Frauen-Herzen schlagen anders

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Frauen-Herzen schlagen anders

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Eine Frau hat ihre Hand auf ihr Herz gelegt.

Quelle: Imago / Yay Images

Viele Menschen denken bei einem Herz-Infarkt zuerst an Männer.

Aber Herz-Krankheiten sind auch bei Frauen die häufigste Ursache für den Tod.

Ärzte übersehen Warn-Zeichen für Herz-Krankheiten bei Frauen oft.

Neues Zentrum für Frauen-Herzen

Die Universitäts-Medizin Frankfurt hat ein neues Zentrum gegründet.

Es heißt Women’s Heart Health Center.

Das ist Englisch und bedeutet: Zentrum für die Herz-Gesundheit von Frauen.

Es ist das erste Zentrum dieser Art in Deutschland.

Es soll Frauen mit Herz-Krankheiten besser untersuchen und behandeln.

Das Zentrum forscht auch zu Herz-Krankheiten bei Frauen.

So arbeitet das Frauen-Herz-Zentrum

Im Frauen-Herz-Zentrum arbeiten verschiedene Ärzte zusammen.

Zum Beispiel:

  • Herz-Ärzte (Kardiologen). Kardiologie ist die Lehre vom Herzen und seinen Krankheiten.
  • Frauen-Ärzte (Gynäkologen). Gynäkologie ist die Lehre von den Krankheiten der Frau.
  • Ärzte für den Stoff-Wechsel (Stoffwechsel-Medizin)

Sie schauen sich an, was Herz-Krankheiten bei Frauen besonders macht.

Zum Beispiel:

  • wie Hormone das Herz beeinflussen
  • welche besonderen Risiken es gibt

Das Zentrum will auch mehr forschen.

Und es will Frauen helfen, Herz-Krankheiten früh zu erkennen und vorzubeugen.

Warum Frauen-Herzen anders sind

Frauen und Männer sind biologisch verschieden.

Das gilt auch für das Herz.

Das Herz von Frauen ist meistens:

  • kleiner
  • steifer
  • weniger elastisch

Es schlägt etwas schneller.

Es reagiert empfindlicher auf Hormon-Änderungen.

Besonders die Wechsel-Jahre verändern das Frauen-Herz.

Wenn der Östrogen-Spiegel sinkt, steigt das Risiko für:

  • hohen Blut-Druck
  • Verkalkung der Gefäße
  • Herz-Infarkte

Männer bekommen Herz-Krankheiten oft früher.

Das liegt meist an:

  • Alkohol
  • Rauchen
  • Übergewicht

Nach den Wechsel-Jahren bekommen Frauen genauso oft Herz-Krankheiten wie Männer.

Herz-Infarkt-Symptome bei Frauen sind oft anders

Herz-Krankheiten zeigen sich bei Frauen oft nicht wie bei Männern.

Zum Beispiel bei:

  • Herz-Rhythmus-Störungen (Vorhofflimmern)
  • verengten Herz-Gefäßen
  • einem Herz-Infarkt

Männer haben bei einem Herz-Infarkt oft starke Schmerzen in der Brust.

Frauen haben diese Schmerzen meistens nicht.

Sie haben eher andere Zeichen.

Zum Beispiel Schmerzen im Rücken oder im oberen Körper.

Doktor Stephanie Wissel ist Herz-Ärztin.

Sie sagt: Oft erkennen Ärzte die Zeichen nicht als Herz-Probleme.

Man denkt dann eher an Stress oder das Alter."

Deshalb kommen Frauen oft zu spät ins Kranken-Haus.

Ärzte machen wichtige Behandlungen dann später.

Zum Beispiel:

  • Herz-Katheter-Eingriffe
  • Medikamente, die das Blut verdünnen

Wenn Frauen einen Herz-Stillstand haben, beleben Ärzte sie seltener wieder als Männer.

Diese Warn-Zeichen sollten Frauen ernst nehmen

Frauen bekommen genauso oft Herz-Infarkte wie Männer.

Aber viele Frauen nehmen die Zeichen nicht ernst.

Oder sie reagieren zu spät.

Bei diesen Warn-Zeichen sollte man immer den Notruf 112 wählen:

  • Anhaltende Schmerzen im oberen Körper, zum Beispiel in Armen, Rücken, Schultern, oder im oberen Bauch, aber auch im Kiefer
  • plötzliche Atem-Not ohne Grund
  • anhaltendes Druck-Gefühl oder Enge in der Brust
  • anhaltende Schwindel-Gefühle oder Kreislauf-Probleme

Besondere Risiken für hohen Blut-Druck bei Frauen

Das Frauen-Herz-Zentrum achtet auf besondere Risiken bei Frauen.

Ein wichtiges Risiko ist hoher Blut-Druck.

Viele Frauen wissen nicht: Die Anti-Baby-Pille kann bei wenigen Frauen den Blut-Druck erhöhen.

Auch jede zehnte schwangere Frau bekommt hohen Blut-Druck.

Ärzte müssen diesen dann überwachen oder mit Medikamenten behandeln.

Frauen haben oft ein höheres Risiko für Herz-Krankheiten im späteren Leben.

Das gilt, wenn sie Probleme in der Schwangerschaft hatten.

Ein Beispiel dafür ist eine Schwangerschafts-Vergiftung.

Wenn Cholesterin die Gefäße verengt

Hohe Cholesterin-Werte sind ein weiteres Risiko für Frauen.

Cholesterin kann sich an den Gefäß-Wänden ablagern.

Die Blut-Gefäße werden enger und sind weniger elastisch.

Das erhöht das Risiko für Durchblutungs-Störungen.

Die Folgen können sein:

  • Herz-Infarkt
  • Schlag-Anfall

Hohe Cholesterin-Werte kann man oft verbessern durch:

  • andere Ernährung
  • mehr Bewegung
  • Abnehmen

Das gilt nicht für Lipoprotein(a).

Lipoprotein(a) ist ein besonderes Blut-Fett.

Wie viel davon der Körper bildet, ist angeboren.

Es ist ein eigenes Risiko für Herz-Krankheiten bei Männern und Frauen.

Stephanie Wissel von der Universitäts-Medizin Frankfurt sagt: Wir empfehlen, Lipoprotein(a) einmal im Leben messen zu lassen.

So können Ärzte Menschen mit hohem Risiko früh erkennen und behandeln.

Kaum Forschung bei Frauen-Herzen

Die Wissenschaft hat das weibliche Herz bisher oft nicht beachtet.

Studien richten sich meistens auf Männer aus, sagt Stephanie Wissel.

Behandlungen richten sich immer noch nach Daten von Männern.

Das hat Folgen.

Man muss diese Folgen beachten, wenn man Herz-Krankheiten bei Frauen erkennt und behandelt.

Doktor Stephanie Wissel sagt: Medikamente haben bei Frauen zum Beispiel oft ganz andere Neben-Wirkungen.

Frauen verarbeiten viele Medikamente anders.

Sie vertragen sie schlechter.

Oder die Wirkung ist anders.

Deshalb sollten Studien beide Geschlechter einbeziehen, sagt die Herz-Ärztin.

Im Frauen-Herz-Zentrum ist Forschung deshalb ein wichtiges Thema.