Milliardengeschäft Adipositas:Neue Abnehmpille: Wirkung, Kosten und Risiken
Die neue Abnehmpille kommt in deutsche Apotheken und verschärft den Wettbewerb für lukrative Adipositas-Medikamente. ZDFheute live über Risiken, Kosten und den Streit um die Kassenleistung.
Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland ist von Adipositas betroffen. Moderne Medikamente wie Wegovy, Ozempic oder Mounjaro haben einen regelrechten Boom ausgelöst. Jetzt startet mit der neuen Generation der Abnehmpillen der nächste Milliardenmarkt.
Die Tabletten mit dem Wirkstoff Semaglutid sind in Wirkung und Nebenwirkungen mit der Spritze vergleichbar: Sie signalisieren dem Gehirn ein Sättigungsgefühl, außerdem bleibt die Nahrung länger im Magen - Patienten essen weniger und nehmen dadurch ab.
Deutschland ist das erste Land in der EU, in dem die Abnehmpille angeboten wird. Sie verschärft den Wettbewerb auf dem lukrativen Markt für Adipositas-Medikamente. Bislang kostet die Behandlung mehrere hundert Euro pro Monat.
Betroffene brauchen ein Rezept vom Arzt, einfach so bekommt das Medikament keiner. Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Abnehmpräparate nicht erstattet, da sie rechtlich als Lifestyle-Medikamente gelten.
Mediziner fordern, das zu überdenken, da der Wirkstoff das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senke. Zudem warnen sie vor einem zunehmenden Missbrauch durch dubiose Online-Anbieter.
Kommt jetzt die Abnehmpille für alle? Ist sie ein lebensveränderndes Medikament oder ein gefährliches Lifestyle-Präparat? Und sollten die Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen?
Darüber spricht Marc Burgemeister bei ZDFheute live mit der Ärztin und Adipositas-Chirurgin Sylvia Weiner und dem Gesundheitsökonom Wolfgang Greiner.
Mit Material von Reuters, dpa und ZDF.