Wer verdient an unserem Restmüll?

Die Deals mit unserem Restmüll

von Max Humpert

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Max Humpert steht mit verschränkten Armen am rechten Rand einer stilisierten Grafik und berührt mit einer Hand sein Kinn. Links von ihm ist ein geöffneter Greifarm einer Entsorgungsmaschine über einer großen Menge Abfall zu sehen. Kräftige pinkfarbene Streifen und dunkle Flächen verleihen der Montage eine kontrastreiche Optik.

Restmüll klingt nach wertlosem Abfall. Tatsächlich verdienen Entsorgungsunternehmen daran gleich mehrfach. Trotzdem steigen unsere Gebühren immer weiter. Wer macht das Geschäft mit unserem Müll?

Unser Restmüll ist wertlos? Von wegen. Rund 80 Milliarden Euro Umsatz macht die deutsche Abfallwirtschaft pro Jahr. Während die Entsorgungsbranche also gut an dem verdient, was wir wegwerfen, zahlen wir immer höhere Abfallgebühren. Allein die Gebühren für die Müllabfuhr sind in fünf Jahren um 12,7 Prozent gestiegen. 

Deshalb will Reporter Max Humpert in dieser Folge von „DEALS", einer Doku-Reihe von ZDF WISO, herausfinden: Wer macht das Geschäft mit unserem Restmüll? Er begleitet die Kölner Müllabfuhr in der Frühschicht, besucht eine Müllverbrennungsanlage in Hannover und fragt: Wo landet eigentlich das Geld, das wir jedes Jahr für unsere schwarze Tonne zahlen? 

Große Unterschiede bei den Abfallgebühren 

Wie viel ein Haushalt für seinen Müll zahlt, legt jede Kommune selbst fest – und die Unterschiede sind enorm. Der Bund der Steuerzahler NRW hat die Kosten eines Vierpersonenhaushalts mit je einer 120-Liter-Restmüll- und -Biotonne, die jeweils alle 14 Tage geleert werden, fürs Jahr 2026 verglichen. Das Ergebnis: In der Kommune Titz zum Beispiel zahlt eine Musterfamilie nur 162 Euro, während es in Hattingen mit 594 Euro mehr als drei Mal so teuer ist. Diese Kosten entstehen allerdings nicht nur durch die Müllabfuhr. Die macht in Köln beispielsweise nur ein Viertel der Gebühren aus. Der teuerste Posten ist dort mit rund 26 Prozent die Verbrennung des Hausmülls.  

Müllverbrennung als Geschäftsmodell 

Genau daran verdienen auch private Unternehmen wie Remondis, PreZero, Veolia oder Alba. Marktführer bei der Abfallverbrennung in Deutschland ist aber EEW – Energy from Waste. 2016 wurde das Unternehmen von der chinesischen Holding Beijing Enterprises für angeblich mehr als 1,4 Milliarden Euro übernommen. In Hannover zeigt der technische Geschäftsführer der Anlage, Guido Lücker, DEALS-Reporter Max Humpert wie das Geschäft funktioniert: Für die Annahme einer Tonne Restmüll bekommt EEW rund 80 Euro. Aber dabei bleibt es nicht: Bei der Verbrennung entstehen auch Strom und Fernwärme, die das Unternehmen dann verkauft. Damit sich das rechnet, müssen die Anlagen allerdings ausgelastet sein. 

Wie passt das zusammen mit dem Ziel, Müll zu vermeiden und besser zu trennen? Prof. Dr. Christina Dornack von der TU Dresden erklärt, warum zu groß geplante Verbrennungsanlagen dem Recycling tatsächlich im Weg stehen können. Und abschließend konfrontiert Max Humpert  EEW-Geschäftsführer Timo Poppe mit der Frage, ob schlecht getrennter Müll für seine Branche nicht sogar ein gutes Geschäft ist.