Wo Familien am Krieg zerbrechen
von Ksenia Bolchakova und Veronika Dorman | Deutsche Bearbeitung: Joachim Bartz
Der dritte Teil der Doku-Serie "Geheim in Russland" zeigt, wer sich weigert, der russischen Propaganda zu folgen, wird zum Staatsfeind erklärt. Selbst Kinder werden von Polizei und Geheimdienst schikaniert, wenn sie nur ein Bild für den Frieden malen.
Wie umfassend die Gehirnwäsche inzwischen ist, zeigt sich unter anderem daran, dass auf dem Roten Platz der sowjetische Sieg über Nazideutschland gleichgesetzt wird mit dem Krieg in der Ukraine. Als hätte die Ukraine Russland überfallen. Im Staatsfernsehen hetzen Moderatoren, die mitunter sogar Duma-Abgeordnete sind, gegen den Westen und auch gegen deutsche Journalisten.
Da sich 75 Prozent der Russen über das Staatsfernsehen informieren, verfängt die Propaganda. Das zeigt sich an einem eindrucksvollen Beispiel: Die Mutter lebt in Russland, die Tochter im Exil in London. Beide telefonieren oft und streiten sich oft, weil die Mutter Russland verteidigt, die Tochter ihre Mutter aber aus der Sekte, wie sie sagt, befreien will. Noch reden Mutter und Tochter miteinander, doch viele Familien sind wegen des Angriffskrieges Russlands in der Ukraine zerbrochen.
Die Recherche basiert auf der ZDF-frontal-Dokuserie "Geheim in Russland". Darin ist es den Journalistinnen Ksenia Bolchakova und Veronika Dorman gelungen, unter anderem Eindrücke aus dem Inneren der Junarmija zu sammeln. Ende 2022 reisten die Journalistinnen mit russischen Wurzeln drei Wochen lang durch Russland und filmten heimlich, wie die Militarisierung des Landes seit dem Angriff auf die Ukraine auch unter den Jüngsten voranschreitet.
Die dreiteilige Dokuserie "Geheim in Russland" mit den Folgen "Wo Kinder töten lernen", "Wo Soldaten erniedrigt werden" und "Wo Familien am Krieg zerbrechen" ist ab dem 7. Juni 2023 exklusiv in der ZDF Mediathek abrufbar.