Oppositionspolitikern „jetzt sicherlich nicht die erste Adresse“

Oppositionspolitikern „jetzt sicherlich nicht die erste Adresse“

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Thorsten Frei bei Maybrit Illner

Kanzleramtsminister Torsten Frei (CDU) hat Kritik an der Entscheidung zurückgewiesen, den iranischen Exilpolitiker Reza Pahlavi in Berlin nicht offiziell zu empfangen.

Man spreche in der Bundesregierung auch mit iranischen Oppositionspolitikern, aber das sei „jetzt sicherlich nicht die erste Adresse“, sagte Frei am Donnerstag in der ZDF-Sendung „maybrit illner“. Unbestritten sei, dass im Iran ein „verbrecherisches Mullah-Regime“ an der Macht sei. Trotzdem sei ein Regimewechsel „nie von außen“ herbeizuführen. Der Chef des Bundeskanzleramts verteidigte zugleich die Aufnahme von Kommunikation mit dem Regime. „Wir haben andere Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen“, sagte er und nannte unter anderem die Situation an der Straße von Hormus, das hochangereicherte Uran im Iran sowie das auch für Europa bedrohliche ballistische Raketenprogramm.

Zuvor hatte Pahlavi im Interview mit ZDF-Moderatorin Maybrit Illner dem Westen eine Mitverantwortung dafür zugeschrieben, dass das iranische Terrorregime die Welt erpresst. Die Beschwichtigung, mit der der Westen gegenüber Teheran aufgetreten sei, habe zu der jetzigen Situation geführt. Es habe „nicht genug Druck“ gegen das Regime gegeben, kritisierte der Sohn des letzten iranischen Schahs und betonte: “Tatsächlich hat sich die freie Welt zurückgezogen vor diesem Regime. Das muss umgekehrt werden. Und wenn das nicht passiert, wird natürlich das Regime auch weiter überleben.“ Das iranische Volk registriere, dass es derzeit von niemandem in der Welt gesehen werde. Niemand spreche über einen Waffenstillstand für die Menschen im Iran. Die Iraner aber seien entschlossen, weiterzukämpfen, bis das Regime überwunden sei. „Mittlerweile trennt uns ein Meer aus Blut von diesem Regime. Es gibt keinen Weg zurück“, sagte Pahlavi.

Dies ist ein Ausschnitt der "maybrit illner" Sendung mit dem Thema „Welt im Öl-Schock – unterschätzt die Regierung die Krise?" vom 23. April 2026, um 22:15 Uhr im ZDF.