Apotheken können Jugendlichen bei Problemen helfen

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Apotheken können Jugendlichen bei Problemen helfen

von Jenifer Girke

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Eine Apothekerin berät eine Kundin einer Apotheke.

Quelle: imago/imagebroker

Vielen Jugendlichen geht es mental nicht gut.

Sie haben zum Beispiel Angst, Stress oder sind oft sehr traurig.

Sie wissen nicht, wo sie Hilfe bekommen können.

Jetzt gibt es Apotheken, die ihnen helfen können.

Man nennt sie Safe-Space-Apotheken.

Ein Safe-Space ist ein sicherer Ort, an dem man sich wohlfühlen und offen sprechen kann.

Diese Apotheken sollen Jugendlichen einen sicheren Ort bieten.

Mehr Jugendliche haben psychische Probleme

Viele Jugendliche haben psychische Probleme.

Das bedeutet: Sie fühlen sich oft sehr traurig, ängstlich oder überfordert.

Eine Umfrage zeigt: 25 von 100 Schülern haben solche Probleme.

Das sind mehr als früher.

Was ist OurGenerationZ?

Die Jugend-Gruppe OurGenerationZ (OGZ) will jungen Menschen helfen.

OurGenerationZ bedeutet "Unsere Generation Z".

Die Generation Z sind junge Menschen, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren wurden.

OGZ ist die Abkürzung für OurGenerationZ.

Sie wollen, dass Jugendliche schnell und einfach Hilfe bekommen.

Die Idee ist: Apotheken sollen ein solcher Ort sein.

Apotheken sind ein sicherer Ort

Lara Laurenz ist Mitgründerin und Sprecherin von OGZ.

Sie sagt: Immer mehr Jugendliche fragen nach Hilfe.

Deshalb braucht es auch Orte, wo man persönlich hingehen kann.

Die Idee mit den Safe-Space-Apotheken entstand so.

Schon über 40 Apotheken in ganz Deutschland machen mit.

Apotheken helfen anonym

Gerrit Nattler ist Apotheker in Gelsenkirchen.

Er war von Anfang an dabei.

Er sagt: In der Apotheke muss man seine Krankenkasse nicht sagen.

Man muss auch nicht seinen Namen sagen.

Das ist wichtig für die Jugendlichen.

Sie können ohne Angst sprechen.

Ihre Eltern oder Freunde erfahren nichts davon.

Ein weiterer Vorteil ist: Apotheken haben lange geöffnet.

Und oft sprechen die Mitarbeiter viele Sprachen.

So funktioniert die Safe-Space-Apotheke

In diesen Apotheken können Jugendliche kostenlos sprechen.

Sie müssen nichts bezahlen.

Sie können sich anonym beraten lassen.

Die Apotheker helfen ihnen, die richtige Hilfe zu finden.

Zum Beispiel vermitteln sie zu:

  • Ärzten

  • Selbsthilfe-Gruppen

Dort bekommen die Jugendlichen dann professionelle Hilfe.

Wenn die Jugendlichen wollen, können auch die Eltern oder andere wichtige Personen mitsprechen.

Lara Laurenz sagt: Apotheker kennen sich gut aus.

Sie wissen, wo es zum Beispiel diese Hilfen gibt:

  • Drogen-Beratung

  • Schwangerschafts-Beratung

Die Gespräche in der Apotheke sind keine Therapie.

Sie sind eine erste Hilfe, um den Weg zu finden, wie es danach weitergehen kann.

Wie findet man eine Safe-Space-Apotheke?

Jugendliche können bei OurGenerationZ auf Instagram fragen.

Sie erfahren dann, welche Safe-Space-Apotheke in ihrer Nähe ist.

Oder sie erfahren davon zum Beispiel durch:

  • Flugblätter

  • Schule

Neue Aufgaben für Apotheken

Die Apotheken müssen gut wissen, welche Ärzte und Hilfs-Stellen es in der Nähe gibt.

Das ist Extra-Arbeit.

Deshalb zögern manche Apotheken noch, mitzumachen.

Für Apotheker Nattler ist es eine Chance.

Er sagt: Apotheken vor Ort müssen mehr anbieten.

Denn es gibt immer mehr Angebote im Internet.

Apotheker sind schon geübt

Apotheker Nattler sagt: Schwierige Gespräche gehören zum Alltag.

Deshalb ist es wichtig, dass Apotheker gut mit Menschen umgehen können.

Sie können Jugendlichen mit Problemen einfühlsam begegnen.

Es gibt aber auch Schulungen für die Apotheker.

Diese Schulungen sind wichtig für das Vorhaben.

Dabei helfen:

  • Die Freie Universität Berlin

  • Ein Team von Psychologen

  • Ärzte

Sie zeigen den Apothekern, wie man gut berät.

Quelle: dpa