Raub im Tresorraum:Millionenraub: Erste Klagen gegen Sparkasse Gelsenkirchen
Nach dem spektakulären Millionenraub bei der Sparkasse Gelsenkirchen sind mehrere Klagen eingereicht worden. Der Geschädigten-Anwalt machte der Sparkasse schwere Vorwürfe.
Nach dem Tresorraub von Gelsenkirchen liegt dem ZDF nun ein Bauplan der Bank vor. Danach lässt sich rekonstruieren, wie die Einbrecher zum Ziel gekommen sind.
28.01.2026 | 2:28 minNach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkasse in Gelsenkirchen im Dezember haben erste Geschädigte Klage auf Schadensersatz eingereicht. Wie der Anwalt Daniel Kuhlmann am Mittwoch mitteilte, gingen drei Klagen beim Landgericht in Essen ein.
Sparkasse Gelsenkirchen: Beute in Millionenhöhe
Die Kläger machen die Bank für die Schäden haftbar und werfen ihr mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen vor. Maskierte Täter waren im Dezember über eine Tiefgarage in eine Filiale der Sparkasse Gelsenkirchen eingedrungen. Von dort bohrten sie sich über die Weihnachtsfeiertage in den Tresorraum mit Tausenden Schließfächern und erbeuteten Wertsachen in Millionenhöhe.
Wie konnten die Täter in Gelsenkirchen in eine Sparkasse einbrechen und 3.000 Schließfächer knacken? ZDF-Reporter Thomas Münten rekonstruiert das Vorgehen mit Hilfe von 3D-Animationen.
19.01.2026 | 3:14 minKlägeranwalt kritisiert Sicherheitsvorkehrungen der Sparkasse Gelsenkirchen
Der Fall sorgte deutschlandweit für Aufsehen und machte international Schlagzeilen. Unter den Klägern ist Kuhlmann zufolge ein Rentner, der nach dem Verkauf einer Wohnung Bargeld in Höhe von fast 400.000 Euro in seinem Schließfach gelagert hatte.
Betroffene des Einbruchs in die Gelsenkirchener Sparkasse sind verzweifelt – was sie hoffen und wie sie versuchen, die Polizei zu unterstützen.
21.01.2026 | 9:06 minEin weiterer Kläger ist der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, der Bargeld, Schmuck und eine Rolex-Uhr im Wert von rund 120.000 Euro deponiert hatte. Der dritte Geschädigte hatte Gold im Wert von etwa 50.000 Euro eingelagert.
Aus unserer Sicht ist es nicht erforderlich, dass wir jetzt schon für alle Mandanten Klage erheben, sondern uns reichen drei Verfahren, um erstmal ganz grundsätzliche Fragen zu klären.
Daniel Kuhlmann, Rechtsanwalt
Dazu gehört für Kuhlmann vor allem die Frage, ob die Sparkasse hafte.
Also hat sie ihr Sicherheitssystem richtig kontrolliert, gab es überhaupt ein richtiges Sicherheitssystem, und wenn diese Fragen zugunsten unserer Mandanten ausgehen, dann steht ja erstmal die Haftung dem Grunde nach fest.
Daniel Kuhlmann, Rechtsanwalt
Ein renommierter Sachverständiger für Sicherungssysteme in Banken komme zu dem Schluss, dass der Einbruch mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" hätte verhindert werden können, wenn die Bank Schutzvorkehrungen auf dem Stand der Technik gehabt hätte, sagte Kuhlmann.
Wenn die Bank entsprechend ihrer Schutzklasse nach den Regeln der Technik gesichert hätte, ein ausreichendes Sicherheitskonzept gehabt hätte und das auch ganz konkret und exakt umgesetzt hätte, dann hätte ein Einbruch nicht stattfinden können.
Daniel Kuhlmann, Rechtsanwalt
Auf welchem Weg bohrten sich die Einbrecher in den Tresorraum der Gelsenkirchener Sparkasse - eine Rekonstruktion ihrer möglichen Vorgehensweise mit 3D-Animationen.
21.01.2026 | 0:54 minSparkasse Gelsenkirchen: Bankräume ausreichend gesichert
Das Gericht in Essen und die Sparkasse Gelsenkirchen äußerten sich zunächst nicht zu den Klagen. Das Geldinstitut hatte jedoch nach der Tat mitgeteilt, es sei selbst Opfer des Verbrechens und die Räumlichkeiten seien "nach anerkanntem Stand der Technik gesichert" gewesen.
Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich direkt in den Tresorraum der Filiale gebohrt. Dort räumten sie rund 3.100 Kundenschließfächer aus.
Nach dem Bankraub von Gelsenkirchen werden jetzt die Schließfachbesitzer vernommen. So könnten sich Spuren zu den Tätern ergeben.
19.01.2026 | 1:27 minDer Gesamtschaden wurde kurz nach dem Einbruch von der Polizei auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geschätzt, er könnte aber auch noch wesentlich höher liegen. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Die Polizei geht etwa 600 Hinweisen nach, es gibt aber aktuell keine heiße Spur, wie ein Polizeisprecher sagte.
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