Vor dem Start der Frauen-Bundesliga:Was dem VfL Wolfsburg im Titelkampf Hoffnung macht
von Victoria Kunzmann
Im Supercup gegen den FC Bayern setzte es für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg eine klare Niederlage. Trotzdem sehen sich die "Wölfinnen" in der Bundesliga nicht chancenlos.
Sonderlob vom Trainer: Weronika Arasniewicz vom VfL Wolfsburg, hier im Zweikampf mit Arianna Caruso vom FC Bayern (r.).
Quelle: xFotostandXEs war ein gewohntes Bild, das die Fans, Spielerinnen und Bundestrainer Christian Wück am Samstag in Ingolstadt sahen. Die Fußballerinnen des FC Bayern jubelten und ließen sich mit einem Pokal feiern, den sie in den Nachthimmel streckten. Diesmal handelte es sich bei der Trophäe um den Supercup, nach einem klaren Sieg gegen den VfL Wolfsburg.
3:0 gewannen sie am Ende gegen unglückliche "Wölfinnen". Für beide Teams diente das Spiel der Standortbestimmung vor dem Saisonstart - und die ist eindeutig: Der FC Bayern ist das Maß aller Dinge im deutschen Frauenfußball.
Mit einem 3:0 gegen den VfL Wolfsburg gewannen die Frauen des FC Bayern den DFL-Supercup - zum dritten Mal in Serie.
15.08.2026 | 6:59 minWolfsburg erlebt den nächsten Umbruch
Der VfL, jahrelang die dominierende Mannschaft der Liga, hatten wieder einmal das Nachsehen. Bayern gewann das siebte Duell in Folge. Wer darauf tippt, dass die Bayern zum fünften Mal in Serie die Meisterschale hochhalten werden, überrascht niemanden mehr.
Doch Wolfsburg hat im Supercup Mut bewiesen und gezeigt: 16 Punkte Rückstand wie zum Ende der vorigen Saison 2025/26 sollen es nicht wieder werden. "Wir gehen mit vielen positiven Erkenntnissen aus dem Spiel", sagte Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch optimistisch.
Champions League der Frauen, das Viertelfinale im April: Lange sind die Wolfsburgerinnen im Rückspiel gegen Lyon im Glück. In der Verlängerung können die Französinnen ihre Überlegenheit dann ausspielen.
03.04.2026 | 2:32 minPopp, Endeman, Beerensteyn: prominente Abgänge
Dabei wartet auf Lerch jede Menge Arbeit: Der Abgang von Alexandra Popp zu ihrem Herzensverein Borussia Dortmund war zwar der spektakulärste, aber bei weitem nicht der einzige.
Zahlreiche Leistungsträgerinnen verließen den VfL, etwa Vivien Endemann (Liverpool), Lineth Beerensteyn und Janou Levels (beide Real Madrid). Der bekannteste Neuzugang, Nationalstürmerin Giovanna Hoffmann, ist derzeit noch verletzt.
Der FC Bayern vermieste Alexandra Popp ihr letztes Pokalfinale mit den "Wölfinnen" und schlug den VfL im Endspiel klar mit 4:0.
15.05.2026 | 1:36 minVergangene Woche ließen die siebenmaligen deutschen Meisterinnen durch die Transfers von Mara Alber (von Chelsea) und Lara Prasnikar (von den Utah Royals) aufhorchen. Lerch lobte das gute Zusammenspiel seiner neu aufgestellten Elf: "Sie haben das gut gemacht. Und auch generell als Mannschaft haben wir gut gearbeitet."
Sie haben eine gute Energie auf dem Platz gelassen.
VfL-Trainer Stefan Lerch
Dabei hob er Innenverteidigerin Lieske Carleer, Stürmerin Anny Kerim-Lindland und Offensivspielerin Weronika Arasniewicz hervor, die alle drei wenig Erstliga-Erfahrung aufweisen.
Lerch verteilt Sonderlob
Schon nach wenigen Minuten hätte die Partie in Ingolstadt ganz anders aussehen können - dank der mutigen Flügelspielerin Cora Zicai. Zuerst wurde ihr Schuss an den zweiten Pfosten geblockt, dann musste Bayern-Torhüterin Ena Mahmutovic eingreifen.
"Für mich eine absolute Gewinnerin der Vorbereitung. Sie trifft gute Entscheidungen, ist torgefährlich und arbeitet gut gegen den Ball", lobte ihr Trainer. Auch andere Profis müssen durch den Umbruch mehr Verantwortung übernehmen.
Zwei Standardtore und ein Treffer direkt nach der Pause zeigen: Spielerisch kann der FC Bayern noch zulegen. Klara Bühl zeigte sich beeindruckt von den Gegnerinnen: "Man hat gesehen, dass Wolfsburg sich spielerisch besser aus den Situationen gelöst hat, ruhiger am Ball war und zu anderen Mitteln greift als letztes Jahr", sagte sie. "Dadurch wirken sie auf mich gefährlicher als letztes Jahr."
Es mache ihm Mut, sagte Lerch, "dass wir die Bayern auch mal ärgern können". Wenn es nach ihm geht, wird das Titelrennen also wieder spannender. Am Samstag starten die "Wölfinnen" gegen den 1. FC Nürnberg in die neue Bundesliga-Saison.
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