Irans Atomprogramm:IAEA-Chef Grossi warnt vor Wettrüsten
Der Chef der Internationalen Atombehörde, Rafael Grossi, hat mit Blick auf Iran vor einem nuklearen Wettrüsten gewarnt. Er forderte mehr Transparanz über Teherans Atomprogramm.
IAEA-Chef Rafael Grossi sieht Gefahr eines nuklearten Wettrüstens.
Quelle: AFPIm Zusammenhang mit dem Iran hat der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, vor einem atomaren Domino-Effekt gewarnt. Am Rande einer IAEA-Konferenz in Wien sagte er:
Viele Länder haben gesagt, dass sie ebenfalls an eine Atomwaffe gelangen wollen, falls der Iran das tut.
Rafael Grossi, IAEA-Chef
"Es wäre eine sehr schlechte Idee, zum Hexenkessel des Mittleren Ostens noch Atomwaffen hinzuzufügen", sagte er. "Wir müssen mit dem Iran daran arbeiten, dies zu verhindern." Grossi forderte mehr Transparenz über das iranische Nuklearprogramm. Bislang hat unter anderem Saudi-Arabien signalisiert, dass es entsprechend auf eine iranische Atombombe reagieren würde.
Irans offizielle Strategie sieht keine Atomwaffen vor
In der offiziellen Nuklear-Strategie des Iran sind keine Atomwaffen vorgesehen. Zuletzt hatten jedoch mehrere iranische Vertreter mit Aussagen zur möglichen Änderung dieser Doktrin und zu Irans Fähigkeiten zum Bau solcher Waffen aufhorchen lassen. Grossi hat wiederholt darauf hingewiesen, dass das Land Uran mit einem beinahe waffentauglichen Reinheitsgrad herstellt.
Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben für die dieswöchige Sitzung des IAEA-Gouverneursrates eine mögliche Resolution gegen den Iran erarbeitet, um auf Teherans anhaltende mangelnde Kooperation mit den Atominspektoren der IAEA zu reagieren.
Baut der Iran an der Atombombe? Eine Sorge, die die ganze Welt umtreibt. Einiges spricht dafür, dass die Mullahs nicht nur eine friedliche Nutzung der Nukleartechnik wollen.
15.03.2023 | 44:05 minIran verweigert teilweise Zugang zu Atomanlagen
Unter anderem verweigert die Islamische Republik einigen erfahrenen Inspektoren den Zutritt und liefert keine glaubhaften Erklärungen zu ehemals geheimen Anlagen, in denen Spuren von Nuklearmaterial gefunden worden sind.
Teheran hatte sich 2015 in einem Abkommen verpflichtet, sein Atomprogramm drastisch einzuschränken. Dafür wurden Sanktionen aufgehoben. Nachdem die USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump schon bald aus dem Pakt ausgestiegen waren, steigerte der Iran seine Anreicherung von Uran und schränkte IAEA-Inspektionen ein.
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