Wirecard-Betrüger in Moskau:Jan Marsaleks geheimes Leben enttarnt
Reporter von ZDF, Spiegel und anderen haben Jan Marsalek in Russland aufgespürt. Frontal-Reporter Christian Rohde über Verbindungen des Milliardenbetrügers zu Putins Geheimdienst.
Monatelang haben Reporter von ZDF Frontal, dem "Spiegel", dem österreichischen "Standard", "PBS Frontline" und "The Insider" recherchiert: Mit aktuellen Fotos, Pass- und Handydaten belegen sie erstmals, wie der einstige Wirecard-Überflieger Jan Marsalek unter falscher Identität in Moskau lebt. Offenbar arbeitet Marsalek für den russischen Geheimdienst. Zahlreiche Bilder von Überwachungskameras zeigen Marsalek in Schlips und Anzug auf dem Weg von der U-Bahn in die Zentrale des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau. Zwischen Januar und November 2024 wurde sein Handy 304-mal in der Nähe der FSB-Zentrale in Moskau Lubjanka erfasst. Datenanalysen belegen außerdem Reisen von Marsalek ins Kriegsgebiet in der Ostukraine und ins russisch besetzte Mariupol. Nach Aussagen von Eingeweihten in Moskau soll er dort an Einsätzen hinter den Frontlinien beteiligt gewesen sein.
Bei ZDFheute live spricht Christina von Ungern-Sternberg mit Frontal-Reporter Christian Rohde über die Recherchen. Außerdem im Interview: Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums darüber, wie gefährlich Marsalek und andere russische Spione für Deutschlands Sicherheit sind.
Der Wirecard-Skandal
Marsalek war bis 2020 Vorstandsmitglied des Finanzdienstleisters Wirecard. Der sogenannte Wirecard-Skandal gilt als einer der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Firma hatte mutmaßlich über Jahre hinweg ihre Bilanzen gefälscht und Milliardengewinne erfunden. Gläubiger und Aktionäre verloren Milliarden und Tausende Mitarbeiter ihren Job. Marsalek wurde im Juni 2020 von Wirecard freigestellt und tauchte noch am selben Tag ab.
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Video5:32Wie Reporter Marsalek auf die Spur kamen
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