Vorsicht vor Betrug bei der Pflege
Wenn Menschen pflege-bedürftig werden, ist das auch für Angehörige oft schwer.
Man weiß nicht, was man tun soll.
Manche Firmen nutzen das aus.
Sie bieten Hilfe an.
Und sie verlangen dafür Geld.
Der Sozial-Verband VdK und die Verbraucher-Zentralen warnen davor.
Betrug, wenn Sie Pflege-Geld beantragen
Manche Firmen im Internet bieten an, den Pflege-Grad zu beantragen.
Sie sagen, das ist kosten-los.
Aber den Antrag bei der Pflege-Kasse stellen ist immer kosten-los.
Sie können ihn selbst stellen:
- am Telefon
- mit einem Brief
- auf der Internet-Seite der Pflege-Kasse
Martin Kilimann vom VdK sagt: Diese Firmen bieten eine Leistung an, die man nicht braucht.
Sie wollen nur an Folgendes kommen:
- Telefon-Nummern
- dass Sie zustimmen
Dann beantragen sie weitere Leistungen und verlangen dafür oft Geld.
Die Pflege-Bedürftigen und ihre Familien merken das oft nicht.
Unerlaubte Anrufe und teure Verträge
Die Verbraucher-Zentralen sagen: Es gibt viele unerlaubte Werbe-Anrufe.
Das nennt man "Cold Calls".
Das bedeutet: Firmen rufen Menschen an, die sie nicht kennen.
Sie wollen ihnen etwas verkaufen.
Am Telefon geben sich Leute als Mitarbeiter der Pflege-Kasse aus.
Sie wollen, dass man Verträge abschließt.
Zum Beispiel für:
- Haus-Notrufe
- Pflege-Kurse
- Pflege-Hilfs-Mittel
Oft geht es um sogenannte Pflege-Boxen.
Das sind Abonnements für Dinge wie:
- Hand-Schuhe
- Desinfektions-Mittel
Man füllt den Online-Antrag aus.
Dann stimmt man oft zu, dass sie die Dinge monatlich liefern.
Die Firmen rechnen dann mit der Pflege-Kasse ab.
Sie fragen aber nicht, ob man die Sachen wirklich braucht.
Martin Kilimann sagt: Das kostet alle Versicherten unnötig Geld.
Viele wissen nicht, dass sie Pflege-Hilfs-Mittel selbst kaufen können.
Und sich das Geld von der Pflege-Kasse zurückholen können.
Drei Tipps, wenn Sie Pflege beantragen
1. Beantragen Sie Pflege bei der Pflege-Kasse:
Der Antrag ist immer kosten-los.
Sie können ihn am Telefon, per Post oder auf der Internet-Seite der Kasse stellen.
2. Pflege-Hilfs-Mittel bis zu 42 Euro im Monat:
Menschen mit Pflege-Grad 1 oder höher bekommen bis zu 42 Euro im Monat für Pflege-Hilfs-Mittel.
Die Pflege-Kassen haben Verträge mit Firmen.
Aber sie bezahlen auch, wenn man die Sachen in der Drogerie kauft.
3. Kostenlose Beratung:
Folgende Stellen helfen kosten-los:
- Pflege-Stützpunkte
- Pflege-Kassen
- Verbraucher-Zentralen
- Sozial-Verband VdK
Zusätzliche Kosten bei Pflege-Verträgen vermeiden
Manche Firmen verlangen Geld, wenn Sie Entlastungs-Pflege oder Verhinderungs-Pflege beantragen.
Aber diese Anträge sind auch kosten-los.
Manchmal gibt es auch versteckte Erklärungen, in Pflege-Verträgen, dass Sie Rechte abtreten.
Das bedeutet: Man kann später nicht mehr selbst über sein Geld bestimmen.
Was ist wichtig, wenn die Pflege begutachtet wird
Nachdem Sie Pflege beantragt haben, kommt der Medizinische-Dienst.
Er schaut, wie viel Pflege man braucht.
Martin Kilimann sagt: Manche Firmen versprechen Hilfe beim Pflege-Grad.
Aber sie helfen oft nicht, wenn die wichtige Begutachtung stattfindet.
So schützen Sie sich vor Betrug
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
- Geben Sie niemals wichtige Daten am Telefon weiter.
- Prüfen Sie Verträge genau.
- Achten Sie besonders auf versteckte Hinweise, dass Sie Leistungen abtreten sollen.
- Pflege-Kassen, Pflege-Stützpunkte und Verbraucher-Zentralen bieten unabhängige Beratung an.
- Man kann Verträge oft innerhalb von 14 Tagen kündigen. Das gilt für Verträge, die man nicht wollte.