Australien gedenkt der Terroropfer von Sydney

"Licht statt Dunkelheit":Australien gedenkt der Opfer des Anschlags am Bondi Beach

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Eine Woche nach dem Anschlag auf ein jüdisches Fest in Sydney hat Australien landesweit der Opfer gedacht. Am Bondi Beach und in vielen Städten hielten die Menschen inne.

 The Sydney Opera House is illuminated with candlelights in Sydney on December 21, 2025, as part of a national day of reflection honouring the victims of the Bondi Beach terrorist attack.

Das Opernhaus von Sydney wurde mit Kerzenlicht beleuchtet, als Teil des nationalen Gedenktags für die Opfer des Terroranschlags am Bondi Beach.

Quelle: AFP

Am berühmten Bondi Beach in Sydney haben Tausende Menschen der 15 Todesopfer des Terroranschlags auf ein jüdisches Fest vor einer Woche gedacht. In ganz Australien war die Bevölkerung am heutigen "nationalen Tag des Gedenkens" für 18:47 Uhr (08:47 MEZ) - dem Zeitpunkt, als die ersten Schüsse fielen - aufgerufen, unter dem Motto "Licht statt Dunkelheit" eine Kerze für die Opfer anzuzünden und für eine Gedenkminute innezuhalten.

Die Flaggen in Australien wehten auf halbmast. Eine Veranstaltung der jüdischen Gemeinde am Bondi Beach, wo zwei Attentäter vor einer Woche auf eine Menschenmenge geschossen hatten, begann am Abend (Ortszeit) mit einer Schweigeminute.

Unter den Teilnehmern befand sich auch Regierungschef Anthony Albanese, wie der australische Sender ABC berichtete. Unter den Beifall mischten sich demnach auch Buh-Rufe gegen Albanese. Der australische Premierminister hatte nach dem Anschlag während des jüdischen Lichterfests Chanukka Versäumnisse im Kampf gegen Antisemitismus eingeräumt.

Die Rettungsschwimmer von Bondi Beach gedenken der Opfer der Schießerei

Knapp eine Woche nach dem Anschlag auf ein jüdisches Fest am Bondi Beach haben Hunderte Rettungsschwimmer der Opfer gedacht. 15 Menschen waren am Sonntag getötet worden.

20.12.2025 | 0:21 min

Einsetzung von Untersuchungskommission gefordert

David Ossip, ein führender Repräsentant der jüdischen Gemeinde im Bundesstaat New South Wales, wo sich der Anschlag ereignete, unterstützte in einer Rede Pläne der Regierung, das Attentat von einer Expertenkommission untersuchen zu lassen. Eine solche Kommission sei nötig, "um dahinterzukommen, wie sich diese Katastrophe zugetragen hat", sagte er.

Auch der Premierminister von New South Wales, Chris Minns, sprach sich für die Untersuchungskommission aus. Es sei die Pflicht der Regierung, ihre Bürger zu schützen, sagte er dem Sender ABC. Das sei vergangenen Sonntag nicht geschehen.

Surfers pay tibute to victims of shooting at Bondi Beach

Am Bondi Beach haben hunderte Surfer sich im Wasser zu einem Kreis formiert und eine Schweigeminute abgehalten – in Gedenken an die Opfer des antisemitischen Terroranschlags.

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Es müssten daher die Ereignisse vor und am 14. Dezember untersucht und Konsequenzen gezogen werden. Es gibt Stimmen, die eine solche Kommission auch von der Landesregierung fordern.

Gesetzesinitiative gegen Hass und Hetze

Am Montag soll ein Gesetzentwurf ins Parlament von New South Wales eingebracht werden, mit dem Flaggen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sowie andere "hasserfüllte" Symbole und Parolen unter Strafe gestellt werden sollen.

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass die Attentäter Verbindungen zum IS hatten oder zumindest ideologisch von ihm beeinflusst wurden. Verboten werden soll auch der Aufruf "Globalisiert die Intifada". Damit sind die palästinensischen Aufstände gegen die israelische Besatzung gemeint.

Nach Angriff am Bondi Beach

Nach dem Anschlag auf ein jüdisches Fest am Bondi Beach, bei dem insgesamt 15 Menschen getötet wurden, plant die australische Regierung nun, die Waffengesetze zu verschärfen.

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Regierungschef Albanese kündigte schärfere Gesetze gegen Hassprediger und Hetze an. Zudem sollen die strikten Waffengesetze weiter verschärft sowie Hunderttausende Schusswaffen im Land eingezogen werden.

Ein Angreifer erschossen, der zweite angeklagt

Am Sonntag vergangener Woche hatten zwei Angreifer - Vater und Sohn - am Bondi Beach auf Teilnehmer der Chanukka-Feier geschossen. Unter den 15 Toten waren unter anderem ein zehnjähriges Kind und ein Holocaust-Überlebender. Dutzende Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Nach dem Angriff wurde der Vater von der Polizei erschossen, dem 24 Jahre alten Sohn wird 15-facher Mord vorgeworfen. Er wurde zudem wegen Terrorismus und Dutzender weiterer schwerer Verbrechen angeklagt.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 21.12.2025 um 09:00 Uhr.

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