Politikwissenschaftler Lembcke:Politik-Experte: Mit KI droht "Verdummung"
Zuletzt nutzten Politiker KI, um Reden mit zu schreiben - aber Authenzitität könne man sich nicht leihen, so Politikwissenschaftler Oliver Lembcke.
Sehen Sie das Interview oben im Video in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Lembcke zu ...
... der Nutzung von KI durch Politikerinnen und Politiker
Es sei eine Frage der Authentizität, von Glaubwürdigkeit und von demokratischer Verantwortung, sagt Lembcke. Dafür stehe ein Minister ein, aber auch sein Mitarbeiterstab. KI könne ein "gutes Instrument" sein, um Dinge schnell und effizient aufzuarbeiten. "Aber darüber hinaus muss natürlich sichergestellt sein, dass die Verantwortung und die Kontrolle für diese Politik im Ministerium bleibt und von Menschen gemacht ist."
Es geht um Urteilskraft.
Oliver Lembcke, Politikwissenschaftler
In einem Ministerium müsse verantwortlich mit Ideen umgegangen werden.
... Regeln und Kriterien für den Umgang mit KI
"Im Grunde genommen braucht es eigentlich ein politisches Ethos", meint der Experte. Es brauche einen Umgang eines jeden Politikers und einer jeden Politikerin mit dieser Herausforderung. "Am Ende dieses Umgangs muss stehen, dass die Zuarbeit nicht dazu führt, dass man einfach etwas vom Blatt liest."
Durch Regeln lasse sich so ein Ethos nicht wirklich gut regulieren, sagt Lembcke. Doch vielleicht könne man durch Regeln zumindest das Verantwortungsbewusstsein schärfen.
... der Frage, was passiert, wenn der Mensch sich immer weiter auf die KI verlässt
"Dann wird er im Laufe der Zeit seine Urteilskraft verlieren."
Die KI gibt viele Antworten, aber welche die eigene richtige Antwort für einen selbst ist, das kann die KI natürlich nicht leisten.
Oliver Lembcke, Politikwissenschaftler
"Immanuel Kant würde sagen, ohne Urteilskraft ist der Mensch dumm", sagt Lembcke. Und weiter: "Es droht uns also eine gewisse Art der Verdummung, wenn man so möchte."