Oktoberfest-Bilanz 2026:Besucherrekord, Unfälle und Übergriffe auf der Wiesn
Das Oktoberfest endet mit Bestwerten bei den Besucherzahlen. Überschattet wird das Volksfest von Unfällen und sexuellen Übergriffen.
Nach zwei Wochen endet das Münchener Oktoberfest mit einem historischen Besucherrekord.
04.10.2026 | 1:37 minSonniges Wetter und beste Zahlen zum Abschluss: Das Münchner Oktoberfest ist mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Rund 7,4 Millionen Menschen kamen zur diesjährigen Wiesn. Zwei schwere Unfälle sowie sexualisierte Übergriffe überschatten jedoch die Bilanz.
Nach ersten Schätzungen zog es an allen 16 Tagen bis einschließlich Sonntag so viele Gäste wie noch nie zum weltweit größten Volksfest auf der Theresienwiese, teilte die Stadt München mit. Im vergangenen Jahr waren es rund 6,5 Millionen Besucher.
Trotz des neuen Besucherrekords blieben die Straftaten auf dem Oktoberfest auf Vorjahresniveau, so ZDF-Reporterin Brigitte Saar. Kommunikation und Aufklärung sollen bei der Bekämpfung helfen.
04.10.2026 | 11:46 min6,7 Millionen Maß Bier
Mehr Gäste bedeutete auch mehr Bierkonsum: Insgesamt wurden in diesem Jahr rund 6,7 Millionen Maß Bier getrunken - nach 6,5 Millionen Maß im Vorjahr. Aber auch der Absatz von alkoholfreien Getränken stieg um zehn Prozent. Bei Speisen meldeten die großen Wiesnwirte demnach ebenfalls ein Plus von zwei bis drei Prozent.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Sicherheit auf der Wiesn-Bilanz: 1.851 Polizei-Einsätze
Die Polizei konnte die starken Besucherströme zwar gut lenken. Sie hatte nach der Überfüllung 2025 ein neues Sicherheitskonzept gefahren und unter anderem 56 Kameras auf dem Festgelände installiert. Dennoch kam es zu Übergriffen und zahlreichen Polizeieinsätzen:
Die Beamten rückten zu 1.851 Einsätzen aus, das waren auch aufgrund der gestiegenen Gästezahlen 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 845 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten vor allem im Rauschgiftbereich angezeigt, acht Prozent mehr als 2025. Erfasst wurden auch fünf Raubdelikte.
Zwei Wochen Ausnahmezustand in München: Bundespolizei und Streetworker kümmern sich am Münchner Hauptbahnhof sowie auf der Festwiese um den Schutz der Gäste und sorgen für Sicherheit.
29.09.2026 | 8:10 minSexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen
Allein 80 Straftaten gab es gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Überwiegend handelte es sich demnach um sexuelle Belästigungen, fünf Fälle erfüllten den Tatbestand der Vergewaltigung. ZDF-Reporterin Brigitte Saar schildert bei ZDFheute live, dass sich etwa in einem Fall ein Mann einer Frau auf einem Wiesenstück genähert und versucht habe, sie zu vergewaltigen. Aufmerksame Besucher hätten den Mann laut Polizei dann weggezogen und die Beamten alarmiert.
Auf der Wiesn kommt es seit jeher zu sexuellen Übergriffen. Alkohol sei ein Risikofaktor für sexuelle Übergriffe, sagt Lisa Löffler von der Initiative Sichere Wiesn bei ZDFheute live. Die Initiative hatte einen Safe Space für Frauen, Mädchen und nicht-binäre Personen eingerichtet. Dorthin konnten sich Frauen wenden, wenn sie sich unwohl fühlten oder einen Übergriff erlebt hatten.
Wir begleiten Frauen, wenn sie das möchten, zur Polizei oder zur Ambulanz, auch in die Klinik zur Spurensicherung oder auch nach Hause ins Hotel und informieren möglicherweise auch Partner oder Partnerin, dass es einen Übergriff gegeben hat.
Lisa Löffler, Initiative Sichere Wiesn
Gegen sexuelle Gewalt hilft der Verein "Sichere Wiesn". "Wir versuchen Frauen vor dem Übergriff zu uns zu bringen" so Lisa Löffler. Betroffene erhalten Beratung, Begleitung und Unterstützung.
04.10.2026 | 14:50 minZahlreiche Notarzteinsätze
Die für Rettungseinsätze zuständige Aicher-Ambulanz versorgte bis zur Nacht von Samstag auf Sonntag und damit noch vor Abschluss der Wiesn rund 8.400 Patientinnen und Patienten. Das sind 23,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Überschattet wurde das Oktoberfest vom tödlichen Unfall eines Mitarbeiters eines sogenannten Freefall-Towers, der von einer herunterfahrenden Gondel eingeklemmt wurde. Am letzten Wiesn-Tag am Sonntag gab es einen weiteren Unfall bei einem Schaustellerbetrieb, bei dem ein 47-jähriger Mitarbeiter schwerst verletzt wurde und reanimiert werden musste.
Internationale Gäste vor allem aus den USA
Der überwiegende Teil der Oktoberfest-Gäste kam laut Bilanz nach wie vor aus München oder dem Umland. Die meisten internationalen Gäste reisten aus den USA, Italien und Österreich an. Vor allem die Besucherzahlen unter der Woche zogen demnach deutlich an - und zwar um 25 Prozent.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Thema Oktoberfest
Bilanz zum Oktoberfest:"Das Problem ist da"
Video11:46Hilfe für Opfer sexueller Gewalt:"Wir versuchen Kontrolle zurückzugeben"
Video14:50Nachrichten | hallo deutschland:Oktoberfest: Helfer und Polizei im Einsatz
von Sophie BurkhartVideo8:10