So können Nachbarn Solar-Strom teilen

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So können Nachbarn Solar-Strom teilen

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Kleine Solaranlage an Balkon eines Mehrparteienhauses.

Quelle: dpa

Solar-Strom teilen: Energy Sharing kommt nach Deutschland.

Viele Menschen haben eine Solar-Anlage auf dem Dach.

Sie erzeugen damit eigenen Strom.

Oft haben sie mehr Strom, als sie selbst brauchen.

Früher konnten sie diesen Strom nur für wenig Geld ins Strom-Netz geben.

Was ist Energy Sharing?

Jetzt gibt es etwas Neues: Energy Sharing.

Das bedeutet: Nachbarn können ihren Solar-Strom miteinander teilen.

Die Idee kommt aus der EU (Europäische Union).

In anderen Ländern wie Österreich und Italien gibt es das schon länger.

Jetzt soll es auch in Deutschland helfen, die Energie-Wende voranzubringen.

Das Ziel ist: Solar-Strom vor Ort besser zu nutzen.

Auch Menschen ohne eigene Solar-Anlage sollen davon profitieren.

Das geht, weil der Gesetz-Geber ein Gesetz geändert hat.

Lisa Strippchen von der Deutschen Energie-Agentur sagt:

Wer Strom teilt, ist jetzt kein Energie-Anbieter mehr.

Man muss sich nicht an alle Regeln halten, die für große Strom-Firmen gelten.

Das ist wichtig, damit Energy Sharing überhaupt funktioniert.

Wie funktioniert das Strom-Teilen?

Sie haben eine Solar-Anlage?

Dann können Sie Ihren überschüssigen Strom an Nachbarn oder Freunde verkaufen.

Man braucht dafür keinen normalen Strom-Anbieter dazwischen.

Das System liefert den Strom nicht direkt über eine eigene Leitung.

Es verteilt ihn über das normale Strom-Netz.

Die Menschen machen Verträge miteinander.

Darin steht, wie viel der Solar-Strom kostet.

Die Beteiligten können den Preis frei bestimmen.

Er kann sogar null Euro sein.

Warum man trotzdem einen Strom-Vertrag braucht

Auch mit Energy Sharing braucht man einen normalen Strom-Anbieter.

Eine Solar-Anlage erzeugt nicht immer Strom.

Nachts oder im Winter reicht der Strom oft nicht aus.

Deshalb brauchen Haushalte immer noch Strom aus dem öffentlichen Netz.

Thomas Zwingmann von der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) erklärt:

Man braucht drei Verträge:

  • einen Strom-Liefer-Vertrag
  • einen Nutzungs-Vertrag. Dieser Vertrag regelt, wie das System den Strom verteilt.
  • einen Vertrag mit dem Strom-Anbieter für den restlichen Strom

Intelligente Strom-Zähler sind Pflicht

Damit der Strom-Verbrauch und die Abrechnung stimmen, braucht man intelligente Strom-Zähler.

Diese nennt man Smart Meter.

Ein Smart Meter misst den Strom-Verbrauch genau und übermittelt ihn digital.

Alle, die mitmachen, müssen so einen Zähler haben.

Dadurch können zusätzliche Kosten entstehen.

Wann sich Energy Sharing lohnt

Wie viel Geld man spart, hängt von mehreren Dingen ab:

  • Wie teuer der Strom bisher war.
  • Wie viel der Solar-Anlagen-Betreiber für den Strom verlangt.
  • Wie viel der Dienst-Leister kostet, der das Energy Sharing organisiert.

Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr kann man sparen.

Energy Sharing kann besonders für Besitzer älterer Solar-Anlagen gut sein.

Nach 20 Jahren gibt es für viele Anlagen kein Geld mehr vom Staat.

Dann ist es gut, den Strom an Nachbarn zu verkaufen.

Worauf man achten sollte

Bevor man mitmacht, sollte man Folgendes prüfen:

  • Gibt es schon Anbieter oder Plattformen in der Nähe?
  • Spart man wirklich Geld im Vergleich zum alten Strom-Vertrag?
  • Gibt es extra Kosten für intelligente Strom-Zähler oder die Abrechnung?
  • Wie lange laufen die Verträge?
  • Wer kümmert sich um die Technik und die Organisation?

Man sollte auch Folgendes wissen:

  • Ein normaler Strom-Vertrag bleibt nötig.
  • Intelligente Strom-Zähler sind für alle, die mitmachen, Pflicht.
  • Der Strom kommt nicht direkt über eine eigene Leitung.
  • Zusätzliche Netz-Kosten können den Preis-Vorteil kleiner machen.
  • Energy Sharing ist noch nicht sehr verbreitet.

Ein Modell für die Zukunft?

Verbraucher-Schützer wie Thomas Zwingmann denken, dass sich Energy Sharing nur langsam ausbreiten wird.

Es müssen sich erst passende Dienst-Leister und Abrechnungs-Modelle finden.

Doktor Astrid Aretz, Strom-Expertin vom Institut für Ökologische Wirtschafts-Forschung, sagt:

Die Bundes-Netz-Agentur muss noch genau sagen, wie das System den Strom zuordnet.

Die Bundes-Netz-Agentur muss auch noch genau sagen, wie das System den Strom abrechnet.

Deshalb wird es wahrscheinlich dauern, bis Energy Sharing richtig funktioniert.

Wer sich dafür interessiert, sollte sich vorher gut beraten lassen.