Sport hilft Menschen mit Multipler Sklerose
Quelle: ZDF
Die Krankheit Multiple Sklerose nennt man auch kurz MS.
Sie ist eine Krankheit des Nerven-Systems.
Man kann sie nicht heilen.
Sie macht viele Probleme.
Aber Sport kann helfen, dass es den Menschen besser geht.
Was ist Multiple Sklerose?
MS ist eine Krankheit, bei der das Immun-System die Nerven angreift.
Das Immun-System ist die Abwehr des Körpers.
Es greift die Schutz-Schicht der Nerven an und zerstört sie.
Die Probleme sind bei jedem Menschen mit MS anders.
Was Menschen mit MS für Beschwerden haben
Viele Menschen mit MS haben folgende Probleme:
- Arme und Beine fühlen sich taub an.
- Es kribbelt in Armen und Beinen.
- Sie können sich schlecht bewegen.
- Sie können schlecht das Gleichgewicht halten.
- Sie können schlecht laufen.
- Sie sehen schlecht.
- Sie sind sehr müde und erschöpft. Das nennt man MS-Fatigue.
MS-Fatigue ist eine besondere Art von Müdigkeit bei Multiple Sklerose. Sie kann sehr stark sein.
Ärzte finden MS, indem sie verschiedene Untersuchungen machen. Sie suchen nach Entzündungen in den Nerven und schließen andere Krankheiten aus.
Wie Ärzte MS feststellen
- Arzt-Gespräch und Untersuchung der Nerven
Der Arzt fragt nach der Krankheits-Geschichte.
Er prüft, wie gut man sich bewegen kann. Er prüft das Gleichgewicht und die Muskeln. Er testet, wie man Temperatur oder Vibration fühlt.
- Magnetresonanztomografie (MRT)
Das MRT ist ein Gerät. Es macht genaue Bilder vom Körper-Inneren. MRT ist die Abkürzung für Magnetresonanztomografie.
Es zeigt Entzündungen und Narben im Gehirn und im Rücken-Mark.
- Nerven-Wasser-Untersuchung (Lumbal-Punktion)
Der Arzt entnimmt mit einer Spritze etwas Nerven-Wasser aus dem Rückenmark-Kanal.
Er sucht darin nach bestimmten Eiweiß-Stoffen.
Diese Eiweiß-Stoffe zeigen eine Entzündung an.
Bei 90 von 100 Menschen hilft diese Untersuchung, MS zu finden.
- Nerven-Messung
Der Arzt misst, wie schnell die Nerven arbeiten.
Er nutzt dafür Elektroden.
Wenn die Nerven langsam arbeiten, kann das ein Zeichen für MS sein.
Was den Verlauf von MS bremsen kann
Ärzte geben Medikamente.
Diese Medikamente sollen Entzündungen stoppen.
Sie sollen verhindern, dass Immun-Zellen die Nerven angreifen.
MS kann man nicht heilen.
Aber man kann die Krankheit langsamer machen.
Sport ist eine wichtige Hilfe bei MS.
Wissenschaftler haben das jetzt bewiesen.
Früher dachte man, Sport macht die Krankheit schlimmer.
Das stimmt nicht.
Sport macht das Leben von Menschen mit MS viel besser.
Das sagt Philipp Zimmer.
Er ist Sport-Wissenschaftler und Nerven-Wissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund.
Philipp Zimmer sagt: Bei MS wirkt Sport ganz ähnlich wie ein Medikament.
Sport kann die Medikamente nicht ersetzen.
Aber Sport kann sehr gut helfen.
Was Sport bei Multipler Sklerose bewirkt
- RegelmäßigeBewegung macht die Muskeln weicher.
- Man hat wenigerMuskel-Krämpfe.
- Man kann sich besser bewegen.
- Übungen für das Gleichgewicht helfen, dass man nicht so leicht fällt.
Philipp Zimmer forscht seit vielen Jahren über Sport und MS.
Er sagt: Bewegung hilft gut, wenn man bei MS müde ist.
Sport hilft auch der Seele.
Philipp Zimmer sagt: MS-Patienten gewinnen durch Sport das Selbst-Vertrauen in den eigenen Körper zurück.
Die Menschen nehmen wieder mehr am Leben teil.
Starke Muskeln helfen, im Alltag beweglich zu bleiben.
Studie zu MS und Sport
Wissenschaftler in Dortmund haben gezeigt: Sport hilft gegen Entzündungen bei MS.
Teilnehmer der Studie machten drei Monate lang besonderes Ausdauer-Training.
Danach ging es ihnen viel besser.
Sie konnten mehr Sauerstoff aufnehmen. Ihre Leistung war so gut wie bei gesunden Menschen. Sie hatten weniger Fett und mehr Muskeln.
Das Wichtigste war: Es gab weniger Immun-Zellen in den Nerven.
So werden die Nerven von Immun-Zellen weniger angegriffen.
Das ist genau das, was auch Medikamente machen.
Welcher Sport hilft bei MS?
Verschiedene Sport-Arten helfen auf verschiedene Weisen.
- Ausdauer-Sport macht belastbarer und verringert Entzündungen.
Beispiele sind:
- Laufen
- Gehen
- Radfahren
- Kraft-Training macht die Muskeln stärker.
Das ist wichtig, weil MS die Muskeln schwächer macht. Dann fällt es leichter, aufzustehen, zu gehen und Treppen zu steigen.
- Gleichgewichts-Übungen und Koordinations-Übungen verbessern das Körper-Gefühl.
Sie verringern die Gefahr zu stürzen.
Beispiele sind:
- Yoga. Yoga ist eine Übungsform, die Körper und Geist verbindet.
- Pilates. Pilates ist ein Training, das die Muskeln stärkt, besonders die tiefliegenden Bauch- und Rückenmuskeln.
- Gymnastik
- Tanzen
- Schwimmen und Wasser-Gymnastik sind gut für die Gelenke.
Sie ermöglichen Bewegungen, die sonst schwerfallen.
Worauf Menschen mit MS beim Sport achten müssen
Jede Sport-Art ist gut für Menschen mit MS.
Aber man muss einiges beachten.
Philipp Zimmer sagt: Man muss regelmäßig trainieren, damit der Körper sich anpasst. Man sollte nicht zu viel auf einmal machen. Das Training muss zum eigenen Zustand passen.
Wenn die Krankheit gerade schlimmer ist (Schub), sollte man keinen Sport machen. Denn dann sind die Nerven entzündet. Sport würde den Körper zusätzlich belasten.
Auch die Verletzungs-Gefahr ist größer.
Nach einem Schub darf man wieder Sport machen. Sprechen Sie vorher mit dem Arzt.