Bluthochdruck bei Frauen in den Wechseljahren

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Bluthochdruck bei Frauen in den Wechseljahren

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Ältere erwachsene Frau beim Blutdruckmessen.

Quelle: Imago / Zoonar

Wenn Frauen in die Wechsel-Jahre kommen, ändert sich viel im Körper.

Typische Zeichen sind zum Beispiel:

  • Hitze-Wallungen

  • Stimmungs-Schwankungen

  • Schlaf-Störungen

Oft kommt in dieser Zeit auch eine Gefahr dazu: der Blut-Hoch-Druck.

Man merkt ihn am Anfang kaum.

Frauen bekommen öfter Blut-Hoch-Druck

Mehr Männer als Frauen haben hohen Blut-Druck.

Bis zu den Wechsel-Jahren.

Danach bekommen Frauen öfter Blut-Hoch-Druck.

In den Wechsel-Jahren ist das Risiko für Frauen doppelt so hoch.

Mehr als die Hälfte der Frauen bekommt Blut-Hoch-Druck in den ersten Jahren, nach der letzten Regel-Blutung.

Das nennt man auch Menopause.

Dadurch steigt die Gefahr für Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Warum bekommen Frauen in den Wechsel-Jahren Blut-Hoch-Druck?

Ein wichtiger Grund ist, dass das Hormon Östrogen weniger wird.

Vor den Wechsel-Jahren schützt Östrogen den Körper.

Das erklärt Lisa Dannenberg.

Sie ist Herz-Ärztin am Universitäts-Klinikum Düsseldorf.

Sie sagt: Östrogene machen die Gefäße weit.

Dann hat das Blut mehr Platz.

Und es entsteht weniger Druck.

Wenn der Östrogen-Spiegel sinkt, hat das noch andere Folgen:

  • Der Appetit steigt.

  • Der Stoff-Wechsel wird langsamer.

Viele Frauen nehmen in den Wechsel-Jahren zu.

Das fördert auch den Blut-Hoch-Druck.

Hitze-Wallungen und Schlaf-Störungen machen in dieser Zeit Stress.

Stress ist auch ein Risiko für hohen Blut-Druck.

Wie entsteht Blut-Druck?

Bei jedem Herz-Schlag zieht sich das Herz zusammen.

Es pumpt Blut in die Adern.

Das drückt auf die Gefäße.

Das ist der Blut-Druck.

Man gibt ihn mit zwei Zahlen an:

  • Der erste Wert ist der Druck, wenn das Herz schlägt.

  • Der zweite Wert ist der Druck, wenn das Herz sich entspannt.

Wann ist der Blut-Druck zu hoch?

Normal sind Werte bis 120 zu 70 Millimeter Quecksilbersäule.

Für Millimeter Quecksilbersäule ist die Abkürzung mmHg.

Werte zwischen 120 bis 139 zu 70 bis 89 mmHg sind erhöht.

Diese Werte sollte man kontrollieren lassen.

Manchmal braucht man dann Medikamente, die den Blut-Druck senken.

Frauen haben mit diesen Werten schon ein höheres Risiko für schlimme Folgen als Männer.

Das liegt auch an ihren Hormonen.

Viele Experten fordern deshalb, dass man die Grenz-Werte für Frauen neu festlegt.

Ab Werten über 140 zu 90 mmHg hat man auf jeden Fall Blut-Hoch-Druck.

Diesen muss man behandeln.

Lisa Dannenberg sagt: "Bei 90 Prozent aller Menschen mit Blut-Hoch-Druck findet man keinen Grund dafür."

Einmal ein hoher Wert reicht nicht aus, um zu sagen: Sie haben Blut-Hoch-Druck.

Man muss den Blut-Druck mehrmals messen.

Warum ist Blut-Hoch-Druck gefährlich?

Hoher Blut-Druck macht Folgendes:

  • Adern entzünden sich.

  • Kalk lagert sich in den Adern ab.

Das kann dazu führen, dass sich die Gefäße gefährlich verstopfen.

Dann kann man Folgendes bekommen:

  • Herz-Infarkt

  • Schlag-Anfall

Oft führt Blut-Hoch-Druck auch zu Herz-Schwäche.

Das Herz muss ständig gegen den hohen Druck ankämpfen.

Blut-Hoch-Druck schädigt auf Dauer auch andere Organe wie:

  • Nieren

  • Augen

Wer sollte den Blut-Druck messen lassen?

In Deutschland hat etwa jeder fünfte Erwachsene Blut-Hoch-Druck.

Die meisten merken lange nichts davon.

Denn Blut-Hochdruck tut nicht weh.

Nur selten haben Betroffene zum Beispiel:

  • Kopf-Schmerzen

  • Schwindel

Deshalb sollte man regelmäßig zum Arzt gehen.

Die Deutsche Hoch-Druck-Liga rät Frauen ab 45 Jahren:

Lassen Sie sich bei jedem Arzt-Besuch den Blut-Druck messen.

Die Europäische Herz-Gesellschaft empfiehlt allgemein:

  • Erwachsene unter 40 Jahren sollen den Blut-Druck alle drei Jahre überprüfen lassen.

  • Danach soll man ihn jedes Jahr überprüfen lassen.

So kann man den Blut-Druck senken

Zuerst versucht man, den Lebens-Stil zu ändern.

Dazu gehört:

  • Über-Gewicht abbauen

  • Nicht rauchen

  • Keinen Alkohol trinken

  • Viel bewegen

  • Wenig Salz essen

Oft reicht das aber nicht aus, um den Blut-Druck genug zu senken.

Dann gibt es verschiedene Medikamente.

Man muss sie einzeln oder manchmal zusammen nehmen.

Männer und Frauen bekommen die gleichen Medikamente.

Aber Frauen reagieren nicht auf alle Medikamente so wie Männer.

Der Körper von Frauen verarbeitet manche Medikamente anders.

Das liegt zum Beispiel an der Fett-Verteilung und der Körper-Größe.

Lisa Dannenberg sagt:

Manchmal bekommen Frauen Medikamente. Sie werden behandelt.

Trotzdem haben sie immer noch hohen Blut-Druck.

Man muss noch genauer untersuchen, wie sich das bei Männern und Frauen unterscheidet.

Lange dachte man: Der Blut-Druck von Frauen in den Wechsel-Jahren steigt, wenn man mit Hormonen behandelt.

Man befürchtete das besonders, wenn die Hormone als Tabletten eingenommen wurden.

Neuere Studien konnten das nicht bestätigen.

Auch nicht, wenn schon Blut-Hoch-Druck vorliegt.