Säure-Blocker richtig einnehmen und absetzen
Quelle: Imago / U. Steinert
Viele Menschen in Deutschland haben manchmal Sodbrennen.
Das ist, wenn es in der Brust und in der Speiseröhre brennt.
Manche nehmen dann Säure-Blocker.
Sie sollen helfen, wenn der Magen zu viel Säure herstellt.
Aber wenn man sie zu lange nimmt, können sie gefährlich sein.
Was sind Säure-Blocker?
Säure-Blocker sind Medikamente.
Ärzte verschreiben sie sehr häufig.
Pantoprazol oder Omeprazol sind solche Wirk-Stoffe.
Sie sind gut verträglich und wirken gut.
Aber Experten sagen: Man nimmt sie oft zu lange.
Man braucht sie oft nicht über viele Monate oder Jahre.
Wie wirken Säure-Blocker?
Säure-Blocker bewirken, dass der Magen weniger Säure bildet.
Das hilft, wenn der Magen gereizt ist.
Entzündungen können heilen.
Sodbrennen und sauer aufstoßen, bessern sich.
Ärzte verschreiben zu viele Säure-Blocker
Man kann Säure-Blocker mit wenig Wirk-Stoff ohne Rezept kaufen.
Stärkere Säure-Blocker bekommt man nur mit Rezept vom Arzt.
Heute verschreiben Ärzte sieben Mal mehr Säure-Blocker als vor etwa 20 Jahren.
Das sind ungefähr 3,8 Milliarden Tabletten pro Jahr.
Joachim Labenz ist ein Arzt für Magen-Darm-Krankheiten.
Er sagt: Das ist zu viel und nicht gut.
Er schätzt: Die Hälfte der verschriebenen Säure-Blocker ist unnötig.
Auch die Ärzte sind dafür verantwortlich.
Sie verschreiben die Medikamente oft, ohne zu prüfen, ob oder wie lange sie wirklich genommen werden müssen.
Was ist Sodbrennen?
Sodbrennen kommt oft bei Reflux.
Das bedeutet: Magen-Säure fließt vom Magen zurück in die Speise-Röhre.
Das kann hinter der Brust brennen, man muss sauer aufstoßen oder es drückt im oberen Bauch.
Das kann passieren, wenn man:
- zu viel wiegt
- zu spät am Abend isst
- Stress hat
Manchmal ist auch eine Lücke im Zwerchfell der Grund.
Das Zwerchfell ist ein Muskel zwischen Brust und Bauch.
Patienten nehmen Säure-Blocker zu lange
Joachim Labenz sagt: Man sollte Säure-Blocker nicht länger als ein paar Wochen nehmen.
Meistens gibt es dafür keinen Grund.
Er sagt: 95 Prozent der Patienten brauchen Säure-Blocker nur für kurze Zeit.
Oft nehmen Patienten die Medikamente aber Monate oder Jahre lang.
Nur bei fünf Prozent der Patienten ist es sinnvoll, sie lange zu behandeln.
Zum Beispiel bei starken Entzündungen in der Speise-Röhre.
Krankenhäuser verschreiben oft Säure-Blocker
Viele Krankenhäuser geben Patienten Säure-Blocker als Magen-Schutz.
Zum Beispiel, wenn Patienten starke Schmerz-Mittel bekommen.
Oder vor einer Operation.
Das soll den Magen schützen.
Es ist ein Problem, wenn Patienten die Medikamente nach dem Krankenhaus weiter nehmen.
Die Ärzte prüfen oft nicht, ob man die Medikamente absetzen kann.
Was passiert, wenn man Säure-Blocker lange nimmt?
Magen-Säure ist wichtig.
Sie hilft bei der Verdauung.
Sie schützt vor Krankheits-Erregern.
Sie hilft, wichtige Nähr-Stoffe aufzunehmen.
Wenn man lange weniger Säure produziert, kann das Folgen haben:
- Man kann leichter krank werden.
- Der Körper nimmt Nähr-Stoffe schlechter auf.
Joachim Labenz sagt: Wenn der Körper zu wenig Eisen, Magnesium oder Vitamin B12 hat, kann das lebens-gefährlich sein.
Er sagt auch: Es gibt keine Beweise, dass Säure-Blocker das Risiko für Knochen-Schwund, Demenz oder Zucker-Krankheit erhöhen.
Was kann man statt Säure-Blocker nehmen?
Es gibt andere Mittel gegen Sodbrennen.
Zum Beispiel:
- Alginate
- Antazida
- Heilerde
- Feigen-Kaktus-Extrakte
Diese Mittel muss man selbst bezahlen.
Sie sind oft besser verträglich.
Joachim Labenz sagt: Diese Mittel wirken nicht schlechter.
Oft wirken sie sogar schneller als Säure-Blocker.
Man kann auch seinen Lebens-Stil ändern.
Das bedeutet: Man isst und bewegt sich anders.
Das kann auch gegen Sodbrennen helfen.
Wie man Säure-Blocker überflüssig macht
Übergewicht ist oft ein Grund für Reflux und Sodbrennen.
Es drückt auf den Bauch.
Dann fließt Magen-Säure leichter zurück in die Speise-Röhre.
Wer abnimmt, braucht oft keine Säure-Blocker mehr.
Andere Dinge können auch helfen.
Das sind zum Beispiel:
- Atem-Übungen
- Zwerchfell-Training
Das stärkt den Muskel am Ende der Speise-Röhre.
So wird Sodbrennen weniger.
Man sollte auch keine großen und späten Mahlzeiten essen.
Besser ist leichte Mittelmeer-Kost.
Man sollte auch nicht rauchen und weniger Alkohol trinken.
Säure-Blocker richtig absetzen
Man sollte Säure-Blocker nicht plötzlich absetzen.
Sonst kann der Magen wieder viel Säure bilden.
Das nennt man Rebound-Effekt.
Das bedeutet: Der Körper produziert, nachdem man die Medikamente abgesetzt hat, zuerst wieder besonders viel Säure.
Viele denken dann, das Sodbrennen kommt zurück.
Aber das ist nur für kurze Zeit so.
Ärzte raten: Man soll die Menge des Medikaments langsam verringern.
So kann man die Säure-Blocker Schritt für Schritt absetzen.
Und man hat weniger Neben-Wirkungen.