Darum sind Bitterstoffe wichtig

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Darum sind Bitterstoffe wichtig

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Nahaufnahme frischer, bunter Radicchio-Köpfe

Bitterstoffe sind sehr gesund, da sie die Verdauung fördern, den Stoffwechsel anregen, entzündungshemmend wirken und den Heißhunger auf Süßes reduzieren können.

Quelle: imago/CHROMORANGE

Viele Menschen mögen Bitter-Stoffe in Lebens-Mitteln nicht.

Aber sie sind wichtig für die Gesund-Heit.

Bitter ist ein Geschmack.

Es gibt fünf Geschmäcker:

  • süß
  • salzig
  • sauer
  • umami
  • bitter

Warum Bitter-Stoffe wichtig sind

Man sagt: "Eine bittere Pille schlucken."

Das bedeutet meistens etwas Schlechtes.

Der Geschmack "bitter" warnt uns vor giftigen Pflanzen.

Darum mögen wir Bitteres oft nicht.

Aber es gibt auch das Sprich-Wort: "etwas bitter nötig haben."

Das zeigt, dass Bitter-Stoffe auch gut sein können.

Brigitte Bäuerlein ist eine Ernährungs-Beraterin.

Sie sagt: Bitter-Stoffe sind oft gut für die Gesund-Heit.

Bitter-Stoffe helfen beim Verdauen

Wenn Bitter-Stoffe auf die Zunge kommen, senden sie Zeichen an das Gehirn.

Das Gehirn sagt dann den Verdauungs-Organen wie zum Beispiel:

  • der Leber
  • der Galle

dass sie sich auf das Essen vorbereiten sollen.

Brigitte Bäuerlein sagt: Es ist besser, etwas Bitteres zu essen, bevor Sie essen.

Es ist besser, als einen Espresso danach zu trinken.

So wird die ganze Verdauung besser:

  • Der Körper stellt mehr Speichel und Magen-Säure her.
  • Der Magen bewegt sich schneller und entleert sich besser.

Wenn Sie vor einem deftigen Essen einen Bitter-Salat oder Roh-Kost essen, kann das helfen, das Essen besser zu vertragen.

Bitter-Stoffe stärken das Immun-System

Unser Immun-System hat viele Immun-Zellen.

Diese Zellen haben "Halte-Stellen" für Bitter-Stoffe.

Man nennt sie Bitter-Rezeptoren.

Brigitte Bäuerlein erklärt: Wenn bittere Lebens-Mittel diese Bitter-Rezeptoren aktivieren, helfen sie den Immun-Zellen.

Die Immun-Zellen kämpfen dann besser gegen:

  • Viren
  • Bakterien

Bitter-Stoffe können also Entzündungen im Körper verringern.

Was sind Bitter-Stoffe und wo sind sie drin?

Bitter-Stoffe sind besondere Stoffe in Pflanzen.

Sie sind keine Nähr-Stoffe wie Vitamine.

Sie sind chemische Stoffe, die auf der Zunge den Geschmack "bitter" auslösen.

Auf der menschlichen Zunge gibt es 25 Stellen, die Bitter-Stoffe erkennen.

Die meisten Bitter-Stoffe sind in Pflanzen:

Gemüse:

  • Endivien
  • Chicorée
  • Radicchio
  • Rucola
  • Rosen-Kohl
  • Artischocken
  • Blumen-Kohl
  • Mangold

Obst:

  • Grapefruits
  • Zitronen
  • Limetten

Getreide:

  • Amaranth
  • Hirse

Gewürze:

  • Ingwer
  • Pfeffer
  • Kardamom

Kräuter:

  • Thymian
  • Majoran
  • Liebstöckel
  • Rosmarin
  • Estragon
  • Lorbeer-Blätter
  • Sauer-Ampfer
  • Salbei

Heil-Kräuter:

  • Engelwurz
  • Löwen-Zahn
  • Enzian
  • Gänse-Blümchen
  • Hopfen
  • Wermut

Getränke:

  • Grüner-Tee
  • Schwarzer-Tee
  • Kaffee
  • Kakao

Wenn die Bitter-Rezeptoren aktiviert sind, kann das auch gut für die Darm-Flora sein.

Eine gesunde Darm-Flora schützt vor:

  • Krankheits-Erregern
  • Entzündungen

Bitter-Stoffe regeln den Blut-Zucker

Brigitte Bäuerlein erklärt, wie Bitter-Stoffe den Blut-Zucker beeinflussen.

Die Körper-Zellen können Insulin besser aufnehmen.

Und die Leber gibt weniger Zucker ins Blut ab.

So können wir den Blut-Zucker besser kontrollieren.

Brigitte Bäuerlein sagt: Bittere Lebens-Mittel können sehr hilfreich sein.

Das gilt für Menschen, die zu viel wiegen.

Es gilt auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes.

Bitter-Stoffe helfen gegen Übel-Keit

Bitter-Stoffe können einen Nerv beruhigen.

Dieser Nerv ist bei Übel-Keit und Erbrechen oft zu aktiv.

Bitteres regt auch die Speichel-Produktion an.

Das schützt den Mund und die Speise-Röhre vor Reizungen.

Diese Reizungen können Übel-Keit schlimmer machen.

Bitter-Stoffe machen satt

Früher haben Menschen ihr Essen in der Natur gesammelt.

Süßer Geschmack zeigte an: Etwas hat viel Energie.

Es ist nicht giftig.

Babys mögen darum von Geburt an Süßes.

Sie müssen sich erst an den bitteren Geschmack gewöhnen.

Wer weniger Süßes essen möchte, kann Bitter-Stoffe nutzen.

Wer abnehmen möchte, kann Bitter-Stoffe nutzen.

Bitter-Stoffe sorgen dafür, dass der Körper bestimmte Hormone bildet.

Diese Hormone machen uns satt.

Das verringert Heiß-Hunger und die Lust auf Süßes.

Bitter-Stoffe richtig essen

Es ist schwer zu sagen, wie viel Bitteres man essen soll.

Es ist auch schwer zu sagen, wie oft man Bitteres essen soll.

Brigitte Bäuerlein sagt: "Wer abwechslungsreich und täglich bunt isst, tut seinem Körper schon viel Gutes."

Sie empfiehlt, bei jeder Mahl-Zeit alle fünf Geschmacks-Richtungen zu essen.

Wer Bitteres gar nicht mag, kann seine Geschmacks-Nerven trainieren.

Man soll immer wieder etwas Bitteres essen.

Dann gewöhnt man sich daran, und viele mögen es am Ende sogar.

Wenn wir Bitter-Stoffe wegzüchten, hat das Folgen

Wir züchten manche Lebens-Mittel so, dass sie keine Bitter-Stoffe mehr haben.

Das hat zwei Nachteile:

1. Diese Lebens-Mittel haben dann auch nicht die guten Wirkungen der Bitter-Stoffe.

2. Milde Lebens-Mittel schmecken nicht nur Menschen besser.

Sie schmecken auch Insekten oder Tieren, wie zum Beispiel Nackt-Schnecken.

Professor-Doktor Nicole van Dam vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zier-Pflanzenbau sagt: Pflanzen ohne Bitter-Stoffe haben keinen natürlichen Schutz mehr.

Darum setzen wir oft mehr Pflanzen-Schutz-Mittel ein.

Eine Ausnahme sind Bio-Sorten.