Dispokredit: Hilfe bei Geld-Problemen, aber teuer
Quelle: ClipDealer
Ein Dispo-Kredit kann schnell helfen, wenn man plötzlich Geld braucht.
Zum Beispiel:
- Für eine Auto-Reparatur
- Für eine neue Wasch-Maschine
Manchmal reicht das Geld auf dem Giro-Konto nicht aus, um Rechnungen zu bezahlen.
Ein Dispo-Kredit ist Geld von der Bank.
Man darf dann mehr Geld ausgeben, als man auf dem Konto hat.
Aber ein Dispo-Kredit ist teuer.
Kerstin Föller ist eine Expertin von der Verbraucher-Zentrale Hamburg.
Sie erklärt, was ein Dispo-Kredit ist.
Sie erklärt auch, welche Gefahren es gibt.
Dispo-Kredit nur kurz nutzen
Ein Dispo-Kredit kann in Not-Fällen helfen.
Aber man sollte ihn nur für kurze Zeit nutzen.
Er ist keine Dauer-Lösung.
Die Bank verlangt hohe Zinsen für das Geld.
Zinsen sind Gebühren für geliehenes Geld.
Kerstin Föller sagt: "Der Dispo-Kredit ist für viele eine Art Regen-Schirm."
Sie sagt auch: Ein Dispo-Kredit ist besonders schlecht für Menschen, die wenig Geld verdienen.
Sie sind dauerhaft im Minus.
Sie können das Geld nicht zurückzahlen.
Das ist ein großes Problem.
Der Dispo-Kredit kostet im Schnitt 11,2 Prozent Zinsen.
Das ist sehr viel Geld.
Deshalb sollte man ihn nicht lange nutzen.
Haushalts-Buch hilft, Geld zu kontrollieren
Das Konto ist stark im Minus.
Man kann es mit dem normalen Gehalt nicht ausgleichen.
Dann muss man seine Finanzen genau prüfen.
Kerstin Föller sagt: "Wer merkt, dass er ins Minus rutscht, sollte einen Kassen-Sturz machen."
Das bedeutet: Man muss genau aufschreiben, wie viel Geld man hat und wofür man es ausgibt.
Zum Beispiel:
- Wie viel Geld ist auf dem Konto?
- Wie viel Bar-Geld habe ich?
- Welche festen Kosten habe ich?
Zum Beispiel für:
- Miete
- Essen
- Verträge
- Versicherungen
- Hobbys
Kostenlose Haushalts-Apps oder ein Haushalts-Buch können dabei helfen.
Kerstin Föller sagt: "Viele zahlen jeden Monat fürs Fitness-Studio, gehen aber kaum hin."
Hier kann man Geld sparen.
Man kann auch prüfen, ob es günstigere Strom-Anbieter gibt.
Bar-Geld hilft beim Sparen
Wenn man oft mit Karte bezahlt, verliert man schnell den Überblick über seine Ausgaben.
Bar-Geld kann helfen, bewusster mit Geld umzugehen.
Kerstin Föller rät: Heben Sie jeden Monat Ihr Geld ab und legen Sie es in einen Um-Schlag.
Dispo-Kredit in Raten-Kredit umwandeln
Man hat viele Schulden.
Dann kann es sinnvoll sein, den Dispo-Kredit in einen Raten-Kredit umzuwandeln.
Das nennt man Umschuldung.
Wenn das Konto lange im Minus ist, kann man bei der Bank einen Raten-Kredit beantragen.
Ein Raten-Kredit hat niedrigere Zinsen.
Man zahlt das Geld in festen Monats-Raten zurück.
Aber: Man muss den Raten-Kredit auch bezahlen können.
Kerstin Föller erklärt: "Wenn jemand arbeitslos ist, kann er auch diesen Kredit nicht bezahlen."
Rückzahlungs-Plan und zweites Konto
Wenn das Konto über Monate im Minus ist, fordert die Bank oft einen Plan, wie man zurückzahlt.
Darin steht, wie man den Dispo-Kredit Schritt für Schritt zurückzahlt.
Für viele Menschen ist dieser Plan ein erster Schritt, um sich mit ihren Geld-Problemen zu beschäftigen.
Kerstin Föller sagt: "Eine Rückzahlungs-Vereinbarung ist für manche eine Art Weck-Ruf, sich Hilfe zu holen."
Ein zweites Giro-Konto bei einer anderen Bank kann helfen, den Plan einzuhalten.
Kerstin Föller erklärt: "Die Schulden bleiben auf dem alten Konto."
Die laufenden Ausgaben werden über das neue Konto abgewickelt.
Das kann helfen, wieder mehr Ordnung in die Finanzen zu bringen.
Hilfe und Beratung bei Schulden
Wenn man Schulden hat, kann man sich an Schuldner-Beratungsstellen wenden.
Sie bieten kostenlose Hilfe an.
Sie helfen zum Beispiel bei Zahlungs-Plänen.
Solche Beratungs-Stellen gibt es bei:
- Wohlfahrts-Verbänden wie der Caritas, der Diakonie oder der Arbeiter-Wohl-Fahrt
- Der Verbraucher-Zentrale
- Dem Deutschen Familien-Verband in Berlin
Geld für Not-Fälle sparen
Es ist wichtig, Geld für unerwartete Ausgaben zu sparen.
Kerstin Föller rät: "Im Normal-Fall sind drei Netto-Monats-Einkommen auf einem Tages-Geld-Konto sinnvoll."
Wenn das nicht geht, kann man größere Einkäufe verschieben.
Oder man nutzt eine Null-Prozent-Finanzierung.
Man muss sie aber gut geprüft haben.
Man sollte keine Kredite für Dinge wie Urlaub oder ein teures Auto aufnehmen.
Das kann die Geld-Lage noch schlimmer machen.