Große Kulisse im Frauenfußball:"Kölsche Mädche" locken die Massen
Für Highlight-Spiele der Frauen-Bundesliga zieht der 1. FC Köln schonmal ins große Stadion um. Jetzt werden über 30.000 Zuschauer gegen den FC Bayern erwartet.
Vor knapp zwei Jahren besuchten gut 38.000 Zuschauer das Frauen-Bundesligaspiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt: Das ist der bisherige Rekord für die Frauen-Bundesliga.
Quelle: imagoDer Slogan ist griffig. "Aus Tradition wird Brauchtum" heißt es beim 1. FC Köln, wenn die Fußballerinnen das dritte Mal zu einem Highlight-Spiel der Frauen-Bundesliga bitten. Diesmal wird Meister FC Bayern im Rhein-Energie-Stadion (Sonntag 14 Uhr) vorstellig.
Sondertrikot mit Rosenmuster für Partie gegen Bayern
Bis zum Wochenende waren 28.000 Tickets abgesetzt, mit mindestens 30.000, "bei gutem Wetter auch mit 32.0000, vielleicht 35.000" Besuchern rechnet FC-Bereichsleiterin Nicole Bender-Rummler. Auf alle Fälle stellt der 1. FC Köln eine neue Saison-Bestmarke für die Liga auf.
Die Frauenfußball-Bundesliga will professioneller und finanziell unabhängiger werden. Dazu hat sie nun die "Geschäftsplan Frauen-Bundesliga Projekt GbR" gegründet.
01.10.2024 | 3:36 minBis heute hält Köln den Bundesliga-Zuschauerrekord mit 38.365 Fans vor zwei Jahren gegen Eintracht Frankfurt, im Vorjahr kamen immerhin 30.123 zum Heimspiel gegen Werder Bremen. Nebenbei kündigt sich zum dritten Male ein ausverkauftes DFB-Pokalfinale (1. Mai) an. Bender-Rummler betont im Gespräch mit ZDFheute den Stellenwert des Fußballs für die Stadt:
Köln ist eine sportverrückte und weltoffene Stadt und der Effzeh ist hier fast schon eigene Religion.
Nicole Bender-Rummler, 1. FC Köln
Bei den Frauen sollen andere Zielgruppen, insbesondere Familien angesprochen werden, weshalb auch ein besonderes Rahmenprogramm in Müngersdorf angeboten wird. Am Vormittag lockt neben dem Stadion eine Pänz-Party für Kinder und Familien. Sogar ein weißes Sondertrikot mit Rosenmuster für "Kölsche Mädche" wurde aufgelegt.
70. Minuten lang schnuppern die Fußballerinnen des 1. FC Köln gegen den FC Bayern an der Sensation, ehe Klara Bühl mit dem 1:0 für den Spitzenreiter den Bann bricht. Dabei blieb's.
05.10.2024 | 6:13 minInzwischen spielt die Partie auch eine erhebliche Rolle im Budget, weil eine sechsstellige Einnahme verbucht werden kann. Bender-Rummler: "Wir haben auch dadurch fast eine schwarze Null im Jahresergebnis für die Saison 2023/24 erreicht." Die 42-Jährige glaubt fest daran: "Wir machen das nicht nur für den Standort Köln. Jedes Highlight-Spiel hilft, um den Frauenfußball in Deutschland attraktiver zu machen!"
Frauenfußball wirtschaftlich tragfähig aufstellen
Sie tauscht sich regelmäßig mit anderen Vereins- und Verbandsvertretern aus, um den Effekt aus diesen Partien in den Männer-Arenen zu optimieren. "Es geht ja darum, nachhaltig etwas aufzubauen und das Ökosystem Frauenfußball wirtschaftlich tragfähiger zu machen."
Der Zuschauerrekord war schon seit der Vorwoche geknackt, jetzt ist das Nordderby im DFB-Pokal zwischen den Fußballerinnen vom Hamburger SV und Werder Bremen ausverkauft. Alle 57.000 Tickets für das Halbfinale am 23. März beim Zweitligisten (ZDF-Livestream) sind weg, das gab der HSV am Freitag bekannt. Die HSV-Frauen hatten zuletzt ihre Premiere im Volksparkstadion gegeben, im Viertelfinale war ein Sieg über Ligarivale Borussia Mönchengladbach gelungen (2:0).
Auch der 1. FC Köln gehört zu den Lizenzvereinen, die das Investment aus Überzeugung tätigen. So nutzen die Profis von Männer und Frauen inzwischen gemeinsam die Krafthalle oder den Videoraum. Die Kabinen am Geißbockheim werden noch umgebaut, um professionelle Bedingungen zu bieten.
Der Effekt: "Vor vier Jahren hatten wir Zuschauerzahlen im dreistelligen Bereich", erinnert sich die Bereichsleiterin, "dann kam der große Boom mit der EM in England." Dass es aktuell sogar mehr als die knapp 2.000 Besucher im Franz-Kremer-Stadion wären, wenn die FC-Frauen in der Tabelle besser dastünden, verhehlt Bender-Rummler nicht. Nur irgendwie will es nicht wirklich gelingen, sich sportlich zu stabilisieren.
Neu-Trainerin Carlson wartet noch auf das erste Tor
Bloß sieben Punkte aus 15 Spielen bei nur einem Sieg sind nicht das, was "wir uns vorgestellt haben", gibt Bender-Rummler zu. Auch wenn es durch die Aufstockung auf 14 Vereine zur nächsten Saison diesmal nur einen Absteiger gibt, ist das nicht der Anspruch in der fußballbegeisterten Domstadt. Trainer Daniel Weber musste gehen, mit Britta Carlson übernahm die frühere Assistenztrainerin der deutschen Nationalmannschaft, die laut Bender-Rummler "mit ihrer empathischen, ambitionierten und qualifizierten Art" gut ankomme und an "vielen Details" arbeite.
Gleichwohl: Nach einem 0:0 gegen den VfL Wolfsburg und gegen die SGS Essen sowie einem 0:2 beim SC Freiburg wartet Carlson bei ihrem Team noch auf den ersten Treffer. Bender-Rummler hätte nichts dagegen, dass dann eben gegen die Bayern aus den Lautsprechern scheppert: "Wenn et Trömmelche jeht" - die traditionelle Torhymne von "De Räuber". Wird zwar gegen das Starensemble um Pernille Harder, Giulia Gwinn oder Klara Bühl schwer genug ("Bayern ist aktuell die stärkste Mannschaft in Deutschland"), aber: "Das Publikum wird uns einen Riesenpush geben."
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