Rennfahrer-Ikone Hans Herrmann mit 97 Jahren gestorben

Ex-Le-Mans-Sieger wurde 97 Jahre alt:Rennfahrer-Ikone Hans Herrmann gestorben

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Weil er schlimme Crashs überlebte, bekam er den Spitznamen "Hans im Glück". Nun ist die Rennfahrer-Ikone Hans Hermann gestorben. Er wurde 97 Jahre alt.

Graues Bild von Hans Herrmann mit einem Modellauto in der Hand

Der Rennfahrer Hans Herrmann ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Er gehörte zu den größten deutschen Motorsportlern der Nachkriegszeit. Sein größter Erfolg war 1970 der Gesamtsieg in LeMans.

09.01.2026 | 0:23 min

Die Rennfahrer-Ikone Hans Herrmann ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 97 Jahren, wie die Autobauer Porsche und Mercedes übereinstimmend mitteilten.

Seinen größten Erfolg feierte Herrmann 1970 mit dem Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Der gebürtige Heidelberger teilte sich beim Klassiker den rot-weiß-roten Porsche 917 mit dem Engländer Richard Attwood. In seiner Laufbahn feierte er mehr als 80 Gesamt- und Klassensiege, die meisten davon für Porsche.

Automobilrennfahrer Hans Herrmann im Silberpfeil am 19.01.2021.

Fuhr für Porsche und Mercedes etliche Rennsiege ein: Hans Herrmann, hier 2021 bei einem Traditionsrennen im Silberpfeil.

Quelle: Imago

Die Nachricht über den Tod von Hans Herrmann hat uns alle sehr getroffen. Er war einer der erfolgreichsten Werksrennfahrer der Porsche AG.

Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport

Mercedes erinnerte an einen "herausragenden Rennfahrer, der die Geschichte von Mercedes-Benz maßgeblich geprägt hat". Als Teil der legendären Silberpfeil-Rennfahrer habe er Mitte der 1950er-Jahre beeindruckt.

Rennfahrer Hans Herrmann und Richard Attwood im Rennen für Porsche von Le Mans im Jahre 1970.

Der Porsche 917, in dem Hans Herrmann und Richard Attwood im Dauerregen von Le Mans 1970 zum Gesamtsieg fuhren.

Quelle: Imago

Porsche engagierte das Talent 1953 als Werksfahrer. Nach Klassensiegen bei der Mille Miglia und in Le Mans wurde Mercedes auf ihn aufmerksam - eine der erfolgreichsten Rennfahrer-Karrieren Deutschlands nahm so richtig Fahrt auf.

Herrmann ab 1954 mit Silberpfeil in der Formel 1

Der legendäre Rennleiter Alfred Neubauer nahm den vielversprechenden Jungspund 1954 beim Comeback der Silberpfeile ins Formel-1-Team auf.

"Benjamin", wie ihn Neubauer nannte, überzeugte in seiner ersten Grand-Prix-Saison als Gesamtsechster mit einem dritten Platz in der Schweiz und Rang vier in Italien. Herrmann absolvierte in den 1950er Jahren 18 Grand Prix und fuhr unter anderen an der Seite von den Legenden Juan Manuel Fangio und Stirling Moss im Mercedes

Zwei ganz schwere Unfälle

Herrmann lernte aber auch die Schattenseiten kennen. Beim Großen Preis von Monaco 1955 verunglückte er schwer. "Ich war dem Tod näher als dem Leben. Wäre nicht zufällig ein Stuttgarter Arzt, ein Spezialist für Herz- und Kreislauferkrankungen, als Rennbesucher in Monaco gewesen, wäre ich gestorben", erinnerte Herrmann in seinem Buch "Ich habe überlebt" an den Horrorcrash.

Dass er auch einen Überschlag 1959 auf der Berliner Avus nur mit Schrammen überstand, gleicht einem Wunder.

Hans Herrmann erinnert sich an seinen Überschlag auf der AVUS:

Ein Schwarz-Weiß-Bild von sechs alten Rennwagen. Im Vordergrund ist ein Mercedes mit der Nummer 36 zu sehen.

Schnell und gefährlich - die AVUS vor den Toren Berlins ist eine Rennstrecke der Superlative. Mit ihrer spektakulären Steilkurve erlangte sie Weltruhm - auch dank Hans Herrmann.

11.02.2022 | 43:50 min

Herrmanns Spitzname "Hans im Glück" stammte aus dieser bitteren Zeit. Trotz mehrerer schwerer Unglücke kam er meist mit dem Schrecken und leichteren Blessuren davon. "Ich hatte immer Sau-Glück", sagte Herrmann erleichtert.

Hans Herrmann fuhr alles - außer Rallyes

Wie alle guten Piloten in jener Zeit fuhr Herrmann beinahe alles, was vier Räder hatte: vom Bergrennen bis zur Formel 1. Nur von Rallyes ließ er schnell die Finger.

Seine Premiere bei der Hessischen Winterfahrt endete kläglich: Er verfuhr sich. "Es war Nacht und wir hatten keine Ahnung, wo wir waren. Da wusste ich, Rallyes sind nichts für mich", schilderte er den Reinfall.

Rennfahrer Hans Herrmann (links) und Richard Attwood (rechts) feiern ihren Sieg im Rennen für Porsche von Le Mans im Jahre 1970.

Gefeierte Le-Mans-Sieger: Hans Herrmann (links) und Richard Attwood (rechts).

Quelle: Imago

Auch Sebstian Vettel fasziniert von Hans Herrmann

Hans Herrmanns Glanz strahlt bis in die jüngere Vergangenheit. Sebastian Vettel äußerte einmal im Magazin "Auto, Motor und Sport" seine Bewunderung: "Was mich daran fasziniert, ist die Technik dieser Autos, für die damalige Zeit war das ja absolut Hightech", meinte Vettel. "Aber ohne Gurt, mit einem Sitzpolster, der Tank um den Fahrer rum, das muss der Wahnsinn gewesen sein."

Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete ZDFheute im Beitrag "Rennfahrer-Ikone Hans Herrmann ist gestorben" am 09.01.2026 um 21:50 Uhr.

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