Streit um Äußerungen bei Olympia:Nach Kritik am Verband: Startverbot für Eisschnellläufer Petzold
Der deutsche Eisschnelllauf-Verband hat Fridtjof Petzold nach dessen Kritik bei Olympia ein Startverbot erteilt. Die DESG sieht einen "Bruch der Kaderkriterien".
Die von der "Sportschau" und Eisschnellläufer Fridtjof Petzold erhobenen Vorwürfe unter anderem wegen verspäteter Prämienauszahlung hat DESG-Präsident Mathias Große klar zurückgewiesen.
26.02.2026 | 0:59 minEisschnellläufer Fridtjof Petzold ist für seine Olympia-Kritik am Verband hart bestraft worden und muss um die Fortsetzung seiner Karriere bangen. Das Präsidium der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat ein vorläufiges Startverbot für den 28-Jährigen verfügt und dessen Status als Bundeskaderathlet mit sofortiger Wirkung ausgesetzt.
Beide Beschlüsse gelten bis zu einer "endgültigen Entscheidung durch den Disziplinarbeirat", teilte DESG-Vizepräsident Christoph Zepernick mit. Bis dahin dürfe Petzold, der auf den Langstrecken über 5.000 und 10.000 Meter zu Hause ist, nicht für Wettkämpfe nominiert werden. Er droht damit die Mehrkampf-WM am 7./8. März in den Niederlanden zu verpassen. Die Einberufung des Disziplinarbeirats erfolgt durch den Verbandspräsidenten Matthias Große.
Die DESG um Präsident Matthias Große sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Ursache ist ein kritischer ARD-Bericht. Eine Pressekonferenz sollte entlasten - sorgt aber für neuen Wirbel.
27.02.2026 | 2:18 minDESG-Sportdirektorin: "Bruch der Kaderkriterien"
Nach seinem abschließenden Wettkampf bei den Olympischen Winterspielen in Italien hatte Petzold kritisiert, dass die DESG ein strukturelles Problem habe und die Betreuung in Mailand nicht so gewesen sei, wie er es sich vorgestellt hätte. Letzteres wies Sportdirektorin Nadine Seidenglanz vehement zurück, genau wie Große.
Dann kommt jemand, der keine Leistung bringt, der sich nicht an die Regeln hält, stellt sich vor die Kamera und pestet.
DESG-Präsident Matthias Große
Seiner Meinung nach habe Petzold die Regeln des Verbandes verletzt. "Verbands-schädigende Aussagen kann er treffen, aber intern und nicht öffentlich", erklärte der 58-Jährige. Seidenglanz sprach von einem "Bruch der Kaderkriterien".
Eisschnellläufer Fridtjof Petzold ist nach seiner Kritik am Verband gesperrt worden und droht die Mehrkampf-WM zu verpassen.
Quelle: dpa"Athleten Deutschland" appellieren an DOSB
"Athleten Deutschland" äußerte großes Unverständnis am Vorgehen der DESG. "Athletinnen und Athleten müssen ohne Angst vor Repressalien die Möglichkeit haben, Kritik an ihrem Verband zu äußern, insbesondere wenn interne Beschwerdewege dysfunktional oder mit Interessenkonflikten behaftet sind", hieß es.
Der gemeinnützige Verein befürchtet zudem keinen fairen Umgang mit dem Sportler, da in der Disziplinarkommission der DESG jene Personen säßen, "die Gegenstand der Kritik von Fridtjof Petzold sind". Man erwarte vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), sich stärker für den Schutz der Athletinnen und Athleten einzusetzen.
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