Riesige Magma-Kammer unter Yellowstone:Ein Supervulkan, der die Welt verändern könnte
von Andreas Singler
Vulkane sind eine Gefahr für eine Region, wenn sie ausbrechen. Supervulkane können Auswirkungen auf die ganze Welt haben. Einer befindet sich unter dem Yellowstone-Nationalpark.
Schon bald nach seinem Erscheinen wird der Mensch zur dominierenden Spezies auf der Erde. Doch seine Existenz ist durch Klimakatastrophen und andere Naturgewalten bedroht.
12.10.2024 | 43:13 minDer Mensch bevölkert die Erde seit mindestens 200.000 Jahren. Doch die Erfolgsgeschichte des Homo sapiens ist fragil - und sie ist bis heute bedroht. Eine besondere Gefahr für die frühen Menschen: Vulkanismus.
Schwefel deutet auf extremen Vulkanismus hin
Wie die ZDFinfo-Dokumentation "Katastrophen der Erdgeschichte: Zeitalter des Menschen" zeigt, könnte die Menschheit vor 74.000 Jahren einmal fast am Abgrund gestanden haben. Darauf deutet ein sprunghafter Anstieg des Schwefelgehaltes in der Atmosphäre zu jener Zeit hin. Forscher haben das mit Eisbohrungen in der Antarktis nachgewiesen.
Ort des Geschehens ist der heutige Toba-See auf der indonesischen Insel Sumatra. Der See ist der größte Krater-See der Erde - 100 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Er entstand durch die Eruption des Vulkans Toba.
Vor etwa 74.000 Jahren kam es zu einem gigantischen Ausbruch dieses Vulkans, einer Supereruption.
Dr. Martin Danisik, Geologe an der Curtin-Universität in Perth
Grindavik auf Island gleicht einer Geisterstadt, ständig bedroht von heißen Lavamassen. Doch manche Einwohner wollen die Hafenstadt nicht aufgeben, sie hoffen auf einen Neuanfang.
20.01.2025 | 2:11 minMehr als 4.000 Kubikkilometer Asche, Gas und vulkanisches Gestein wurden bei diesem Ausbruch ausgestoßen. Bis zu acht Kilometer hoch türmten sich Eruptionswolken mit Temperaturen von bis zu 800 Grad. "Wahrscheinlich wurde alles in einem Umkreis von 100 Kilometern ausgelöscht", vermutet Martin Danisik, Geologe an der Curtin-Universität in Australien. Weite Teile Asiens dürften damals mit Asche bedeckt gewesen sein.
Der Pazifische Feuerring erstreckt sich über 40.000 Kilometer entlang des Pazifiks. Drei Viertel aller Vulkane der Erde befinden sich entlang des Bandes. Die meisten Vulkane werden hier aktiv, wenn sich die Pazifische Platte unter die leichteren Kontinentalplatten schiebt. Diesen tektonischen Vorgang nennt man Subduktion. Dabei entsteht ein so hoher Druck, dass sich der Erdmantel verflüssigt und als über 1.000 Grad heißes Magma an die Erdoberfläche steigt.
Der Ausbruch des Toba-Vulkans allein war vermutlich nicht das größte Problem. Das dabei ausgestoßene Schwefeldioxid könnte das Sonnenlicht blockiert und so für eine globale Abkühlung gesorgt haben.
Der Vulkan Ätna ist erneut aktiv: Über den Gipfelkratern stiegen im Dezember meterhohe Lavafontänen auf, begleitet von heftigen Explosionen und dichten Aschewolken. Das Vulkaninstitut erhöhte die Warnstufe.
29.12.2025 | 1:33 minDie Flaschenhalstheorie: Stand die Menschheit vor dem Aus?
War die Menschheit damals in ihrer Existenz bedroht? "Es gibt die Theorie, dass der Ausbruch zu einer Art genetischem Flaschenhals in der menschlichen Population geführt hat", erläutert Danisik.
Die Menschheit wurde demnach auf 3.000 bis 10.000 Individuen dezimiert.
Dr. Martin Danisik, Geologe
Diese Hypothese vom Beinahe-Aussterben des Homo sapiens ist allerdings umstritten. "Der Toba-Ausbruch verursachte keinen genetischen Flaschenhals für den Menschen", glaubt der marokkanische Archäologe Abdeljalil Bouzouggar vom staatlichen Forschungsinstitut INSAP in Rabat. Durch die Analyse menschengemachter Muschelperlen kommt er zu einem klaren Ergebnis: "Die Entwicklung ging nahtlos weiter."
Sehen Sie die Doku "Katastrophen der Erdgeschichte - Zeitalter des Menschen" am 2. März um 15:45 Uhr bei ZDFinfo oder streamen Sie sie jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.
Yellowstone: ein Nationalpark als Supervulkan
Die Gefahr durch Supervulkane beschränkt sich nicht nur auf den Pazifischen Feuerring. Auch in Nordamerika, fern aktiver Plattengrenzen, liegt ein solcher Vulkan - unter dem von Geysiren und über 10.000 heißen Quellen geprägten Yellowstone-Nationalpark. Dessen Ausbruch könnte verheerender sein als die große Toba-Eruption. Der Grund: In mehreren Kilometern Tiefe erstreckt sich eine Magmakammer über rund 90 mal 40 Kilometer.
Es ist also kaum vorstellbar, wie viel Magma sich dort unten befindet. Wahrscheinlich könnte man den Grand Canyon damit zehn oder elf Mal befüllen.
Dr. Jamie Farrell, Seismologe an der Universität Utah
Wie wahrscheinlich ist ein Ausbruch des Supervulkans Yellowstone in den USA? Unter der Erdkruste schlummert eine riesige Magmakammer. Eine Eruption hätte katastrophale Folgen.
18.06.2024 | 44:03 minZwei Supereruptionen ereigneten sich hier in erdgeschichtlich jüngerer Zeit. "Es gibt keinen Grund zu glauben, dass so etwas nicht wieder passieren könnte", sagt die Vulkanologin Madison Myers. "Eine neue Supereruption würde unsere Welt für Jahrzehnte dramatisch verändern." Eine Aschewolke würde in die Stratosphäre aufsteigen und die ganze Erde einhüllen, so Myers. Die Folge wäre eine deutliche Abkühlung, ein "vulkanischer Winter".
Das hätte verheerende Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt, ein katastrophales Ereignis. Ich würde sagen, es wäre eine der größten Bedrohungen für die Menschheit.
Dr. Madison Myers, Vulkanologin an der Montana State University
Tropische Meere, Vulkanausbrüche und urzeitliche Raubtiere: Die Vulkaneifel erzählt eine Geschichte voller Gegensätze – von fossilen Riffen bis zum Vermächtnis ruhender Kraterseen.
20.12.2025 | 43:42 minMehr zum Thema Vulkane
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