Zeichen für die Organspende:Mit Organspende-Tattoo Menschenleben retten
Die Zahl der Organspender ist seit Jahren zu niedrig, um den Bedarf an Spenderorganen zu decken. Mit einem Tattoo will die Aktion Opt.Ink zum Organspenden aufrufen.
Der gemeinnützige Verein "Junge Helden" hat sich ein Tattoo ausgedacht, das als Zustimmung zur Organspende gelten soll. Ersetzt das Tattoo den Organspendeausweis?
31.05.2024 | 5:32 minStich für Stich wandert die Tinte unter die Haut: Mehr als ein Drittel der Deutschen ist tätowiert, aber dieses Tattoo könnte Leben retten. Es geht um Organspende.
Der gemeinnützige Verein Junge Helden hat sich die Kampagne "OPT.INK" ausgedacht, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Das Motiv: ein Kreis und zwei Halbkreise. Das Symbol soll für das Geschenk des Lebens stehen. Rund 700 Tattoo-Studios in ganz Deutschland machen bei der Aktion mit.
Nach jahrelangem Warten bekommt Elida Wallys endlich eine neue dritte Leber. Die Retransplantation gibt der leberkranken Patientin eine neue Chance im Leben.
31.05.2024 | 4:54 minOrganspende in Deutschland nur mit aktiver Zustimmung
In Deutschland gilt bei der Organspende die Entscheidungslösung. Das bedeutet, Organe dürfen nur dann entnommen werden, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten oder stellvertretend die Angehörigen zugestimmt haben.
In anderen Ländern wie den Niederlanden oder Österreich gilt die Widerspruchslösung. Dort können Organe entnommen werden, wenn eine Person nicht ausdrücklich widersprochen hat.
In Deutschland fehlt oft die Einwilligung. Die Angehörigen wissen dann nicht, ob die Verstorbenen ihre Organe spenden möchten. Wurde nichts vereinbart oder dokumentiert, müssen sie stellvertretend abwägen und entscheiden. Nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen ist das keine leichte Aufgabe.
Organspende-Tattoo als Zeichen
Das Tattoo ist zwar kein rechtsgültiges Dokument, das die Einwilligung zur Organspende belegt. Es kann aber als Willensbekundung gesehen werden und den Angehörigen im Zweifelsfall bei einer Entscheidung helfen.
Der Organspendeausweis bleibt als offizielles Dokument wichtig, das sagt auch "OPT.INK"-Mit-Initiatorin Anna Barbara Sum. Das Tattoo habe aber andere Stärken:
Wir wollen mit OPT.INK wieder mehr über die Organspende sprechen. Wir wollen sie sichtbar machen und wir wollen ein Signal der Hoffnung an die Wartepatienten senden.
Anna Barbara Sum, Mit-Initiatorin von OPT.INK
Nur 44 Prozent haben einen Organspendeausweis
Bei einer repräsentativen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im März 2023 gaben 84 Prozent der Befragten an, Organspende eher positiv zu sehen. 73 Prozent wären sogar bereit selbst Spender*in zu werden. Einen Organspendeausweis hatten 2022 jedoch nur 44 Prozent der Deutschen. Dabei braucht es mehr Menschen, die sich dafür entscheiden ihre Organe zu spenden.
Nur eine Organspende kann ihm wirklich helfen.
02.06.2024 | 14:59 minBewusstsein schaffen für Organspende durch OPT.INK
Die Aktion von Junge Helden e. V. soll dazu animieren, sich zu entscheiden und zu Gesprächen anregen. Deswegen sollte das Tattoo auch am besten auf dem Arm oder Bein platziert werden - Körperstellen, die sichtbar sind.
Tattoo-Träger, die ihre Entscheidung für eine Organspende revidieren, sollten dies schriftlich festhalten oder ihren Angehörigen Bescheid sagen.
Kultur | Unbubble:Mehr Organe durch Widerspruchslösung?
Mehr zum Thema Organspende
- mit Video
Xenotransplantation:Schweineherzen als Lebensretter
von Gunnar Fischer - 15:21 min
Doku | 37 Grad:Transplantation: Mein fremdes Herz
Weitere Gesundheits-Themen
- mit Video
Wundheilung statt Amputation:Chronische Wunden richtig versorgen
von Andreas Kürten - mit Video
Umstrittene IGeL-Leistungen:Individuelle Gesundheitsleistungen abwägen
von Karen Grass - FAQ
Falsche Behandlung beim Arzt:Was tun bei Behandlungsfehlern?
von Samuel Kirsch - mit Video
Wichtige Tipps zur Prävention:Einem erneuten Schlaganfall vorbeugen
von Julia Zipfel