Fan-Reaktionen zum Bundestrainer:Jürgen Klopp? "Der Richtige" - aber mit Beigeschmack
von Christoph Ruf
Die Enttäuschung nach dem frühen WM-Aus wirkt nach und viele Deutschland-Fans sehen Jürgen Klopp kritischer als vor einigen Jahren. Trotzdem herrscht Aufbruchstimmung.
ZDF-Reporterin Claudia Neumann hat Jürgen Klopp "sehr offen, sehr ehrlich", aber auch "angriffslustig" erlebt. Experte Renè Adler wunderte sich über Klopps Ansage an die Medien.
24.07.2026 | 23:46 minSven Fries hat im vergangenen Jahr alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft live im Stadion gesehen. Er war auch in Belfast und Bratislava. Und natürlich auch bei der WM viermal vor Ort. Was er am Freitag zur Vertragsunterschrift von Jürgen Klopp zu Protokoll gibt, scheint repräsentativ für die Stimmungslage bei den Fans - in aller Differenziertheit.
Fries sieht Klopps Liaison mit Red Bull und dessen "Omnipräsenz im Werbefernsehen" kritisch. "Aber heute überwiegt klar das Fachliche: Dass es Klopp wird, ist nach diesem Turnier eine richtig gute Nachricht."
Jürgen Klopps Weg von Mainz und Dortmund zum FC Liverpool, dann sein vielfach kritisiertes Red-Bull-Engagement - und jetzt wird er Bundestrainer. Er erhält wohl einen Vertrag bis 2030.
24.07.2026 | 2:10 minKlopp bundesweit beliebt
In den sozialen Medien äußerten sich schon während der Pressekonferenz viele Fans ähnlich. Zumal Klopps Image als charismatischer Menschenfänger offenbar auch die Zeit bei Red Bull überdauert hat. Und das nicht nur in Fankreisen.
So zitiert das Wochenmagazin "Die Zeit" eine Studie, wonach 78 Prozent der Bundesbürger Klopp sympathisch finden - ein Rekordwert. Die Zahlen wurden nach seinem Wechsel zu Red Bull erhoben. Auch Sven Fries verbindet große Hoffnungen mit der heutigen Entscheidung. Seine Sehnsucht nach einem Neustart ist nach der WM groß.
Es ist offiziell, Jürgen Klopp ist neuer Bundestrainer. Gemeinsam mit seinem neuen Trainerstab möchte er den DFB wieder zurück zum Erfolg bringen – und natürlich besseren Fußball spielen lassen.
24.07.2026 | 11:47 minWM-Frust wirkt bei Fans nach
"Ein tolles Turnier, nur unser Fußball hat gestört", bilanziert er sarkastisch. "Gegen Paraguay war gefühlt ganz Boston für uns. Und dann dieser blutleere Auftritt."
Fries hat "eine große Sehnsucht nach einem mitreißenden Trainer" ausgemacht, einem, der Emotionen auslöst und Drive reinbringt. Klopp sei deshalb - mit den Worten von DFB-Präsident Bernd Neuendorf - "der richtige Mann am richtigen Ort", sagt Fries. Auch andere DFB-Fans, die bei der WM dabei gewesen sind, sähen das so.
Länderspiele statt hohe Ablöse für Leipzig
Klopps Vertrag bei Red Bull wurde nun aufgelöst. Der Konzern, das bestätigte Neuendorf, hat auf eine Ablöseforderung verzichtet. Stattdessen werde der DFB eine Million Euro an die Konzern-Stiftung "Wings for Life" spenden, die sich der Heilung von Querschnittslähmung verschrieben hat. Zudem wurden bis 2030 drei Länderspiele in Leipzig zugesagt.
Kicker-Chefredakteur Tobias Goldbrunner sagt: "Wenn sich Klopp darauf fokussiert, die Spieler zu einer Einheit zu formen, kann es funktionieren." Der Weg zurück an die Weltspitze sei aber weit.
21.07.2026 | 3:08 minKlopps RB-Job für viele Fans ein Makel
Der DFB-Präsident betonte, man habe nie darüber nachgedacht, dass Klopp weiter parallel als Markenbotschafter arbeitet. Es brauche "volle Konzentration" auf die Aufgabe als Bundestrainer. Für den Sprecher des Fan-Bündnisses "Unsere Kurve", Thomas Kessen, bleibt Klopps Liaison mit Red Bull dennoch ein Makel. Der Konzern, dem der DFB sich nun auch noch zu Dankbarkeit verpflichtet fühle, werde aus gutem Grund fast überall kritisch gesehen.
Red Bull, so Kessen, gehe es "nicht um den Sport, sondern einzig und allein um Sichtbarkeit für die eigene Marke, die zu höheren Gewinnen führen soll". Auch Fries sieht Red Bull kritisch. Die Millionen-Spende des DFB begrüßt er dennoch: "Bei sinnvollen Projekten ist es fast zweitrangig, woher das Geld kommt. Besser, als dass es woanders hinfließt."
Für Dauerfan Fix überwiegt das Fachliche
Das sieht Martin Fix, der 208 deutsche Länderspiele live gesehen hat, anders. Die Stiftung sei ein "Feigenblatt" des Konzerns und die Spende "eine elegante Lösung, sich als DFB aus der Nummer rauszuschlängeln."
Auch Klopp sieht er kritischer als vor einigen Jahren. Als der bei Red Bull unterschrieb, war er fassungslos: "Einer, der in Mainz, Dortmund und Liverpool die Fans mitgerissen hat, macht jetzt das Gegenteil von all dem, wofür er stand."
Doch bei aller Kritik - auch für Fix überwiegt in der Gesamtschau das Fachliche. Dass Klopp am Freitag betonte, ihm schwebe ein Fußball vor, "nach dem die Fans nach Hause gehen und sagen: 'Wow'", sei die richtige Strategie, sagt der Fan der DFB-Elf. "Es muss sich einiges tun. Klopp ist ein guter Mann, der das vorlebt."
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- Liveblog
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