner

Navanethem Pillay

Navanethem "Navi" Pillay wird in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die südafrikanische Juristin erhält den Preis für ihren Einsatz gegen Kriegsverbrechen und Völkermord.

Quelle: IMAGO / Anadolu Agency

Unter den drei Medizin-Preisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel zwei deutsche Forscher. Die prestigeträchtige Auszeichnung für Literatur ging in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson.

Am Montag folgt noch der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Offiziell ist die Auszeichnung kein Nobelpreis, weil sie nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Sie wird aber traditionell nach den Nobelpreisen vergeben.

Die Ausgezeichneten:

  • Medizin: Karl Deisseroth (USA), Peter Hegemann und Georg Nagel (beide Deutschland)
  • Physik: Francis Halzen (Belgien)
  • Chemie: Henri Kagan (Frankreich) und Kenso Soai (Japan)
  • Literatur: Anne Carson (Kanada)
  • Frieden: Navanethem Pillay (Südafrika)

Die weiteren Vergabetermine:

  • Wirtschaftswissenschaften: Montag, 12.10.

Preisverleihung traditionell am 10. Dezember

Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters. Als einzige der Auszeichnungen wird der Friedensnobelpreis nicht in Stockholm, sondern seit der ersten Vergabe der Nobelpreise 1901 in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen.

In 19 Jahren ist übrigens gar kein Friedensnobelpreis vergeben worden, vor allem während der beiden Weltkriege. Auch 1948, im Jahr der Ermordung Mahatma Gandhis, blieb die Auszeichnung aus. Gandhi war insgesamt zwölfmal nominiert worden, erhielt den Preis aber nie.1939 nominierte ein schwedischer Parlamentarier Adolf Hitler, zog den Vorschlag anschließend jedoch zurück und erklärte, die Nominierung des deutschen NS-Politikers und Diktators sei nie ernst gemeint gewesen.

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Quelle: AFP, dpa, epd
Über das Thema berichteten mehrere ZDF-Sendungen, unter anderem das ZDF-Mittagsmagazin am 09.10.2026 ab 12 Uhr.

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