Hautkrebs-Vorsorge: Ist sie noch wichtig?
Quelle: Imago / Robert Poorten
Früher haben viele Menschen viel in der Sonne gelegen.
Oder sie haben draußen gearbeitet, ohne sich vor der Sonne zu schützen.
Das kann zu Haut-Krebs führen.
Michael Mensing ist ein Haut-Arzt im Oden-Wald.
Er sagt: Es gibt viel mehr Menschen mit Haut-Krebs als früher.
In Deutschland bekommen jedes Jahr bis zu 380.000 Menschen Haut-Krebs.
Der schwarze Haut-Krebs (Melanom) ist seltener.
Aber er ist gefährlich, weil er sich schnell ausbreiten kann.
Der weiße Haut-Krebs ist auch gefährlich.
Wenn man ihn entfernt, können große und unschöne Narben im Gesicht bleiben.
Haut-Krebs-Vorsorge: Was die Kranken-Kasse zahlt
Seit 2008 können Menschen ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenlos zur Haut-Krebs-Vorsorge-Untersuchung.
Wenn ein Haut-Arzt oder ein besonders geschulter Haus-Arzt untersucht, schaut er die ganze Haut an.
Michael Mensing sagt: "Wir erleben eine sehr große Nachfrage nach dieser Untersuchung."
In seiner Praxis untersucht er 2.000 Patienten pro Jahr mit einer speziellen Lupe.
Er schaut von Kopf bis Fuß nach auffälligen Stellen.
Bei etwa fünf von hundert Patienten findet er Haut-Krebs oder eine Vor-Stufe davon.
Er findet es wichtig, dass die Kranken-Kasse die Untersuchung weiter bezahlt.
So ist es für die Menschen leichter, sich untersuchen zu lassen.
Spar-Maßnahmen bei der Haut-Krebs-Vorsorge geplant
Die Bundes-Regierung will Geld sparen.
Eine Experten-Kommission hat vorgeschlagen, dass man die Haut-Krebs-Vorsorge streicht.
So will die Regierung 450 Millionen Euro im Jahr sparen.
Die Kommission will alle Leistungen streichen, die angeblich nicht viel bringen.
Professor Ferdinand Gerlach ist ein wichtiger Mann in dieser Kommission.
Er sagt: "Wir sind das einzige Land auf der Welt, wo gesunde Erwachsene auf Haut-Krebs untersucht werden. Sie haben keine Beschwerden."
Er sagt, die Haut-Krebs-Vorsorge bringt nichts.
Er sagt auch: Die Untersuchung hat nicht dazu geführt, dass weniger Menschen an Haut-Krebs sterben.
Bei anderen Krebs-Vorsorgen ist das anderes, zum Beispiel bei:
- Brust-Krebs
- Darm-Krebs
Gerlach sagt weiter: Für die Untersuchungen braucht man zu viele Ärzte.
Deshalb ist Folgendes der Fall, sagt Gerlach:
- Etwa 600 bis 900 Haus-Ärzte und Haut-Ärzte arbeiten dafür in Voll-Zeit.
- Diese Ärzte könnten in der Zeit andere kranke Menschen nicht behandeln.
- Viele Menschen warten außerdem lange auf Untersuchungen bei den Ärzten.
Nutzen der Haut-Krebs-Vorsorge ist umstritten
Professor Dirk Schadendorf ist der Chef der Haut-Klinik am Universitäts-Klinikum Essen.
Er sagt: Die Haut-Krebs-Vorsorge hat klar bewiesen, dass sie nützt.
Nach einer großen Studie in Schleswig-Holstein führte man die Vorsorge ein.
Diese Studie hat gezeigt, dass die Vorsorge sehr gut ist.
Damals starben weniger Menschen an Haut-Krebs.
Aber die Studie hatte genaue Regeln für die Untersuchung.
Diese Regeln gibt es bei der normalen Kassen-Leistung nicht.
Manche Haus-Ärzte untersuchen nur mit den Augen.
Andere nutzen moderne Geräte mit Künstlicher Intelligenz (KI).
Haut-Krebs-Vorsorge soll besser werden
Schadendorf sagt: Die Haut-Krebs-Vorsorge soll nicht abgeschafft, sondern besser werden.
Es soll Einladungen für Menschen mit hohem Risiko für Haut-Krebs geben.
So wie bei der Brust-Krebs-Vorsorge.
Man muss auch Folgendes tun:
- die Qualität sichern
- dokumentieren
Damit kann man zeigen, was die Vorsorge bringt.
Das ist im Moment nicht der Fall.
Schadendorf zweifelt daran, dass die Spar-Maßnahme wirklich Geld spart.
Wenn man Krebs früh entdeckt, kann man ihn gut behandeln.
Wenn der Krebs sich aber schon ausgebreitet hat, ist die Behandlung sehr teuer.
Eine Immun-Therapie kann zum Beispiel 100.000 Euro im Jahr kosten.