Parkinson: Wie Medikamentenpumpen Symptome lindern

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Parkinson: Wenn Tabletten nicht mehr helfen

von Thomas Förster

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Eine Medikamentenpumpe zeigt Werte der Dosierung eines Wirkstoffs an.

Eine Medikamentenpumpe sorgt bei Parkinson-Patienten für eine gleichbleibende Dosierung des Medikaments. Wie sie funktioniert.

Quelle: ZDF

Menschen mit der Krankheit Parkinson zittern oft.

Ihre Bewegungen sind langsam.

Ihr Gesicht sieht starr aus.

In Deutschland haben etwa 400.000 Menschen Parkinson.

Die Krankheit kann man nicht heilen.

Die meisten betroffenen Menschen können ihre Beschwerden mit Medikamenten gut behandeln.

Wenn die Tabletten nicht mehr gut wirken, gibt es Medikamenten-Pumpen.

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine Krankheit des Gehirns.

Man merkt sie auf verschiedene Arten:

Die drei wichtigsten Anzeichen sind:

  • Zittern

  • steife Muskeln

  • langsame Bewegungen

Später können noch andere Beschwerden dazu kommen.

Zum Beispiel:

  • Schlaf-Probleme

  • Müdigkeit am Tag

  • Probleme, sich zu konzentrieren

  • Schwierigkeiten bei kleinen Bewegungen

  • Sprach-Probleme

  • Probleme bei der Verdauung

  • später auch, vergesslich zu werden

Manche Menschen mit Parkinson bekommen eine Depression.

Viele Menschen mit Parkinson brauchen im späteren Verlauf Pflege.

Wenn Parkinson-Medikamente nicht mehr wirken

Bei Menschen mit Parkinson fehlt ein wichtiger Stoff im Gehirn.

Dieser Stoff heißt Dopamin.

Dopamin ist ein Botenstoff, der im Gehirn für die Steuerung von Körper-Bewegungen wichtig ist.

Eiweiß-Ablagerungen zerstören die Nerven-Zellen, die Dopamin herstellen.

Die Medikamente müssen direkt ins Gehirn gelangen.

Dopamin selbst kann nicht ins Gehirn gelangen.

Deshalb nutzen Ärzte Dopamin-Vorstufen.

Das erklärt Georg Ebersbach.

Er ist Nerven-Arzt in der Parkinson-Klinik Beelitz-Heilstätten.

Georg Ebersbach sagt: "Das Gehirn baut diese Vorstufen zu Dopamin um."

Ein sehr wichtiges Medikament gegen Parkinson ist Levodopa.

Levodopa, auch L-Dopa genannt, ist eine Vorstufe von Dopamin.

Das Gehirn wandelt es zu Dopamin um.

Das Medikament kann Neben-Wirkungen haben.

Zum Beispiel:

  • Übelkeit

  • Schwindel

  • manchmal ist man verwirrt

  • Depressionen

Am Anfang wirkt Levodopa bei vielen Menschen sehr gut.

Aber mit der Zeit kann die Wirkung nachlassen oder stark schwanken.

Dann wechseln sich gute und schlechte Phasen ab.

Manchmal kommt es auch dazu, dass betroffene Menschen sich stark bewegen, oder zappeln.

Das passiert, wenn zu viel Dopamin im Gehirn ist.

Medikamenten-Pumpe statt Tabletten

Eine Medikamenten-Pumpe kann helfen, wenn Tabletten nicht mehr gut wirken.

Oder wenn die Neben-Wirkungen zu stark sind.

Pumpen können einen großen Nachteil von Tabletten ausgleichen, sagt Georg Ebersbach.

Georg Ebersbach sagt: "Tabletten sorgen oft dafür, dass die Dopamin-Mengen schwanken."

Eine Medikamenten-Pumpe gibt den Wirkstoff gleichmäßig ab.

Und das rund um die Uhr.

So wirkt das Medikament ständig im Gehirn.

Es gibt zwei Arten von Pumpen-Systemen.

Wie Medikamenten-Pumpen funktionieren

Manche Medikamenten-Pumpen geben den Wirkstoff über eine Magen-Sonde ab.

Die Sonde geht durch die Bauch-Wand direkt in den Dünn-Darm.

Der Dünn-Darm nimmt das Medikament sofort auf.

So umgeht man den Magen.

Der Magen kann sonst die Wirkung schwanken lassen.

Ein neueres Pumpen-System gibt den Wirkstoff über eine kleine Nadel unter die Haut ab.

Von dort gelangt er ins Blut.

Dieses System ist schonender.

Man muss nicht operiert werden wie bei der Dünn-Darm-Sonde.

Studien zeigen: Menschen, die eine Pumpen-Therapie machen, können sich wieder mehrere Stunden am Tag besser bewegen.

Das ist besser als mit Tabletten.

Es kann aber ähnliche Neben-Wirkungen geben wie bei Tabletten.

Es sind auch Haut-Reaktionen an der Stelle möglich, wo die Nadel einsticht.

Für wen ist eine Medikamenten-Pumpe geeignet?

Eine Pumpen-Therapie ist teuer.

Sie kostet mehrere Zehn-Tausend Euro im Jahr.

Deshalb ist sie vor allem für Menschen gedacht, bei denen die Krankheit schon weit fortgeschritten ist.

Und bei denen die Beschwerden wieder zunehmen, sagt Georg Ebersbach.

Georg Ebersbach sagt: "Diese Menschen haben oft starke Probleme, sich zu bewegen.

Tabletten können dann nicht mehr ausreichend helfen."

Für viele Menschen mit Parkinson verbessert sich die Lebens-Qualität mit einer Pumpen-Therapie dann wieder deutlich.

Hirn-Schrittmacher und Ultraschall bei Parkinson

Es gibt auch andere Behandlungen.

Das hängt von den Beschwerden und davon ab, wie die Krankheit verläuft.

Zum Beispiel die Tiefe Hirn-Stimulation.

Man nennt sie auch Hirn-Schrittmacher.

Bei einer Operation setzen Ärzte dünne Elektroden ins Gehirn ein.

Ein Gerät sendet schwache Strom-Impulse.

Diese Impulse dämpfen die Hirn-Signale, die über-aktiv sind.

Die Bewegungen werden wieder normaler.

Betroffene Menschen können einstellen, wie stark die Impulse sind.

Sie können die Stimulation auch wieder ausschalten.

Und Ärzte können das Gerät entfernen.

Eine andere Behandlung ist der fokussierte Ultra-Schall (MRgFUS).

Ärzte richten hoch-intensive Ultra-Schall-Wellen gezielt auf eine Stelle im Gehirn.

Das passiert mit Hilfe von Bildern (Magnetresonanz-Tomografie).

Sie erhitzen die Stelle.

Sie zerstören krankhafte Nerven-Zellen.

Diesen Eingriff kann man nicht rückgängig machen.

Diese Methode kann sinnvoll sein, wenn jemand stark zittert.

Oder wenn ein Hirn-Schrittmacher nicht in Frage kommt.

Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 10.04.2026, ab 09:05 Uhr.