Vorwürfe gegen Fotoagentur wegen Bildern aus Iran

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Viele Medien betroffen:Vorwürfe gegen Fotoagentur wegen Bildern aus Iran

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Eine Fotoagentur soll KI-manipulierte Bilder aus Iran verbreitet haben. Viele Medien greifen auf Bilder der Agentur zurück. Was zu dem Fall bekannt ist.

Eine international tätige Nachrichtenagentur steht im Verdacht, manipulierte Bilder aus Iran verbreitet zu haben. Die Vorwürfe richten sich gegen die Agentur "SalamPix", deren Bilder von zahlreichen Medien weltweit, auch vom ZDF, genutzt wurden.

Der "Spiegel" berichtete am Mittwoch, dass die Redaktion mehrere Bilder aus ihrer Berichterstattung über Iran und aus einzelnen weiteren Artikeln entfernt habe. Grund seien Zweifel an ihrer Authentizität. Fotos der Agentur "SalamPix", die die manipulierten Fotos verbreitete, tauchten demnach in Veröffentlichungen nahezu aller großen Medien in Deutschland auf, etwa bei: "Zeit", "Süddeutsche Zeitung", WDR, "Stern", Deutschlandfunk, Deutsche Welle, "Welt", "taz" und "B.Z.".

Anstoß zur Recherche gaben die niederländische Nachrichtenagentur ANP und RTL Niederlande, denen die KI-manipulierten Bilder zuerst aufgefallen waren. Was bislang zu dem Fall bekannt ist.

Um welche Bilder geht es?

Bei den fraglichen Aufnahmen handelt es sich ausschließlich um Fotos, nicht um Videoaufnahmen. Es besteht der Verdacht, dass einzelne Bilder aus dem Angebot der Agentur ohne Kenntlichmachung mit KI-Werkzeugen oder anderweitig unzulässig bearbeitet wurden.

Betroffen sind vor allem Fotos mit Bezug zum Iran. Vor diesem Hintergrund hat auch das ZDF die im Programm verwendeten Bilder der Agentur seit Beginn des Iran-Krieges überprüft.

Die Analyse ergab, dass ein vom ZDF verwendetes Foto mit hoher Wahrscheinlichkeit mithilfe von KI bearbeitet wurde. Eine forensische Bildanalyse eines Fotos von einem Luftangriff auf Teheran vom 1. März 2026 zeigt auffällige Details unter anderem in den aufsteigenden Staubwolken sowie in den Gebäuden im Vordergrund. Das ZDF hat das Foto ausgetauscht oder unkenntlich gemacht.

Im Zuge der Analyse stellte das ZDF zudem fest, dass sich im Angebot von "SalamPix" weitere vermutlich mit KI bearbeitete Fotos befinden. Diese wurden jedoch nicht im ZDF verwendet.

Grafik: "Hinweise auf KI-Manipulation" und Das Bild mit zwei Explosionswolken über Teheran.

Manipulationsverdacht gegen dieses Bild von SalamPix: Aufsteigende Staubwolken über Teheran nach einem Luftangriff am 1. März.

Quelle: SalamPix
Grafik: Screenshot aus einer forensischen Analyse des Explosions-Fotos.

Ergebnisse einer forensischen Bildanalyse: In den hervorgehobenen Bereichen stellte ein Algorithmus zur Untersuchung von Rauschmustern im Bild Auffälligkeiten fest.

Quelle: ZDFheute / InVID

Wie gelangten die Bilder ins ZDF-Angebot?

Ursprung der Bilder ist die Agentur SalamPix, die die französische Bildagentur Abaca Press beliefert. Abaca Press wiederum kooperiert mit großen deutschen Anbietern wie ddp oder Imago. Solche Kooperationen sind in der Bildbranche üblich, um ein möglichst breites und aktuelles Bildangebot aus verschiedenen Regionen der Welt bereitstellen zu können.

Über professionelle Nachrichtenagenturen verbreitetes Bildmaterial genießt presserechtlich das sogenannte Agenturprivileg - Medien dürfen grundsätzlich darauf vertrauen, dass Agenturen das Material auf Echtheit geprüft haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagierten die Agenturen und verschickten sogenannte "Kill Notices", also Aufforderungen, die betroffenen Bilder nicht mehr zu nutzen. Sie wurden aus den Agenturdatenbanken entfernt.

Quelle: ZDF
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