Österreichische Kuh begeistert Wissenschaft

Österreichische Kuh begeistert Wissenschaft

von Christian von Rechenberg

|
Kuh Veronika

In Kärnten sorgt Kuh Veronika für Staunen. Sie nutzt einen Besen als Werkzeug, um sich selbst zu kratzen. Diese Fähigkeit begeistert Forschende weltweit und macht Veronika berühmt.

Mit ihrer langen Zunge greift die österreichische Kuh Veronika einen Schrubber und kratzt sich ausgiebig: Mit dieser Eigenart hat die Kuh das Interesse von Biologen geweckt. Diese haben nach eigenen Angaben erstmals wissenschaftlich nachgewiesen, dass ein Hausrind gezielt ein Werkzeug einsetzen kann. Im konkreten Fall nimmt Veronika lange Objekte ins Maul und kratzt sich damit an verschiedenen Körperstellen, sogar an ihrem Po.

"Dumme Kuh" ist falsch

Die kognitiven Fähigkeiten von Nutztieren würden oft unterschätzt, schreiben Alice Auersperg und Antonio Osuna Mascaró von der Veterinärmedizinischen Universität Wien in ihrer Studie, die im Fachjournal "Current Biology" erschienen ist. "Wir verwenden den Begriff "dumme Kuh", weil wir diese Tiere nur aus dem Blickwinkel der Verwertung betrachtet haben", sagte die aus Bayern stammende Auersperg.

Kuh Veronika muss weder Milch produzieren, noch ist sie für den Metzger vorgesehen. Sie lebt als Haustier bei einem Biobauern und Bäcker im Bundesland Kärnten im Süden Österreichs. Nachdem Auersperg vor etwa einem Jahr ein Buch mit dem Titel "Der Erfindergeist der Tiere" veröffentlicht hatte, berichteten ihr zahlreiche Menschen über Tiere mit besonderen Verhaltensweisen. Unter anderem erhielt sie ein Video von Veronika. (dpa)