Trennung in der Partnerschaft: Gehen oder Bleiben?

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Trennung in der Partnerschaft: Gehen oder Bleiben?

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Eine Frau nimmt ihren Ehering nach einem Streit mit ihrem Partner ab.

Quelle: Zoonar

Manchmal ist man in einer Beziehung nicht mehr glücklich.

Man fragt sich dann: Soll ich bleiben oder gehen?

Zwei Phasen, bevor man sich trennt

Forscher sagen: Bevor man sich trennt, gibt es zwei Phasen.

1. Phase: Man ist langsam immer weniger zufrieden in der Beziehung.

Das kann viele Jahre dauern.

2. Phase: Dann wird man sehr schnell unzufrieden.

Diese Phase kann zwischen sieben und 28 Monaten dauern.

Danach trennen sich die Partner.

Bleiben oder gehen?

Wie findet man heraus, ob man die Beziehung noch retten kann?

Nele Sehrt ist eine Paar-Therapeutin.

Sie sagt: Die wichtigste Frage ist, ob man noch etwas für die Beziehung tun will.

Nele Sehrt sagt:

"Wir brauchen keine glückliche Beziehung. Wir brauchen eine zufriedene Beziehung."

"In dieser Beziehung haben wir das Gefühl, wir können mit-bestimmen."

Wenn man keine Kraft mehr hat, will man nichts mehr tun.

Das ist ein Zeichen dafür, dass man sich trennt.

Manchmal denkt man dann: Ich trenne mich.

Dann habe ich eine eigene Wohnung.

Das wäre besser.

Drei Fragen, um sich zu entscheiden

Warum bleiben wir manchmal in einer Beziehung, obwohl wir unglücklich sind?

Das Investitions-Modell von Caryl Rusbult hilft, das zu verstehen.

Das ist ein Denk-Modell, das erklärt, wie Menschen entscheiden, ob sich eine Beziehung noch lohnt.

Wir stellen uns (bewusst oder unbewusst) diese Fragen:

1. Wie zufrieden bin ich?

Ist das Gute in der Beziehung mehr als das Schlechte?

Oder kostet mich die Beziehung mehr Kraft, als sie mir gibt?

2. Welche anderen Möglichkeiten habe ich?

Wäre ein neues Leben allein oder mit jemand anderem besser für mich?

3. Was habe ich schon in die Beziehung gesteckt?

Wie viel Zeit und Gefühle habe ich investiert?

Wie ist mein Leben um diese Beziehung herum aufgebaut?

Was würde ich alles verlieren?

Sich trennen, auch wenn man liebt?

Man kann trennen und lieben getrennt sehen.

Matthias Renger ist ein Beziehungs-Podcaster.

Ein Podcaster ist jemand, der Audio-Sendungen im Internet veröffentlicht.

Er sagt: Man sollte Liebe anders verstehen.

Er und seine Partnerin Iris Gavric haben sich getrennt.

Aber sie arbeiten weiter zusammen und sind gute Freunde.

Matthias Renger sagt: "Ich liebe Iris auch weiterhin."

"Das bedeutet für mich: Ich wünsche mir, dass sie richtig glücklich ist."

"Und das ist sie in ihrer jetzigen Lebens-Phase mit jemand anderem viel mehr."

Sich trennen als gemeinsamer Weg

Um sich gut zu trennen, sollte man schon früh miteinander reden.

Paar-Therapeutin Sehrt sagt: Es ist wichtig, die andere Person in den Prozess einzubeziehen, wenn man sich trennt.

Ein Prozess ist ein Ablauf oder eine Entwicklung.

Man sollte erzählen, was einem in der Beziehung wichtig ist.

Sehrt warnt: Wenn ich ganz plötzlich sage: "Übrigens, ich gehe."

Dann haut einen das erstmal total aus den Latschen.

Wenn man Schluss macht, scheitert man nicht

Es hilft, wenn man eine Trennung nicht als Scheitern sieht.

Man sollte entspannter darauf schauen.

Paar-Therapeutin Sehrt sagt: "Sich trennen sollte auch immer eine Möglichkeit sein."

Wenn man unzufrieden ist, reagiert der Partner nicht darauf.

Dann muss man sich entscheiden können.

Sich trennen als neue Chance

Wenn man sich trennt, kann das auch ein neuer Anfang sein.

Man kann daran wachsen.

Psychologen nennen das stress-bedingtes Wachstum.

Das bedeutet: Man entwickelt sich durch schwierige Erlebnisse weiter und wird stärker.

Nele Sehrt sagt: Wenn man sich trennt, kann das auch gute Seiten haben.

  • Man kann wieder selbst entscheiden.

  • Man muss keine schlechten Kompromisse mehr eingehen.

  • Man kann ein neues Leben aufbauen, das besser zu einem passt.