Einigung auf Fahrverbote:EU will härtere Strafen für Verkehrssünder
Bei Alkohol am Steuer oder tödlichen Unfällen könnte bald ein EU-weites Fahrverbot drohen. Eine neue Regelung sieht vor, schwere Verstöße grenzüberschreitend zu ahnden.
Bei massiven Fahrverstößen soll bald ein Fahrverbot in der gesamten EU drohen. Darauf haben sich Vertreter des EU-Parlaments und die Mitgliedstaaten geeinigt.
26.03.2025 | 1:53 minBei massiven Verstößen gegen Verkehrsregeln in einem EU-Land könnte bald ein Fahrverbot in der ganzen Europäischen Union drohen.
Vertreter des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten erzielten eine vorläufige Einigung, die sicherstellen soll, dass schwere Verkehrssünder künftig in allen Mitgliedstaaten zur Verantwortung gezogen werden - unabhängig davon, wo sie den Führerschein erworben haben.
Die "klareren und zeitgerechteren" Kriterien für den Führerscheinentzug bei schweren Verstößen schützten nicht nur "verantwortungsbewusste Fahrer, sondern auch die gesamte Bevölkerung", sagte der Europaabgeordnete Matteo Ricci.
Nach geltendem Recht dürfen EU-Länder, die den Führerschein nicht ausgestellt haben, Fahrverbote nur im eigenen Hoheitsgebiet durchsetzen. Die neue Regelung verpflichtet den Ausstellungsstaat nun unter bestimmten Voraussetzungen dazu, ein verhängtes Fahrverbot zu übernehmen und EU-weit durchzusetzen.
45 Prozent der Fahrschüler sind im vergangenen Jahr durch die Theorieprüfung des Pkw-Führerscheins gefallen. In Berlin und Sachsen-Anhalt war jede zweite Prüfung erfolglos.
04.03.2025 | 1:28 minFormelle Bestätigung steht noch aus
Die Neuregelung soll insbesondere bei schweren Verstößen wie Trunkenheit am Steuer, erheblichen Geschwindigkeitsübertretungen oder Unfällen mit Todesfolge greifen. Voraussetzung ist, dass der Mitgliedstaat des Verstoßes eine mindestens dreimonatige Fahrpause verhängt und alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind.
Die Einigung muss noch formell vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten im Rat bestätigt werden.
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