40 Jahre nach Tschernobyl: Gefahr und Schutz heute

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40 Jahre nach Tschernobyl: Gefahr und Schutz heute

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Ein Pilz wird im Waldboden mit einem Messer geerntet.

Quelle: Imago / Westend61

Vor 40 Jahren gab es einen schlimmen Unfall in einem Atomkraft-Werk in Tschernobyl.

Eine radioaktive Wolke zog über Deutschland.

Damals wusste niemand genau, was zu tun ist.

Die Menschen waren unsicher.

Informationen kamen nur langsam an.

Die Bundes-Länder machten alle verschiedene Regeln.

In dieser Zeit aßen Menschen Essen, das radioaktiv war.

Radioaktives Essen gibt es noch heute

In einigen Teilen von Deutschland gibt es immer noch Pilze und Wild, die radioaktiv belastet sind.

Das liegt an einem Stoff namens Cäsium-137.

Dieser Stoff bleibt sehr lange gefährlich.

Der Süden von Deutschland ist besonders betroffen.

Dort hat es geregnet, als die radioaktive Wolke kam.

Deshalb ist die Belastung bis heute noch da.

Sie kann bei 1.000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm oder mehr liegen.

In Deutschland darf man keine Lebensmittel verkaufen, wenn sie mehr als 600 Becquerel pro Kilogramm haben.

Aber für das Essen, das man selbst gesammelt hat, gibt es diese Regel nicht.

Martin Steiner vom Bundes-Amt für Strahlen-Schutz sagt: Jäger und Pilz-Sammler sollen sich informieren.

Sie sollen wissen, wie viel Strahlung sie durch Pilze und Wild aufnehmen.

Martin Steiner sagt: Es ist nicht nur wichtig, wie viel Strahlung im Essen ist.

Es ist auch wichtig, wie viel man davon isst.

Als Faust-Regel gilt: Wenn ein Erwachsener 80.000 Becquerel Cäsium-137 isst, ist das eine Strahlendosis von einem Millisievert.

Das bedeutet: Man müsste 80 Kilogramm Pilze essen, die 1.000 Becquerel pro Kilogramm enthalten.

Erst dann erreicht man einen Wert von einem Millisievert.

Was Millisievert und Becquerel bedeuten

Millisievert (mSv) ist ein Maß.

Es zeigt, wie stark radioaktive Strahlung auf den Körper wirkt.

1 Millisievert pro Jahr ist der höchste Wert.

So viel Strahlung darf ein Mensch im Jahr höchstens abbekommen.

Strahlung aus der Natur hat keinen gesetzlichen Höchst-Wert.

Im Alltag bekommt ein Mensch im Schnitt 2,1 Millisievert davon pro Jahr ab.

Dieser Wert kann sich ändern.

Es hängt davon ab, wo man wohnt.

Es hängt auch davon ab, wie man lebt.

Es gibt auch Strahlung aus künstlichen Quellen.

Zum Beispiel bei Arzt-Untersuchungen.

Diese Strahlung wird bei den Höchst-Werten nicht mit eingerechnet.

Becquerel (Bq) ist ein Maß.

Es zeigt, wie aktiv ein radioaktiver Stoff ist.

Es sagt, wie viele Atom-Kerne pro Sekunde zerfallen.

Der Wert sagt nichts darüber, wie gefährlich die Strahlung ist.

Wie gefährlich sind belastete Pilze und Wild?

Martin Steiner sagt: Man muss sich keine Sorgen machen.

Das gilt, wenn man nicht zu viele selbst gesammelte Pilze oder selbst erlegtes Wild isst.

Das Cäsium-137 aus Wild und Pilzen bleibt lange im Körper.

Der Körper scheidet es nur nach und nach zum Teil wieder aus.

Die Strahlung, die im Körper entsteht, wird bis zum Lebens-Ende mitgerechnet.

So sieht der Notfall-Schutz heute aus

Der Schutz vor Strahlung in Deutschland hat sich nach dem Unfall in Tschernobyl stark verändert.

Mess-Systeme, Notfall-Pläne und sind heute besser. Menschen werden schneller verständigt.

Das alles soll im Notfall schnell helfen.

Inge Paulini ist die Präsidentin vom Bundes-Amt für Strahlen-Schutz.

Sie sagt: Es ist egal, ob ein Atom-Unfall weit weg oder nah an der Grenze passiert.

Man ist überall gleich gleich gut darauf vorbereitet.

Inge Paulini sagt: Notfall-Pläne in Deutschland schützen auch Grenz-Regionen gut.

Florian Gering ist der Leiter für den Strahlen-Notfall-Schutz beim Bundes-Amt für Strahlen-Schutz.

Er erklärt: Damals dauerte es Wochen, um zu wissen, wie die Strahlen-Lage in Deutschland ist.

Heute soll das in wenigen Stunden gehen.

Besser verständigen und zusammenarbeiten

Der Unfall in Tschernobyl zeigte, dass man sich schlecht verständigte.

Der Unfall in Tschernobyl zeigte auch, dass man schlecht zusammenarbeitete.

Heute gibt es klare Zuständigkeiten.

Bei einem Strahlen-Notfall kommt ein besonderer Krisen-Stab zusammen.

Das ist das Strahlen-Lage-Zentrum des Bundes.

Bei einem Strahlen-Notfall arbeiten hier Fach-Leute zusammen.

Sie kommen vom:

  • Bundes-Amt für Strahlen-Schutz

  • Bundes-Amt für die Sicherheit der Atom-Entsorgung

  • Gesellschaft für Anlagen- und Reaktor-Sicherheit

  • Bundes-Amt für Bevölkerungs-Schutz

Das Bundes-Umwelt-Ministerium leitet diese Arbeit.

Was das Strahlen-Lage-Zentrum sagt, ist die Grundlage für Entscheidungen.

Diese Entscheidungen treffen die Katastrophen-Schutz-Ämter im Bund und in den Ländern.

Sie können aber auch auf besondere Dinge in ihrer Region achten.

Heute können Fach-Leute schnell herausfinden, ob, wo und wie viel Radioaktivität frei wurde.

Deutschland arbeitet auch mit anderen Ländern zusammen.

Die Länder tauschen Mess-Daten zur Radioaktivität in ganz Europa und darüber hinaus aus.

Auch über die Internationale Atom-Energie-Behörde.

Anders als zur Zeit des Unfalls in Tschernobyl gibt es heute Grenz-Werte.

Diese Werte zeigen, ab wann eine Gefahr besteht.

Weitere Informationen finden Sie hier

Mehr Informationen zur radioaktiven Belastung von Lebens-Mitteln gibt es bei:

  • den örtlichen Umwelt-Behörden