Zahn-Krankheit Parodontitis: Was ist das?

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Zahn-Krankheit Parodontitis: Was ist das?

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Eine Person reinigt sich die Zähne mit einer Interdentalbürste.

Quelle: Imago / Zoonar

Parodontitis ist eine Krankheit am Zahn-Fleisch, Kiefer-Knochen und an den Zähnen.

Am Anfang blutet das Zahn-Fleisch oft ein bisschen.

Viele Menschen beachten das nicht.

Das ist aber gefährlich.

Wenn man nichts tut, können die Zähne ausfallen.

Wie man Parodontitis erkennt

Anzeichen für Parodontitis sind:

  • Das Zahn-Fleisch blutet.

  • Der Mundbrennt.

  • Man hat einen komischen Geschmack im Mund.

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen über 35 Jahre in Deutschland haben Parodontitis.

Im Mund gibt es viele verschiedene Bakterien:

Viele sind gut. Manche sind schlecht.

Efthymios Pantas ist ein Zahn-Arzt.

Er erklärt: Bei Parodontitis gibt es mehr schlechte Bakterien.

Sie entzünden das Zahn-Fleisch.

Das Zahn-Fleisch zieht sich dann zurück.

Auch der Kiefer-Knochen geht zurück.

Deshalb können die Zähne ausfallen.

Wie Parodontitis entsteht

Wenn man die Zähne nicht gut putzt, gibt es zu viele schlechte Bakterien.

Dann entzündet sich das Zahn-Fleisch und blutet.

Das nennt man Zahn-Fleisch-Entzündung oder Gingivitis.

Wenn man diese Entzündung nicht behandelt, wird daraus Parodontitis.

Parodontitis ist gefährlich für den ganzen Körper

Die schlechten Bakterien können sich im Körper ausbreiten.

Sie können zum Beispiel eine Herz-Muskel-Entzündung auslösen.

Sie können auch das Risiko für Folgendes erhöhen:

  • Herz-Infarkt

  • Schlag-Anfall

Was Parodontitis schlimmer macht

  • Schlechte Mund-Hygiene: Das bedeutet, man putzt die Zähne nicht gut genug.

  • Vererbung: Manche Menschen bekommen Parodontitis leichter, weil es in ihrer Familie liegt.

  • Rauchen: Raucher bekommen zwei- bis siebenmal öfter Parodontitis als Nicht-Raucher.

Rauchen macht die Gefäße kaputt. Das Blut fließt schlechter.

Rauchen schwächt auch das Immun-System.

Das ist schlecht für das Zahn-Fleisch.

Wenn man raucht, wird die Parodontitis schnell schlimmer.

So beugt man Parodontitis vor

Man sollte die Zähne zweimal am Tag putzen.

Jedes Mal mindestens zwei Minuten lang.

Man muss auch Essens-Reste zwischen den Zähnen entfernen.

Zahn-Arzt Pantas sagt: Viele Menschen wissen nicht, dass Parodontitis fast jeden treffen kann.

Deshalb ist es wichtig, schon jung regelmäßig zum Zahn-Arzt zu gehen.

Und die Zähne professionell reinigen zu lassen.

Wenn das Zahn-Fleisch öfter blutet, sollte man sofort zum Zahn-Arzt gehen.

Was Parodontitis verursacht

Xheneta Rexhepi ist eine Dental-Hygienikerin.

Sie sagt: Parodontitis kommt oft von Essens-Resten, die zwischen den Zähnen bleiben.

Die Zahn-Bürste kommt dort nicht gut hin.

Die Essens-Reste drücken sich immer tiefer ins Zahn-Fleisch.

Dann entstehen Zahn-Fleisch-Taschen.

Das Zahn-Fleisch löst sich vom Zahn ab.

Normalerweise sind diese Taschen 0,5 bis 2 Millimeter tief.

Wenn sie 3 Millimeter oder tiefer sind, spricht man von Parodontitis.

Behandlung beim Zahn-Arzt

Der Zahn-Arzt reinigt die Zahn-Fleisch-Taschen.

Er entfernt unter örtlicher Betäubung Folgendes:

  • Beläge

  • Zahn-Stein

Diese Beläge sind unter dem Zahn-Fleisch am Zahn.

Man sollte diese Beläge alle drei Monate entfernen lassen.

Dann kann sich das Zahn-Fleisch erholen.

Der Zahn-Arzt Pantas sagt: Man kann die Entzündung stoppen.

Ist der Knochen schon weg, dann kommt er nicht wieder.

Man muss immer aufpassen, dass keine neue Entzündung entsteht.

Zahn-Arzt Pantas sagt: "Man hat eine Parodontitis ein Leben lang."

Er empfiehlt Patienten mit Parodontitis, viermal im Jahr die Zähne professionell reinigen zu lassen.

Die Kranken-Kassen bezahlen das meistens nicht.

Aber viele Kassen geben einen Zuschuss.

Zusätzliche Tests bei Parodontitis

Es gibt zwei Tests, die Zahn-Ärzte bei Parodontitis empfehlen:

1. aMMP-8 Test

Dieser Test misst, wie viele entzündliche Stoffe im Speichel sind.

Diese Stoffe machen das Gewebe kaputt.

Es sind viele Stoffe da.

Dann ist die Gefahr für Parodontitis größer.

Man macht den Test mit einem Speichel-Abstrich.

Der Wert sollte unter 20 Nanogramm pro Milliliter sein.

Ein Nanogramm ist ein sehr, sehr kleines Gewicht, ein Milliliter ist ein sehr kleines Volumen.

Bei Parodontitis-Patienten ist der Wert viel höher.

Der Test kostet 40 bis 50 Euro.

2. Keim-Test

Bei starker Parodontitis kann man einen Keim-Test machen.

Der Arzt nimmt Proben aus den Zahn-Fleisch-Taschen.

Man schickt diese Proben ins Labor.

Dort findet man heraus, welche schlechten Bakterien es sind.

Dann kann der Arzt gezielt Antibiotika geben.

Antibiotika sind Medikamente, die Bakterien abtöten oder ihr Wachstum hemmen.

Das hilft, die Entzündung zu heilen.

Der Test kostet etwa 150 Euro.

Was man selbst tun kann

Die Dental-Hygienikerin empfiehlt:

  • Regelmäßig Zahn-Seide benutzen.

  • Regelmäßig Zahn-Zwischenraum-Bürsten benutzen.

Man sollte das abends machen.

Danach putzt man die Zähne.

So lockert man Essens-Reste und Beläge.

Die Zahn-Bürste kann sie dann besser entfernen.

Wenn man es andersherum macht, bleiben die gelockerten Reste über Nacht zwischen den Zähnen.

Mit guter Mund-Hygiene und regelmäßigen Zahn-Arzt-Besuchen bleiben die Zähne lange gesund.